Coach Seoane: «Die Vision 21 zeigt die Wertschätzung für unsere Junioren»
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Trainer Gerardo Seoane gibt Anweisungen. (Bild: freshfocus/ Martin Meienberger)

FCL-U21 bald in gleicher Liga wie Kriens? Coach Seoane: «Die Vision 21 zeigt die Wertschätzung für unsere Junioren»

4 min Lesezeit 02.06.2017, 19:21 Uhr

Momentan steckt die U21 des FC Luzern in der Vorbereitung für das Rückspiel der ersten Aufstiegsspiele in die Promotion League. Das Hinspiel gegen Lancy endete am Donnerstag 0:0, alle Chancen sind somit intakt. zentralplus traf Trainer Gerardo Seoane und sprach mit ihm über die Saison, das Verhältnis der FCL-Trainer untereinander und seine Ambitionen.

Es war eine sehr erfolgreiche Saison für die zweite Mannschaft des FC Luzern. Viele junge Spieler wie Filip Ugrinic, Stefan Knezevic oder Idriz Voca haben den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. «Wir waren sehr erfolgreich, haben nach wenigen Runden die Gruppe 2 der 1. Liga angeführt», sagt Gerardo Seoane zur Saisonleistung der Mannschaft. «Dabei haben wir auch attraktiven Fussball gezeigt.» Das Team habe über die ganze Saison eine konstant gute Leistung gezeigt und habe sich diese Aufstiegsspiele somit redlich verdient.

Das erste Spiel endete am Mittwoch 0:0. Luzern hatte ein klares Chancenplus und musste zwei (!) verschossene Penaltys beklagen. Man ist auf einen robusten Gegner mit einer guten defensiven Organisation getroffen. Selbst wenn am Samstag das Spiel gegen Lancy gewonnen wird, müsste man eine weitere Runde überstehen, um aufzusteigen. In dieser nächsten Runde wartet ein weiterer harter Brocken: «Bellinzona hatte am Donnerstag 2’500 Zuschauer», erwähnt Seoane passend die Ambitionen anderer Klubs auf den Aufstiegsplatz.

Kriens soll in die Challenge League

«Es wird kein einfaches Unterfangen», meint Seoane. Man ist sich beim FCL bewusst, dass ein Aufstieg auch mit wettkampfstärkeren Gegnern in der kommenden Saison verbunden wäre. Eines dieser Teams wäre der SC Kriens, der knapp den Aufstieg in die Challenge League verpasst hat. Die Zusammenarbeit zwischen dem FCL und dem SCK läuft gut: Etwa 80 Prozent der Spieler des SCK kommen vom FC Luzern und die U17 wird als gemeinsames Team geführt. «Es wäre aber positiver, wenn Kriens in die Challenge League aufsteigen würde», ist Seoane überzeugt. Das waren auch die Pläne des SCK.

«Bei einem Aufstieg wird der Abstand zwischen U21 und U18 grösser.»

Gerardo Seoane, U21-Coach

Man sieht den SCK nicht als Konkurrenten. Trotzdem würde man sich bei einem Aufstieg auf die Derbys freuen. «Der SCK ist ein eigener, unabhängiger Verein und es gibt eine gewisse Rivalität und Stolz, was auch gut so ist», erklärt Seoane. Der Zusammenarbeit würde dies aber wohl keinen Abbruch tun.

Ein Aufstieg der U21 würde auch Herausforderungen mit sich bringen, sagt Seoane. «Bei einem Aufstieg wird der Abstand zwischen U21 und U18 grösser.» Die Junioren müssten dementsprechend einen grösseren Schritt vollziehen. Dafür würde der Schritt von der zweiten Mannschaft zum Super-League-Team kleiner.  

Das U21-Team des FCL. Seoane steht rechts in der mittleren Reihe.

Das U21-Team des FCL. Seoane steht rechts in der mittleren Reihe.

(Bild: fcl.ch)

Bindeglied zwischen Nachwuchs und Profis

Die zweite Mannschaft habe beim FC Luzern einen sehr hohen Stellenwert, so der Trainer. Sie ist das Bindeglied zwischen Nachwuchs und der ersten Mannschaft. Für die Teambetreuer sind aber alle Stufen gleich wichtig, auch wenn die U21 das Aushängeschild dieser Nachwuchsarbeit darstellt. Jeder Spieler soll in jeder Stufe gefördert werden. «So kann man nachhaltig und regelmässig mit guten Nachwuchsspielern in der ersten Mannschaft rechnen», streicht Seoane die Vorteile der Jugendförderung hervor. Man müsse aber manchmal auch Geduld haben, bis ein Plan wie die «Vision21» Früchte trage.

Mit dem Trainerstaff der Super-League-Mannschaft um Markus Babbel findet ein regelmässiger Austausch statt. Hier sind fast alle Beteiligten der Sportkommission beteiligt. «Junge Spieler, die in der ersten Mannschaft nicht zum Zuge kommen, sollen bei der U21 regelmässig auf dem Platz stehen», sagt Seoane. Der Fokus des Super-League-Trainerteams liegt natürlich auf der ersten Mannschaft, jedoch ist eine hohe Affinität für die U21 und den restlichen Nachwuchs vorhanden.

Projekt muss «als Ganzes» stimmen

Zum Schluss gibt Seoane über seine persönlichen Ziele Auskunft. Der ehemalige FCL-Mittelfeldspieler ist seit sechs Jahren Trainer und fühlt sich in Luzern sehr wohl. «Anfangs war es mir wichtig, etwas den jungen Spielern zurückzugeben und das Handwerk zu lernen.» Seoane macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass er seine UEFA-Pro-Lizenz gerne einsetzen würde. Er war als Nachfolger von Giorgio Contini beim FC Vaduz im Gespräch. Der diesjährige Absteiger entschied sich dann allerdings für den ehemaligen FCL-Co-Trainer Roland Vrabec. «Das Projekt muss als Ganzes stimmen. Die momentane Arbeit mit den jungen, ambitionierten Spielern bereitet mir enorm viel Spass. Die Vision 21 zeigt die Wertschätzung für die zweite Mannschaft.»

Das mittelfristige Ziel sei es aber sicher, Cheftrainer in der Challenge oder Super League zu werden. Ein Aufstieg mit der U21 wäre da sicher eine gute Referenz auf dem Lebenslauf.

FC Luzern U21

Das Team FC Luzern II, wie es beim Verband offiziell gemeldet ist, hat die 1. Liga Gruppe 2 souverän mit 9 Punkten Vorsprung gewonnen. Die 1. Liga ist in drei Gruppen eingeteilt. Aus jeder Gruppe nehmen die besten zwei Teams plus die zwei besten Gruppendritten an den Aufstiegsspielen teil. Diese Aufstiegsspiele werden in zwei K.O.-Runden mit jeweils einem Hin- und einem Rückspiel ausgetragen. Zwei Teams steigen in die Promotion League auf. FC Luzern II spielt am Samstag, 3. Juni, um 19.30 gegen Lancy das Rückspiel der ersten K.O.-Runde aus (Hinspiel: 0:0). Das Spiel findet in der Swissporarena statt. Der Eintritt kostet 10 Franken, aber ABO-CARD-Inhaber sowie Jugendliche bis 16 kommen in den Genuss eines Gratiseintrittes.

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