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Corona-Krise: Luzerner gehen nur noch halb so viel einkaufen, die Zuger bleiben mehr zu Hause
  • Regionales Leben
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Die Stadt hat den Schweizerhofquai gesperrt, um grosse Menschenansammlungen zu verhindern. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Google veröffentlicht Daten zum Bewegungsprofil Corona-Krise: Luzerner gehen nur noch halb so viel einkaufen, die Zuger bleiben mehr zu Hause

3 min Lesezeit 3 Kommentare 03.04.2020, 16:20 Uhr

Die Zuger gehen seit der Corona-Krise fast gleich oft einkaufen wie zuvor, bleiben jedoch mehr zu Hause. Die Luzerner hingegen sind vorbildlich, wenn es um das Meiden von öffentlichen Parks und Seeufern geht. Das verraten neue Daten von Google, die Bewegungsprofile analysiert haben.

Die Corona-Krise stellt das Leben von Zugerinnen und Luzernern auf den Kopf. Deswegen hat der Bund eine Reihe von Massnahmen beschlossen. Das Feierabendbier in der Lieblingsbeiz ist gestrichen, das Stöbern in Boutiquen so wie der Kinobesuch. Und: Man soll so gut es geht zu Hause bleiben. Doch wirken diese Massnahmen überhaupt?

Google hat nun eine Analyse von anonymisierten Handydaten veröffentlicht. Diese zeigen die Bewegungsprofile von Schweizerinnen und Schweizern. Googles Ziel ist, zu zeigen, wie sich die Massnahmen des Bundes zur Eindämmung des Coronavirus auswirken.

1. Restaurants und Cafés: Um rund 80 Prozent zurückgegangen

Orte wie Restaurants, Shopping-Center, Cafés und Bibliotheken sind seit dem 17. März schweizweit geschlossen – das zeigt sich auch deutlich an den Zahlen, die seither rapide sinken. In Zug verzeichnen diese Orte einen Rückgang von 75 Prozent, in Luzern sind es sogar 82 Prozent. Damit liegen beide Kantone im Schweizer Schnitt (81 Prozent).

Die Besuche in Cafés, Restaurants und Museen sind seit dem 16. April sowohl in Luzern (links) als auch in Zug (rechts) wenig überraschend stark gesunken. (Grafiken: Google COVID-19 Community Mobility Report)

2. Lebensmitteleinkäufe: In Zug nur um 2 Prozent zurückgegangen

In Luzern verzeichnen Lebensmittelläden und Apotheken einen Rückgang von 38 Prozent. In Zug sind es nur 2 Prozent. Damit suchen Zuger und Luzernerinnen derzeit aber noch mehr Lebensmittelläden auf als in anderen Kantonen: Landesweit verzeichneten diese Orte einen Rückgang von 51 Prozent.

Richtig ernst nehmen es hier die Bündner: Die Besuche in Lebensmittelläden und Apotheken haben hier um stolze 78 Prozent abgenommen. Dann folgen die Tessiner, die 69 Prozent weniger einkaufen gehen, im Wallis sind es 67 Prozent weniger.

So sind die Besuche in Lebensmittelläden und Apotheken in Luzern (links) und Zug (rechts) zurückgegangen. (Grafiken: Google COVID-19 Community Mobility Report)

3. Nur noch halb so viele in Parks und an Seeufern

Vorbildlich ist der Kanton Luzern, wenn es um das Meiden von Parkanlagen und Seeufern geht. Genau die Hälfte bleibt diesen Orten fern. Landesweit gingen die Abstecher in Parks und die Spaziergänge an Seepromenaden um 41 Prozent zurück. Für Zug gibt es hier keine Auswertung, weil man nicht genügend Daten sammeln konnte.

Noch strenger nehmen es die Nidwaldner, wo die Parkbesuche um 73 Prozent zurückgegangen sind. Dann folgt Basel-Stadt (–65 Prozent) und das Wallis (–61 Prozent).

Die Zahlen dürften hier in den nächsten Tagen noch weiter zurückgehen. Die Stadt Luzern gab am Donnerstag bekannt, Flanierzonen abzusperren: Konkret ist das Spazieren am Quai – vom Musikpavillon bis zum Lido –, der Aufenthalt am Europaplatz und im Inseli verboten (zentralplus berichtete). Und auch die Luzerner Gemeinden behalten sich vor, an beliebten Orten Zugänge abzusperren oder Sitzbanken abzumontieren (zentralplus berichtete). Gerade weil in den nächsten Tagen das frühlingshafte Wetter viele nach draussen locken dürfte.

So stark sind die Aufenthalte in Parkanlagen und an Seeufern in Luzern zurückgegangen. (Grafik: Google COVID-19 Community Mobility Report)

4. Mehr als die Hälfte meidet Busse und Züge

Was das Meiden von öffentlichen Verkehrsmitteln anbelangt, liegt sowohl der Kanton Zug als auch der Kanton Luzern im Schweizer Schnitt. In Zug fahren 67 Prozent weniger Bus und Zug, in Luzern sind es 66 Prozent weniger.

5. Rund 40 Prozent weniger am Arbeitsplatz

Die Zuger und Luzerner tauchen seltener am Arbeitsplatz auf – ob gewollt oder ungewollt, im Homeoffice oder weil sie von Kurzarbeit betroffen sind: In Zug sind es rund 45 Prozent weniger, in Luzern 40 Prozent. Landesweit sind es 46 Prozent.

6. Mehr als ein Viertel der Zuger bleibt zu Hause

Die Zuger müssen sich zwar einen Tadel gefallen lassen, was das Einkaufen anbelangt – wenn es um das Zuhausebleiben geht, liegen sie dafür über dem Schweizer Durchschnitt. Bis zum Stichtag am 29. März bleiben 27 Prozent mehr in den eigenen vier Wänden als noch Mitte Februar. In Luzern sind es 16 Prozent. Schweizweit sind es 15 Prozent, die mehr zu Hause sind.

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3 Kommentare
  1. Sabine Pralat, 08.04.2020, 11:30 Uhr

    Entschuldigung, aber mir fehlt gerade der Anschluss???
    Weiter oben bei Zentralplus steht der Artikel von der Redaktion vom 02.04. dass immer mehr abgesperrt werden muss, weil sich die Luzerner nicht an die Weisungen halten und hier werden sie für ihr vorbildliches Verhalten gelobt…. wer leidet jetzt hier an Realitätsverlust, Frau Dahinden?

    1. Redaktion Isabelle Dahinden, 08.04.2020, 12:17 Uhr

      Liebe Frau Pralat. Google hat die Bewegungsprofile der Bevölkerung bis Ende März analysiert. Im schweizweiten Vergleich schneiden die Luzerner besser ab, was das Meiden von Parks und Aufenthalte an den Seeufern anbelangt. Dennoch hat die Luzerner Polizei in den letzten Tagen dutzende Bussen erteilt und dutzende Meldungen erhalten, weil sich Menschen nicht an die Regeln gehalten haben.

      Beobachtungen von Stadt und Polizei ergaben, dass sich immer noch «zu viele Menschen» auf öffentlichen Plätzen und in den Flanierzonen der Stadt aufhalten. Kann wohl sein, dass auch das milde, frühlingshafte Wetter in den letzten Apriltagen wieder mehr Luzerner nach draussen lockte. Luzern war vielleicht im schweizweiten Vergleich vorbildlich – dennoch hat es laut Einschätzungen anderer immer noch zu viele Leute draussen. Deswegen hat die Stadt Anfang April auch die Flanierzonen abgesperrt. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Beste Grüsse, Isabelle Dahinden

  2. Petermann, 05.04.2020, 13:59 Uhr

    Viele Menschen haben einfach nicht die Intelligenz endlilch zu begreifen, dass sie die Massnahmen des Bundes nicht für „die in Bern“ machen, sondern für sich, ihre Lieben und für die Gesellschaft. Wenn sie weiterhin wahllos einkaufen gehen oder am See flanieren, werden die Fallzahlen nicht sinken und der Lockdown hält weiter an.

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