Corona-Fälle bei Cup-Gegner – die Zuger bleiben locker
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Langenthals Tyler Higgins geht vor seinem Torhüter Pascal Caminada auf Tuchfühlung mit EVZ-Stürmer Carl Klingberg. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Gesundheitliches Nachspiel des EVZ-Debakels Corona-Fälle bei Cup-Gegner – die Zuger bleiben locker

3 min Lesezeit 29.10.2020, 17:50 Uhr

Die Meldung der Liga am Mittwochabend liess aufhorchen: Drei Spieler des SC Langenthal sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die ganze Mannschaft musste in Quarantäne. Der SC Langenthal hatte den EV Zug noch am Sonntag aus dem Cup geworfen.

Gibt es die Ansteckungskette Visp, Olten, Langenthal – und jetzt auch noch Zug als jüngstes Glied? Das ist eine Frage, die EVZ-Sportchef Reto Kläy auch schon durch den Kopf gegangen ist. Gab es überhaupt eine Übertragung von Corona im Spiel zwischen diesen Mannschaften?

Eine klare Antwort auf diese Fragen kann wohl niemand geben. Die Spieler aus allen Landesteilen der Schweiz können sich auch im Ausgang, in der Freizeit oder in der eigenen Familie angesteckt haben.

Deshalb ist beim EV Zug nach dem Bekanntwerden der drei Coronafälle bei Cupgegner Langenthal kein Alarmismus in Gang gesetzt worden. Die Zuger mussten am Donnerstag nicht in corpore zum Coronatest. «Das würde bloss Geld kosten und bringt nichts. Das Virus braucht eine gewisse Inkubationszeit, bis sich Symptome zeigen können», begründet Reto Kläy.

Alle EVZ-Spieler im Training

Am Donnerstagmorgen sind alle EVZ-Spieler im Training erschienen. Im Hinblick auf das Heimspiel gegen die SCL Tigers, das am Freitag vor nur noch 50 Zuschauern stattfinden muss (zentralplus berichtete), ist das ein gutes Zeichen.

«Verspürt jemand bloss ein Symptom, bleibt er zu Hause und lässt sich testen.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Schliesslich sind alle Team- und Staffmitglieder darauf sensibilisiert worden, wie sie mit einem Auftreten von Coronasymptomen umgehen müssen. Kläy zum Vorgehen: «Verspürt jemand bloss ein Symptom, bleibt er zu Hause und lässt sich testen. Dann wartet er in den eigenen vier Wänden das Ergebnis ab. Ist es positiv, informieren wir den Kantonsarzt.»

Wie Genoni damit umgeht

Der EV Zug ist bis jetzt mit seinen Mannschaften in der National als auch der Swiss League bis dato ohne positiven Coronafall durch die Meisterschaft gekommen. «Alle Spieler wissen, wie sie sich mit richtigem Verhalten vor einer Coronaansteckung schützen können. Und trotzdem gibt es keine hundertprozentige Sicherheit», gibt Kläy zu bedenken.

«Am Montag habe ich noch mit Pascal Caminada telefoniert. Da tönte er noch gut.»

EVZ-Torhüter Leonardo Genoni

Aber was geht einem Spieler durch den Kopf, wenn er von Ansteckungen bei einem Team erfährt, gegen das er erst vor wenigen Tagen gespielt hat?

Der 33-jährige Zug-Goalie Leonardo Genoni sagt: «Wenn man anfängt, der Angst vor einer Coronaansteckung Platz einzuräumen, ist das keine gute Sache.» Sie wüssten alle, wie sie sich richtig zu verhalten haben, deshalb «habe ich mir keinen Kopf gemacht wegen der Meldung aus Langenthal».

Schon mal in einer ähnlichen Situation

Beim EVZ haben sie insofern den Vorteil, dass sie sich in dieser noch jungen Saison schon einmal in einer ungewissen Situation befanden. Nach dem 3:2-Sieg im zweiten Saisonspiel in Lugano wurden die Tessiner kurze Zeit darauf wegen Corona in Quarantäne geschickt.

«Am Montag habe ich noch mit Pascal Caminada telefoniert. Da tönte er noch gut», erzählt Leonardo Genoni. Caminada ist Torhüter der Langenthaler und war zwischen 2017 und 2019 die Nummer 2 in Bern hinter dem fünffachen Meistergoalie.

Zwar haben die Zuger gegen die Oberaargauer einen schmerzhaften Tiefschlag mit dem Ausscheiden im Cup einstecken müssen. Aber vielleicht hatten sie so etwas wie gesundheitliches Glück im sportlichen Unglück.

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