Corona bringt Beizen in der Region zum Umdenken
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Plastikfreunde sind begeistert: An immer mehr Orten kann man, auch dank Corona, mit Karte bezahlen. (Bild: Adobe Stock)

Karte statt Bargeld Corona bringt Beizen in der Region zum Umdenken

3 min Lesezeit 15.08.2020, 12:00 Uhr

Das Bier will bezahlt werden, doch hats weder Münz noch Noten im Portemonnaie. Kartenzahlung? Fehlanzeige. Ein Problem, das in Luzern und Zug immer seltener wird. Selbst standhafte Bargeld-Verfechter haben in den letzten Monaten eingelenkt.

Es hat sich ausgeklimpert. Nicht nur bei Migros und Coop wird seit Corona deutlich häufiger mit Karte bezahlt. Auch das KKL Luzern hat kürzlich entschieden, dem Geldpapierkrieg ein Ende zu setzen. Seit anfangs August läuft alles nur noch mit Karte. Restaurants, Ticketing und Konzertbar, alles wird bargeldlos. Das KKL wolle damit für mehr Sicherheit sorgen (zentralplus berichtete).

«Erreger, die über Oberflächen übertragen werden, können sich durch Bargeld verbreiten und Krankheiten auslösen», schrieb das Kongress- und Konzerthaus (KKL) in einer Mitteilung. «Elektronische Terminals können regelmässig gereinigt werden, was bei Bargeld nicht möglich ist.»

Auch für die Gäste sei das neue bargeldlose Konzept sicherer, sind die Verantwortlichen überzeugt. Denn damit soll verhindert werden, dass Gäste grosse Bargeldbeträge mit sich führen.

Ältere Gäste fürchten, mehr bezahlen zu müssen

Die KKL-Kommunikationsverantwortliche Raffaela Brunner sagt auf Anfrage, dass es betreffend der Neuerung vereinzelt kritische Stimmen gegeben habe. «Teilweise meinen gerade ältere Kunden, dass sie bei Kartenzahlung einen höheren Preis zahlen. Dem ist selbstverständlich nicht so.»

Brunner ergänzt: «Gerade in der wohl noch lange andauernden Corona-Pandemiezeit sind wir weiterhin überzeugt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die der Sicherheit unserer Kunden und Mitarbeitenden zugutekommen.»

Schneller, bequemer, sauberer

Der Fokus auf bargeldloses Zahlen hat nicht nur mit Corona zu tun, wie das Beispiel «Freiruum» zeigt. In der Zuger Zwischennutzung, die letzten August ins Leben gerufen wurde, ist seit der Eröffnung ausschliesslich Kartenzahlung möglich.

Der Hauptgrund ist gemäss den Betreibern, dass es schneller und bequemer sei. Doch auch Hygiene-Gründe sprachen dafür, dass man in der Markthalle, wo viel Kontakt mit Nahrungsmitteln stattfindet, nur mit Karte bezahlen kann.

Der «Freiruum» als Pionier

Auch im «Freiruum» habe man anfangs negative Rückmeldungen erhalten, sagt die Medienverantwortliche Kim Grenacher. «Einige Wochen nach Eröffnung war es eigentlich kein Thema mehr.» Nun, da wegen Covid-19 viele Betriebe auf «Cashless» umsteigen, freuen sich die «Freiruum»-Verantwortlichen, «dass wir etwas Pionierarbeit leisten konnten».

Die Zwischennutzung «Freiruum» in Zug. Hier kann nur mit Karte bezahlt werden.

Selbst Badi-Betriebe sind wachsamer geworden. Die Badi Hirsgarten in Cham etwa ist diesen Sommer auf den Zug aufgesprungen und ermöglicht Kartenzahlung.

Noch immer gibt es etwa in der Stadt Luzern kleinere Beizen, in denen die Rechnung fürs Kafi einzig mit Barem beglichen werden kann. Doch auch dort hat das Coronavirus teilweise ein Umdenken gebracht.

Langjährige Praxis wird hinterfragt

So etwa in der Cafe-Bar Lokal, wenn auch die Veränderung eine sanfte ist. «Bisher konnten Gäste nur bar zahlen, wegen Corona haben wir ausserdem Twint-Zahlung eingeführt», sagt die Geschäftsführerin Sara Glatthard gegenüber zentralplus. Ein Angebot, das rege genutzt werde.

Sie ergänzt: «Wir haben hier so kleine Beträge, dass es sich einfach nicht gelohnt hat in der Vergangenheit. Doch ist es gut möglich, dass wir das bald ändern. Wir haben gemerkt, dass es im Jahr 2020 fast nicht mehr ohne Kartenzahlung geht. Hin und wieder kam es vor, dass Leute die Cafe-Bar verliessen, weil sie hier nur bar zahlen konnten.» Dies, obwohl nur 50 Meter vom Lokal entfernt ein Bancomat steht.

In der Café-Bar Salü hingegen gilt bis heute das Motto: Nur Bares ist Wahres. Den Grund dafür erfährt die Autorin nicht. Eine telefonische Nachfrage wird sofort abgeklemmt, da man viel zu viel zu tun habe. Man möge es doch in drei Wochen wieder probieren.

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In der Cafe-Bar Lokal können die Kunden seit kurzem mit Twint bezahlen.

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