Corona-Fall an Luzerner Kanti: So reagieren die Schüler
  • Gesellschaft
  • Gesundheit
Sehen keinen Grund zur Aufregung: Die Drittklässler Tayo Zurfluh und Tabea Hofstetter. (Bild: bic)

Situation am Alpenquai nach erster Luzerner Erkrankung Corona-Fall an Luzerner Kanti: So reagieren die Schüler

3 min Lesezeit 3 Kommentare 05.03.2020, 13:04 Uhr

Das Coronavirus hat den Kanton Luzern erreicht. Wie gehen Schüler und Lehrer an der Kanti Alpenquai damit um? Hier, wo der erste Fall festgestellt wurde, zeigt man sich bisher sehr gelassen. Vorbereitet ist man aber.

Der Kanton Luzern hat einen bestätigten Corona-Fall. Die erste Patientin, die positiv auf das Virus getestet wurde, ist eine Schülerin der Kantonsschule Alpenquai. Ihre 5. Klasse und deren Lehrer stehen unter Quarantäne (zentralplus berichtete).

Welche Auswirkungen hat die Krankheit auf die grösste Mittelschule der Schweiz? Wir nahmen am Donnerstagmorgen einen Augenschein.

Die Schüler sitzen in der Mensa vor ihren Laptops und Ordnern oder gönnen sich ein Getränk. Die Glocke läutet wie immer pünktlich zur grossen Pause. Einrichtungen und Gegenstände, die auf die spezielle Situation hinweisen, sucht man vergebens.

Schulleitung trifft sich am Nachmittag

Hört man den Jugendlichen an den Tischen zu, bekommt man kaum etwas über das Coronavirus zu hören. Viel eher geht es um mühsame Lehrerinnen oder die Pläne für das kommende Wochenende.

Etwas mehr Anspannung ist hingegen bei der Schulleitung und dem Verantwortlichen des Hausdienstes zu spüren. Erich Wigger, Leiter der zentralen Dienste, verzichtet bewusst auf den üblichen Handschlag, als wir ihn treffen, um ein paar Fragen zum weiteren Vorgehen der Verantwortlichen zu stellen.

«Wenn es uns nimmt, dann hat es uns halt und wir bleiben zu Hause.»

Eine Gruppe 6.-Klässlerinnen

Viel kann Wigger jedoch nicht sagen. Er verweist auf den Kanton, der um 14 Uhr an einer Medienkonferenz informiert. Für den Donnerstagnachmittag sei zudem eine ausserordentliche Sitzung mit der Schulleitung anberaumt, wo das weitere Vorgehen besprochen werde.

Freundlich, aber bestimmt weist uns Wigger zum Schluss darauf hin, dass wir keine Fotos auf dem Schulgelände machen dürfen. Ebenso sei es untersagt, Schülerinnen zur aktuellen Situation zu befragen.

Schülerinnen nehmen es gelassen

Eine Anspannung, die den Jugendlichen selber offenbar fern liegt. Eine Gruppe Maturandinnen erzählt uns ausserhalb des Schulgeländes, wie sie die ersten zwei Unterrichtsstunden am Donnerstag erlebt haben. «Eigentlich war es nicht anders als sonst. Bei unserer Klasse wird es wahrscheinlich auch keinen Unterrichtsausfall geben», sagen sie unisono. Angst hätten sie keine. «Wir sind ja noch jung und vor allem gesund.» Generell sind sie der Meinung, dass die ganze Situation von den Medien etwas aufgepeitscht werde.

Einer anderen Gruppe von Schülerinnen ist aufgefallen, dass auf dem Monitor, wo die ausfallenden Lektionen und Stundenverschiebungen angezeigt werden, mehr los sei als an anderen Tagen, was wohl mit dem Coronavirus zu tun habe. Sie selber nehmen es aber «easy», so die 6.-Klässlerinnen. «Wenn es uns nimmt, dann hat es uns halt und wir bleiben zu Hause, bis wir wieder gesund sind», sagen sie lachend. Dass das Virus für ältere Menschen gefährlich sein könnte, sei ihnen aber bewusst.

Mit diesem Aushang werden die Mitarbeiter und Schülerinnen an allen Eingängen über die aktuelle Situation informiert.

«Seifenspender sind oft leer»

«Es fällt auf, dass Schüler rasch nach Hause geschickt werden, wenn sie Grippesymptome zeigen», erzählen Tabea Hofstetter und Tayo Zurfluh, die beide die dritte Klasse besuchen. Die Lehrer seien zudem bemüht, zu beschwichtigen. «Unsere Biologielehrerin hat uns soeben aus fachlicher Sicht erklärt, dass das Virus für uns nicht speziell gefährlich ist», sagt Tabea Hofstetter.

Tayo Zurfluh will festgestellt haben, dass bei den Toiletten in den letzten Tagen oft die Seifenspender leer seien, was normalerweise selten der Fall sei. Und auch bei der einzigen Desinfektionsanlage in der Mensa gebe es regelmässig keine Flüssigkeit mehr. «Das ist für mich ein Hinweis darauf, dass die Schüler die Hygiene ernst nehmen», zeigt er sich gelassen.

Laut Auskunft einiger Schülerinnen gibt es momentan nur diese Desinfektionsstation in der Mensa.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

Dieser Artikel hat uns über 450 Franken gekostet. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

3 Kommentare
  1. Mrsic, 09.03.2020, 01:53 Uhr

    Mann sol die lage ernst nehmen.jezt ist es schon vor unsere haustür der virus,was machen nur die politiker nur 1std reden und nichs.geschid die solen nicht nur die alten leute beschützen auch junge kinder schwangere,es his ja vom herr koch das die omas nicht mer die enkelkinder hüten sollen da die gefar ist sich anzustecken .da ja die kinder zur schuhlle gehn und sich vom kspändli anstecken.was macht herr koch für die kinder die zu schuhlle gehn und ein hohes gesundheit risiko auf sich nemen sich ansteken zu könenn,und später die ganze famielie mus drunder leiden.mach die schuhllen zu für weiteres um schutz für unsere kinder fanielie kl babys die angestäkt könen werden.man solte schon for 3 wochen die grenze schlisen dan were es nicht nach schweiz gekommen

  2. Meier ,K, 06.03.2020, 11:41 Uhr

    Leute die das Gefühl haben nach Italien weiterhin zu Reisen zurückkommen wie das Mädchen und dessen Eltern, oder das Ehepaar Basel, müssen Verantwortung tragen und Bussen bis 2000 Fr Zahlen,
    auch muss die Grenze Tessin und zur Deutschweiz besser überwacht werden der Kantöndligesit Aufheben, Herr Berset soll das Amt jemandem übergen wo der Sache gewachsen ist, ja die Kantone , die Kantone, keine Panik, geht nur Tanzen in volle Discos, oder Einkaufscenter macht nüt, der ist auch krank nur anders.

  3. Müller, 06.03.2020, 07:33 Uhr

    Eine Unverantwortung ist das,,, die Schule muss für 1 Monat zugemacht werden, das Mädchen kann weis wo gewesen sein Mensa, Jungs Geküsst haben,, und nehmt den virus endlich Ernst, hört endlich auf,, euch gegenseitig abzulecken,, Hände zu geben, die Seifenspender sind nur deshalb Leer weil damit Gespielt wird, mein Sohn hat mir genug erzählt, von der schule 30 sind es in einer Kl, aneinander, was soll das, Hätte Herr Berset von Anfang Reagiert wäre es nicht so schlimm, und das man alles auf die Kantone abwälzt zeigt ja die Inkompetenz des Herr Berset.

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF