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Container statt Hopfenkranz: Beizerpaar zieht’s an den Stadtrand
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Luigina und Moritz Stiefel in ihrer «Sommerresidenz», dem Container 1313. (Bild: jal)

Luzerner Lindenstrasse mit prominentem Sommergast Container statt Hopfenkranz: Beizerpaar zieht’s an den Stadtrand

4 min Lesezeit 07.06.2018, 16:21 Uhr

Die Lindenstrasse in Luzern wird diesen Sommer neu belebt. Moritz und Luigina Stiefel vom Restaurant Hopfenkranz eröffnen am Wochenende im Container 13 einen Pop-up-Betrieb – mit Fussball, «Ghetto-Food» und einer alten Idee. Dass der Ort abseits der städtischen Ausgehmeilen liegt, erachten die beiden nicht als Gefahr, im Gegenteil.

Während viele in den Betriebsferien wohlverdient ihre Beine am Strand ausstrecken, stemmen Luigina und Moritz Stiefel kurzerhand ein neues Projekt. Das Inhaberpaar des Restaurants Hopfenkranz in Luzern haucht diesen Sommer dem Container 13 neues Leben ein.

Der rostfarbene Bau an der Lindenstrasse gehört der Sinnvoll Gastro AG, die in Luzern das Grottino 1313 und das Gartenhaus 1313 betreibt. Ab diesem Wochenende wird aus dem Container «Stiefels Sommer Pop Up». 

Ein Labor für Experimente

«Ich war letztes Jahr bereits auf der Suche nach einer Sommer-Location», sagt Moritz Stiefel. Denn den Hopfenkranz schliessen die beiden über die Sommerferien, an der Zürichstrasse liegt der Fokus von September bis Juni. «Wir suchten einen Ort, an dem wir auch mal andere Sachen ausprobieren können», ergänzt Luigina.

«Ich dachte: wow, traumhaft. Solche Sachen sieht man sonst nur in Zürich.»

Moritz Stiefel

Im Gespräch mit Heiri Michel, einem Freund und Mitbegründer von Sinnvoll Gastro, entstand die Idee, den Container 13 zu übernehmen. «Ich dachte: wow, traumhaft. Solche Sachen sieht man sonst nur in Zürich, etwa Gerolds Garten», sagt Moritz Stiefel, dessen gastronomische Reise unter anderem über das Casino Zug und den Gütsch führte.

Etwas anderes machen, das heisst: «Es wird keine Gourmetküche geben», sagt Moritz Stiefel, sondern «Ghetto-Food». So hat er zum Beispiel einen «Hot Duck» kreiert, für den ein befreundeter Metzger eine Entenwurst herstellt. Zudem gibt es Burger, Würste, Tacos, Salate. «Alles hausgemacht und von guter Qualität, aber zu moderaten Preisen.» Produziert wird im Hopfenkranz, angerichtet im Container.

Wieso der Stadtrand Chancen bietet

Am Mittwochnachmittag ist von der bevorstehenden Eröffnung indes noch nicht allzu viel zu sehen. Noch fehlen das Mobiliar, die Anlagen, die Getränke, doch der Schlussspurt ist in vollem Gange.

Dass das Lokal nicht im Zentrum liegt, sehen die beiden auch als Vorteil. «Nicht jeder findet es cool, während der WM oder dem Blue Balls den Abend mit Tausenden Leuten in der Stadt zu verbringen», sagt Luigina Stiefel. Für genau jene will man eine Alternative bieten. Aber nicht nur: «Emmenbrücke und Littau bilden ein riesiges Einzugsgebiet, das vergisst man oft.»

«Wir glauben an dieses Quartier, es hat viel Charme.»

Luigina Stiefel

Natürlich ist ihnen bewusst, dass es kaum Laufkundschaft gibt. Die Luzerner an die Lindenstrasse zu locken, sei letztlich aber auch eine Frage der Kommunikation. «Und so weit weg von der Stadt ist es ja nicht. Der Nordpol ist das beste Beispiel dafür, dass die Luzerner gerne auch einen etwas längeren Weg auf sich nehmen.»

Der Container 1313 am südlichen Ende der Lindenstrasse wird diesen Sommer zu neuem Leben erweckt.

Der Container 1313 am südlichen Ende der Lindenstrasse wird diesen Sommer zu neuem Leben erweckt.

(Bild: jal)

Die Lindenstrasse kennen die beiden seit Langem, auch wegen des Streetfood-Festivals, das in zwei Wochen wieder über die Bühne geht. Mit dem Pop-up-Lokal wollen sie zeigen, dass es sich nicht nur am «Streat» lohnt, den Ort zu besuchen. «Wir glauben an dieses Quartier, es hat viel Charme», sagt Luigina Stiefel.

Public Viewing, Pingpong und Pop-up-Dinner

Charme soll auch «Stiefels Sommer Pop Up» haben, die beiden wollen damit einen «Verweilort» kreieren. «Wo man mit Freunden zusammen ein Bier trinkt, die WM schaut oder eine Runde Pingpong spielt», sagt Luigina Stiefel. Entsprechend sieht das Programm aus. Im Juni und Juli wird Fussball gezeigt, dazu kommen Events wie ein Balkanfest oder Konzerte. Mitte Juli steht zudem ein Pop-up-Dinner an, wie die beiden eines auf die Beine stellten, bevor sie den Hopfenkranz übernahmen. Auch für Firmenanlässe seien bereits erste Anfragen eingegangen.

Geöffnet ist während der Fussballweltmeisterschaft täglich, jeweils ab Nachmittag bis Mitternacht. Anschliessend konzentrieren sich die beiden auf die Tage gegen das Wochenende hin. Bis Mitte Juli ist das Programm fix, was danach kommt, lassen die beiden bewusst noch offen. «Wir möchten zuerst einmal schauen, was die Bedürfnisse sind», sagt Luigina Stiefel. «Wenn jemand mit einer guten Idee auf uns zukommt, sind wir auf alle Fälle offen.»

Eine Pause gönnen sich Luigina und Moritz Stiefel dann übrigens doch noch. «Wir gehen anschliessend in die Ferien», sagt Luigina Stiefel, «wenn der Sommer im Container vorbei ist.»

Das Wahrzeichen des Containers, das Silo, ist bereits von der Hauptstrasse aus zu sehen.

Das Wahrzeichen des Containers, das Silo, ist bereits von der Hauptstrasse aus zu sehen.

(Bild: jal)

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