Comeback der Slam-Poeten – für einmal ohne Whisky
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Auch der kurze Regen lässt die Stimmung nicht trüben am Poetry-Slam. (Bild: veb)

Poetry-Slam im Luzerner Treibhaus Comeback der Slam-Poeten – für einmal ohne Whisky

3 min Lesezeit 24.07.2020, 11:00 Uhr

Sechs Slam-Poeten freuten sich über das Bühnen-Comeback im Treibhaus-Garten. Mit moderner Poesie und lyrischer Akrobatik begeisterten sie auf Einladung von Organisator Valerio Moser das Publikum.

Fünf Monate ist es her, seitdem die Slam-Poeten auf einer Bühne ihre Gedichte in Luzern zum Besten geben durften. Die Wiedersehensfreude der Wortakrobaten und der Besucher im Treibhaus war förmlich in der Luft zu spüren. Es wurde gelacht, geklatscht, getrunken und gespendet.

Zusammenarbeit geht weiter

Wer gerne noch einen gemeinsamen Event von Viva con Agua und der Treibhaus-Sommerbeiz erleben möchte, hat gleich diesen Samstag, 25. Juli, beim Openair Gelegenheit dazu! Musik geniessen und gleichzeitig Trinkwasserprojekte in Mozambique unterstützen.

Ein gelungener Abend, der alle auf ihre Kosten kommen liess. Die Dichter durften ihre Gedankenreisen mit einem aufgeweckten Publikum teilen, die Zuhörer stillten ihren Kulturhunger und Viva con Agua nahm Geldspenden für Wasserprojekte in Mozambique entgegen.

Kein Sieger – kein Whisky

Anders als bei einem herkömmlichen Poetry Slam ging es nicht um eine Flasche Whisky, Sieg und Ehre. Nacheinander kamen alle sechs Poeten in zwei Runden zur Sprache und teilten ihre besten Gedichte mit dem Publikum. Mit einem fröhlichen, wertschätzenden Applaus wurde das Mikrofon für die nächste Person freigegeben. Schon lange bevor der Event um 20 Uhr begann, sassen die Dichter in einer gemütlichen Runde zusammen und freuten sich über die Möglichkeit des Austauschs unter Gleichgesinnten. Nach und nach füllte sich der Innenhof und zahlreiche Zuhörer nahmen die Klappstühle vor der Pergola-Bühne ein.

Austausch in der Runde der Slam-Poeten; v.l.n.r. Sarah Altenaichinger, Jessica Brunner, Kilian Küttel, Mia Ackermann, Valerio Moser, Fredi Greub. (Bild: veb)

Poesie und Kochbücher?

Gastgeber Valerio Moser eröffnete die Lyrikrunde mit fragmentarischen Gedichten und Lockdown-Anekdoten. Mit Karikaturen von Hamsterkauf-Strategien und Wortspielen der «Rehgehegepflege» traf er den Nerv des Publikums und sorgte für eine ausgelassene Stimmung. Diese Stimmung konnte auch mit schwereren Themen nicht getrübt werden. Gespannt folgten die Zuhörer Jessica Brunners Erzählungen über die «20er – die schwerste Zeit des Lebens». Die Weichen des Lebens sollten gestellt werden und das ganze Erscheinungsbild der Heranwachsenden ist Fake! Das Einzige, was die Wahrheit sagt, sind Kochbücher, so Slam-Poet Kilian Küttel. Pragmatisch geben Rezepte Anleitung zur Reis- und Pouletzubereitung. Wenn doch alle Autoren so klar und ehrlich wären!

Valerio Moser eröffnet die Runde mit seinem Text «Rehgehegepflege». (Bild: veb)

Erfrischung anstatt Stimmungskiller

«Laut dem Wetter-Radar soll es nie geregnet haben!», verabschiedet Gastgeber Valerio Moser den leichten Sommerregen und das Publikum nahm die Wetterbeurteilung mit ausgelassenem Gelächter an. Einzelne Regenschirme schossen bei den ersten Tropfen in den Zuschauerreihen empor und verschwanden ebenso schnell wieder nach dem kurzen, erfrischenden Regenschauer. Niemand unter freiem Himmel schien sich gross an der nassen Abkühlung zu stören und brachte sich vor dem Nass in Sicherheit. Die volle Aufmerksamkeit galt den einzelnen Poeten und ihren Geschichten, die sie kunstvoll zu erzählen wussten. Zwölf Gedichte in zwei Stunden und dazu zwei Drinks. Und um 22 Uhr musste der Applaus aus Rücksicht auf die Anwohner auch schon wieder verstummen.

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