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Corona forciert Digitalisierung: Baugesuche bald online aufgeschaltet
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Noch ist alles analog: Die Bauprofile zeigen an, was hier im Bruchquartier geplant ist. (Bild: jal)

Stadt Luzern musste Planauflage schliessen Corona forciert Digitalisierung: Baugesuche bald online aufgeschaltet

3 min Lesezeit 06.04.2020, 05:00 Uhr

Die Stadt Luzern hat die Planauflage für Baugesuche geschlossen. Das hat Verzögerungen zur Folge. Anders als in Kriens oder Emmen werden die Pläne nicht im Internet aufgeschaltet – das soll sich aber demnächst ändern.

Ob ein neues Haus, ein Anbau oder eine Umnutzung: Bauprojekte müssen jeweils öffentlich aufgelegt werden, sodass Betroffene allenfalls Einsprache erheben können. In der Stadt Luzern ist die Planauflage allerdings seit anderthalb Wochen geschlossen. Die Verwaltung hat wegen der Corona-Pandemie auf Notbetrieb umgeschaltet (zentralplus berichtete).

«Aufgrund der räumlichen Situation war der Schutz der Mitarbeitenden und der Kundinnen und Kunden leider nicht mehr gewährleistet», begründet Stadtarchitekt Jürg Rehsteiner. Der Entscheid sei den Behörden nicht leichtgefallen. Aber es sei zuvor zu heiklen Situationen gekommen: «Manche Besucher hatten wenig Verständnis, dass unsere Mitarbeitenden ihnen wegen den Abstandsregeln nicht mehr am Tisch und direkt auf den Plänen die Sachlage erklären konnten.»

Man sei nach einer Abwägung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Aspekte zum Schluss gekommen, dass die Planauflage nicht mehr zumutbar sei. «Wir haben ja auch eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Mitarbeitenden», sagt Rehsteiner.

Wo es zu Verzögerungen kommt

Die laufenden Bauausschreibungen werden derzeit ausgesetzt und nachgeholt, sobald ein geordneter Betrieb möglich ist. Was heisst das für die Projekte? Das kommt darauf an, in welchem Stadium sie sich befinden. Rehsteiner unterscheidet drei Fälle:

  • Auflage bereits beendet: Gesuche, die während den vorgeschriebenen 20 Tagen aufgelegt waren, werden normal weiterbearbeitet. Das heisst, es können nach wie vor Baubewilligungen ausgestellt werden.
  • Auflage war bereits im Gange: Bei insgesamt 20 Baugesuchen musste die Auflage unterbrochen werden. Die Gesuchsteller und Anstösser wurden informiert .
  • Auflage noch nicht gestartet: Die Gesuche werden soweit wie möglich bearbeitet.

Jürg Rehsteiner betont allerdings: «Die Baugesuche sind nicht sistiert. Wir arbeiten an sämtlichen Gesuchen weiter.» Das umfasst zum Beispiel die formelle und materielle Prüfung und die interne Vernehmlassung. Der Luzerner Regierungsrat hat kürzlich zwar einen Fristenstillstand in verwaltungsrechtlichen Verfahren beschlossen, die Bau- und Planungsverfahren aber explizit davon ausgenommen.

Es können in der Stadt Luzern auch weiterhin neue Baugesuche eingereicht werden. Es werde aber aufgrund der Corona-Krise zu Verzögerungen kommen, so Rehsteiner.

Abhilfe naht – Stadt testet System bereits

Die Nachbargemeinden Kriens und Emmen kennen die Probleme der Stadt Luzern nicht. Denn dort ist man bereits seit einiger Zeit einen Schritt weiter – und moderner: Die Baugesuche können auf der Webseite der Gemeinde angeschaut werden. Pläne, Projektbeschriebe, Formulare: Alles ist online aufbereitet.

Diesen Weg will auch die Stadt Luzern beschreiten. Die Corona-Krise beschleunigt nun die Bemühungen: «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir die Baugesuche bald online auflegen können», sagt Jürg Rehsteiner. Aufgrund der Situation habe man das bereits laufende Projekt jetzt forciert.

Derzeit wird das System getestet. Ein genaues Datum für den effektiven Start steht noch nicht fest. «Wir hoffen, dass wir in absehbarer Zeit definitiv online gehen können mit der Planauflage», so der Stadtarchitekt.

Temporär nur online aufgelegt

Dies umso mehr, als laut Jürg Rehsteiner die Zahl der neuen Baugesuche seit dem Lockdown nicht merklich abgenommen hat. «Die Bauwirtschaft läuft weiter, wir spüren noch kein Absinken, was positiv ist.» Auch darum sei es wichtig, dass die Planauflage möglichst bald wieder aufgenommen werden könne.

Sobald dies der Fall ist, wird die Stadt dies kommunizieren und insbesondere die Gesuchsteller und Anstösser erneut informieren. «Damit können sämtliche laufenden Baugesuche ‹normal› weiterbearbeitet werden. Es ist aber – coronabedingt – mit Verzögerungen zu rechnen, dafür bitten wir um Verständnis.»

Vorübergehend wird die Planauflage also nur online erfolgen. Die Mitarbeitenden der Abteilung Städtebau stünden indes bei Fragen für telefonische Auskünfte zur Verfügung, so Rehsteiner. Im Stadthaus aufgelegt werden die Pläne voraussichtlich erst wieder, wenn es die gesundheitlichen Rahmenbedingungen erlauben.

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