Corona: Das diesjährige B-Sides Luzern wird anders, kleiner und länger
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Ganz so dicht dürfte das Publikum an der 16. Ausgabe des B-Sides kaum stehen. (Bild: zvg)

Bereits im Mai gehts los Corona: Das diesjährige B-Sides Luzern wird anders, kleiner und länger

5 min Lesezeit 09.03.2021, 05:00 Uhr

Mit «sanfter Vorfreude und viel Zuversicht» präsentiert B-Sides das diesjährige Festival-Programm auf dem Sonnenberg. Es wird vom 16. bis 19. Juni über die Bühne gehen. Doch bereits im Mai sind Veranstaltungen in Kriens, Luzern und im Toggenburg geplant.

«Wie kann im Sommer 2021 ein Festival stattfinden? Das beschäftigt nicht nur Bundesbern, sondern seit vielen Monaten auch die betroffenen Veranstalter und Veranstalterinnen. Darauf weiss noch niemand eine sichere Antwort», schreiben die Macher des B-Sides Festivals in einer Mitteilung. Dennoch seien sie zuversichtlich, dass das Open Air dieses Jahr stattfinden kann. Grund für die Zuversicht? Ein an die Pandemie adaptiertes Format. «Es darf davon ausgegangen werden, dass es in dieser Form über die Bühne gehen kann», heisst es in der Mitteilung.

Doch was muss man sich darunter vorstellen? Auf dem Programm stehen insgesamt 15 Konzerte über vier Tage verteilt sowie ein Familien- und Rahmenprogramm. Pro Tag sollen 900 Besucherinnen Zutritt bekommen, diese werden in drei Sektoren à je 300 Personen Platz finden. «Damit soll nicht nur ein entdeckungsreiches Festivalerlebnis geboten, sondern auch eine sichere Umgebung für alle Beteiligten gewährleistet werden», führen die B-Sides-Organisatoren aus. Sollten es die Bestimmungen im Juni zulassen, würden die Sektoren voraussichtlich aufgehoben.

«Wie klein kann ein Festival werden, damit es sich finanziell und vom Aufwand her noch lohnt?»

Dominik Unternährer, Mediensprecher B-Sides

Die Planung des diesjährigen Festivals sei herausfordernd gewesen, erklärt Dominik Unternährer, Kommunikationsverantwortlicher des B-Sides: «Normalerweise haben wir für die Planung eines Festivals zehn Monate Zeit. Weil sich in diesem Jahr die äusseren Begebenheiten sehr schnell verändern können, haben wir versucht, von Anfang an ein Format zu konzipieren, das dennoch mit hoher Wahrscheinlichkeit durchgeführt werden kann.»

Die grosse Frage dabei: «Wie klein kann ein Festival werden, damit es sich finanziell und vom Aufwand her noch lohnt?», beschreibt Unternährer die Herausforderung. Im geplanten Format glaubt der Verein die Lösung für dieses Dilemma gefunden zu haben.

Unternährer weiter: «Wir denken, dass das Format in sich stimmig ist und neugierig macht. Die Sektoren erhöhen ausserdem die Chancen, dass wir am Geplanten festhalten können.»

Wie sieht das weitere Sicherheitskonzept aus? «Wir haben klare Ideen und wissen, wie wir unser Festivalgelände zu einer sicheren Umgebung machen können. Gleichzeitig müssen wir abwarten, was überhaupt die geltenden Massnahmen im Juni sein werden.» Doch gehe man, stand heute, beispielsweise davon aus, dass am Event eine Maskenpflicht gilt. «Die Abstände können eingehalten werden. Das Ticketsystem ermöglicht ausserdem ein Contact Tracing», so Unternährer.

Viele Musiker holen ihren Auftritt nach

Am B-Sides Festival zu Gast sind zahlreiche Bands und Musikerinnen, welche den Sonnenberg bereits vor einem Jahr hätten bespielen sollen. Kush K zum Beispiel, deren Album «Lotophagi» soeben zum «IndieSuisse Album of the Year» gewählt wurde. Auch One Sentence.Supervisor, Blind Butcher und Blind Boy de Vita treten gemäss Planung auf. Mit vierarmiger Unterstützung an den Drums sollen Peter Kernel am B-Sides ihre 15-jährige Bandgeschichte feiern.

Auch ausländische Künstler sollen auftreten. Etwa Mavi Phoenix aus Österreich. Zum Line-up gehören ausserdem der Rapper Tommy Vercetti sowie die Westschweizer Rapperinnen La Gale und KT Gorique. «Mit Spannung erwartet werden darf auch der Auftritt von Laurin Buser und Fatima Moumouni, die 2019 die deutschsprachigen Poetry-Slam-Team-Meisterschaften gewannen und spätestens beim Virus Bounce Cyper im vergangenen Jahr bewiesen, dass sie auch zu Beats gut reimen können», so das B-Sides-Team. Mit Amami und Bandit Voyage erwarte das Publikum zwei weitere Duos, beide stammen aus Genf.

Zum Festivalauftakt am Mittwoch gastiere das Projekt «D’jakalo» auf dem Sonnenberg, bei dem sich Profis aus der Kreativszene und Bewohner aus Luzern mit Migrationshintergrund für musikalische und tänzerische Experimente treffen. Das Projekt wird von Manon Fantini kuratiert und zusammen mit dem Südpol realisiert. Das Mittwochsprogramm werde im Verlauf der nächsten Wochen komplettiert. So viel sei allerdings vorweggenommen: «Die noch nicht bestätigten Acts dürften für viel Begeisterung sorgen.»

B-Sides auch am Talboden

Zum Auftakt der einleitenden Veranstaltungsreihe präsentiert das B-Sides Festival am 13. und 14. Mai gemeinsam mit dem Südpol zwei Konzerte in der Pfarrei Bruder Klaus in Kriens: Zu Gast sind die deutsch-bulgarische Sängerin und Komponistin Lisa Morgenstern mit dem Luzerner Duo Jon Hood am Donnerstag sowie der soeben mit dem Artist Award der «Swiss Music Awards» ausgezeichnete Trummer am Freitag. Lisa Morgenstern und Jon Hood residieren davor im Südpol und erarbeiten eine gemeinsame Show.

Vom 21. bis am 24. Mai ist B-Sides zu Gast bei Klangwelt Toggenburg und präsentiert mit Simone Felber und Simone Aubert (Tout Bleu, Hyperculte) ein weiteres Residenz-Projekt. Am 29. Mai folgt gemäss den Organisatorinnen ein letztes Warm-up: Gemeinsam mit Radio 3Fach wird ein Konzert an der Volière veranstaltet. Das Luzerner Kultur- und Ausbildungsradio begleite das Festival zudem mit zwei Talks zum Thema Inklusion.

Buntes für die Kleinsten

Das Familienprogramm am Samstagnachmittag werde bunt wie gewohnt. Gross und Klein erwarten Auftritte von Triplette, Robot und El Ritschi, ein Klang- und Kunstparcours von Simon Wunderlin und Anina Gruhn (Museum im Bellpark) sowie Workshops von und mit Radio 3Fach, Tschuttiheftli, Curaprox und Buttomat. Bereits am Mittwochnachmittag soll im Bellpark für Familien ein Programm mit Cello Inferno stattfinden.

Tickets und Vorverkauf

Tickets werden ausschliesslich via Petzi verkauft. «Käufer können einen Sektor auswählen und haben die Möglichkeit, bis zu vier Tickets pro Abend zu erwerben», so die Organisatoren. Tickets für die Konzerte in der Pfarrei Bruder Klaus würden erst in den Vorverkauf gelangen, wenn klar sei, wie viele Personen zugelassen seien. «Sollte das Festival abgesagt werden müssen, werden alle Tickets zurückerstattet. Mehrtagespässe werden nicht angeboten.»

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