Regionales Leben

Feiern haben ein Nachspiel
Corona-Ausbrüche an Luzerner und Zuger Silvesterpartys

  • Lesezeit: 4 min
  • Kommentare: 10
Feiern, tanzen, flirten – doch was,  wenn jemand ein «Nein» nicht akzeptiert? (Bild: Adobe Stock)
  • Regionales Leben
  • Corona
Das neue Jahr beginnt für viele mit Partygängerinnen mit einem positiven Coronatest. (Bild: Adobe Stock)

An Silvesterpartys in Zug und Luzern ist es zu Corona-Ansteckungen gekommen. Doch um wie viele Fälle es sich handelt, weiss das Contact Tracing nicht. Die Dunkelziffer dürfte also hoch sein.

Was im Vorfeld zu befürchten war, bestätigt sich jetzt: An verschiedenen Partys in Luzern und Zug ist es an Silvester zu Corona-Ansteckungen gekommen. Trotz rigidem Schutzkonzept mit 2G-plus liess es sich offensichtlich nicht verhindern, dass positiv getestete Personen an den Feiern teilnahmen.

In Luzern fand an Silvester im Bourbaki eine Party mit mehreren Hundert Gästen statt. Auch wenn im Bourbaki viel Platz vorhanden ist – das Ansteckungsrisiko war bei dieser Ausgangslage enorm. Viele Partygäste dürften am Mittwochnachmittag einmal leer geschluckt haben, als sie auf ihr Handy blickten. Dort erschien eine SMS des Luzerner Kantonsarzts, welche zentralplus vorliegt.

Darin stand: «Am 31.12.2021 befanden sich im Bourbaki mehrere auf Corona positiv getestete Personen. Sie waren im selben Zeitraum dort. Wir empfehlen Ihnen, sich sofort testen zu lassen, auch wenn Sie geimpft oder genesen sind.»

Contact Tracing hat keine Übersicht

Unklar ist jedoch, wie viele Personen mit Corona an der Party teilgenommen haben. Der Veranstalter gibt dazu keine Auskunft. Und David Dürr, Leiter der Dienststelle Gesundheit und Sport, sagt: «Wir führen grundsätzlich keine Statistik, wie viele Ansteckungen in welchen Clubs erfolgen.»

Trotz Anwesenheitsliste sei es für das Contact Tracing nicht möglich, die Ansteckungen zurückzuverfolgen: «Wir können das leider nicht verlässlich nachvollziehen, da wir uns auf die Vermutungen betreffend Ansteckungsort wie auch auf die Aussagen betreffend Kontaktpersonen der Indexpersonen stützen müssen.»

Einweihungsfeier in Baar wird überschattet

Dieselbe Situation liegt in Zug vor. Von Leserinnen ist zentralplus über mögliche Ansteckungen an der Eröffnungsfeier des «Elefant» in Baar an Silvester informiert worden (zentralplus berichtete). Die Verantwortlichen stellen jedoch infrage, dass es an der Feier zu Ansteckungen gekommen ist. Zwar seien diese Woche mehrere Gäste der Feier positiv auf Corona getestet worden, doch: «Es lässt sich nicht sagen, ob die Personen, die zum jetzigen Zeitpunkt einen positiven PCR-Test erhalten haben, sich an diesem Abend angesteckt haben.»

Falls es tatsächlich zu Ansteckungen gekommen ist, wird es nicht am Schutzkonzept gelegen haben. Dieses haben die Verantwortlichen strenger ausgelegt als vom Bund vorgegeben. So mussten sämtliche Gäste nebst Zertifikat ein negatives Testergebnis vorweisen. Es sei denn, sie sind seit Dezember geboostert oder genesen. Gemäss Corona-Vorschriften des Bundes sind alle Personen von der Testpflicht ausgenommen, bei denen die Boosterimpfung oder die Corona-Erkrankung maximal vier Monate und nicht wie im «Elefant» nur ein Monat zurückliegt.

Auch das Zuger Contact Tracing ist nicht in der Lage, die Anzahl der Ansteckungen im «Elefant» zu überprüfen. Dies liegt an den hohen Fallzahlen: «Dies macht die genaue Eruierung des Ansteckungsorts sehr schwer bis unmöglich, wenngleich aufgrund des zeitlichen Verlaufs Ansteckungen an Silvester anzunehmen sind», sagt Kantonsarzt Rudolf Hauri auf Anfrage.

Wieso gab es kein Partyverbot?

Sowohl in Zug als auch in Luzern ist es an Silvester in Clubs und Bars zu Corona-Ansteckungen gekommen. Wie viele es waren, lässt sich aber unmöglich sagen. Daher stellt sich rückblickend die Frage, ob es nicht schlauer gewesen wäre, Silvesterpartys ganz zu verbieten.

David Dürr vom Gesundheitsdepartement Luzern wiederholt auf diese Frage die Parolen von Gesundheitsdirektor Guido Graf. Dieser hatte sich vor Silvester deutlich für verschärfte Massnahmen auf nationaler Ebene ausgesprochen (zentralplus berichtete): «Wir wollen einen kantonalen Flickenteppich möglichst vermeiden und halten uns daher an die Massnahmen des Bundes», sagt Dürr. «Es ist zudem anzunehmen, dass es durchaus Luzernerinnen und Luzerner gibt, die im Falle eines kantonalen Verbots im Kanton Luzern auf Partys in anderen Kantonen, zum Beispiel in Zürich, ausgewichen wären.»

Ähnlich sieht es auch das Luzerner «Kultz»-Magazin, das die Party im Bourbaki veranstaltet hat: «Ob Partys in dieser pandemischen Lage noch zu verantworten sind, darüber muss nun die Politik entscheiden.» Sie hätten sich auf jeden Fall strikt an die Vorgaben des Bundes gehalten und das 2G-plus Reglement konsequent umgesetzt. Einen seriösen Schutz vor Ansteckungen bietet dieses aber offenbar nicht, wie sich an Silvester gezeigt hat.

Du bist noch kein Möglichmacher? Als Möglichmacherin kannst Du zentralplus unterstützen. Mehr erfahren.

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

10 Kommentare
  1. Karl, 08.01.2022, 10:42 Uhr

    Partygänger die sich in Discos, Bars anstecken für 10 Tage in Quarantäne inkl Lohnausfall

    0 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 2 👎 Daumen runter
    1. Remo, 09.01.2022, 17:10 Uhr

      Da müsste man höchstens diejenigen bestrafen, die das bewilligt haben.

      0 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 2 👎 Daumen runter
  2. Hegard, 07.01.2022, 12:11 Uhr

    Sehr frühes Erkenntniss der Pandemie Führung.
    Das es der Virus bei Massen veranstaltungen Grassiert ist eigentlich nur logisch nur nicht bei den Politiker,die das noch fördern.
    Draurig genug ist,das immer mehr von den denunzierten Schwurbler? sich bestätigt. Was jetzt die Frage aufwirft,wer die Schwurbler sind.
    Das zur freien direkten Demokratie.

    2 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 2 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
  3. Roli Greter, 06.01.2022, 21:28 Uhr

    Ist doch super was gerade passiert; die Infektionszahlen steigen bei sinkenden Spitaleintritten. Genau das ist das Ziel von Viren; den Wirt überleben lassen um sich so möglichst weit zu verbreiten.

    Mit 3G, 2G oder 1G kann man getrost aufhören. Mittlerweile sollte das überall in den Köpfen angekommen sein. Sogenannte «Risikos» bleiben solchen Veranstaltungen sowieso fern…

    1 👍 Gefällt mir 1 👏 Applaus 1 🤔 Nachdenklich 1 👎 Daumen runter
    1. Karl-Heinz Rubin, 07.01.2022, 11:42 Uhr

      Wünsche noch ein spannendes neues Jahr Herr Greter.
      Mögen alles Ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

      1 👍 Gefällt mir 1 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
      1. Roli Greter, 07.01.2022, 17:42 Uhr

        Ebenso Herr Rubin, mögen Ihre Träume Wirklichkeit werden.

        1 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
  4. Karl, 06.01.2022, 20:57 Uhr

    Lauter unfähige Leute

    1 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 1 🤔 Nachdenklich 1 👎 Daumen runter
  5. Marc, 06.01.2022, 18:22 Uhr

    Weder Kantone noch Bund scheinen in irgendeiner Weise lernfähig zu sein. Clubs und Bars hätten längst geschlossen werden müssen. Aber ja, hegen und pflegen wir die Pandemie halt noch ein paar Jahre…

    3 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 5 👎 Daumen runter
    1. Manuel Schaub, 06.01.2022, 21:49 Uhr

      Hegen und pflegen wir den Lockdown, Pandemie gäbe es trotzdem.
      Humanoide Allmachtsfantasien, homo deus lässt grüssen.

      4 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 1 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter
    2. Remo, 09.01.2022, 17:09 Uhr

      Relevant sind die Plätze auf der IPS. Der Rest ist egal. Null Covid wird es in Mitteleuropa nicht geben.

      1 👍 Gefällt mir 0 👏 Applaus 0 🤔 Nachdenklich 0 👎 Daumen runter

Mach jetzt zentralplus möglich

Unterstütze mit einem freiwilligen Abo

Schon über 530 Personen stehen ein für Medienvielfalt in der Zentralschweiz. Denn guter Lokaljournalismus kostet Geld. Mit deinem freiwilligen Abo machst du zentralplus möglich. Wir sagen danke. Hier mehr erfahren

×
×
jährlich monatlich
Du machst es möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglich
  • Du wirst klüger und glücklich (ohne Garantie)
CHF5.00 / Monat
zentralplus unterstützen
Du machst es möglicher
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglicher
  • Du wirst klüger und glücklicher (ziemlich sicher)
CHF15.00 / Monat
zentralplus unterstützen
Du machst das Unmögliche möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du kannst an einer Redaktionssitzung teilnehmen
  • Du machst das Unmögliche möglich
  • Du wirst klüger und noch glücklicher (sicher)
  • Du machst uns sehr glücklich
CHF30.00 / Monat
zentralplus unterstützen
Du machst es möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglich
  • Du wirst klüger und glücklich (ohne Garantie)
CHF5.00 / Monat
CHF60.00 / Jahr
zentralplus unterstützen
Du machst es möglicher
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du machst zentralplus möglicher
  • Du wirst klüger und glücklicher (ziemlich sicher)
CHF15.00 / Monat
CHF180.00 / Jahr
zentralplus unterstützen
Du machst das Unmögliche möglich
  • Zugriff auf alle Inhalte von zentralplus
  • Reiche Deine Ideen ein und bestimme monatlich mit, über welches Thema wir einen Artikel verfassen
  • Bewerten von Nutzerkommentaren
  • Täglicher und / oder wöchentlicher Newsletter
  • Du kannst an einer Redaktionssitzung teilnehmen
  • Du machst das Unmögliche möglich
  • Du wirst klüger und noch glücklicher (sicher)
  • Du machst uns sehr glücklich
CHF30.00 / Monat
CHF360.00 / Jahr
zentralplus unterstützen