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Leserbrief zur Mundartinitiative Chancengleichheit und Sprachzwang

2 min Lesezeit 04.09.2016, 12:09 Uhr

Rita Hofer spricht sich in ihrem Leserbrief für den Gegenvorschlag zur Mundartinitiative aus und lehnt diese ab. Dies im Sinne einer zeitgemässen Bildung und für mehr Chancengleichheit.

Der Leserbrief:

Chancengleichheit und Sprachzwang lassen sich nicht gleichsetzen

Die SVP bemängelt, dass die Kinder die Mundart-Sprache nicht mehr beherrschen! Das Sprechen lernen die Kinder vor allem von ihren Eltern, d.h. Mundart wird bereits vor dem Eintritt in die Schule erworben. Es gibt viele Gelegenheiten ausserhalb und innerhalb der Schule in denen Mundart gepflegt wird. Die Schule hat den Auftrag, die geschriebene Sprache zu vermitteln. Damit werden auch Grundlagen geschaffen für den Erwerb der Fremdsprachen. Keine Fremdsprache wird direkt in die Mundart oder umgekehrt übersetzt. Die Standardsprache in der Volksschule hat zum Ziel, dass die Sprachkompetenz im Deutsch verbessert wird durch die praktische Anwendung im Unterricht. Die Initiative geht soweit, dass in bestimmten Fächern nur noch Mundart gesprochen werden darf. Als Fach-Lehrperson TW habe ich den Anspruch, dass alle Kinder dem Unterricht folgen können, und aus diesem Grund ist es zwingend, dass in allen Fächern die Standardsprache nach Bedarf verwendet werden kann. Die Chancengleichheit ist in unserem Schulgesetz festgeschrieben. Dies bedeutet, dass  alle Kinder dem Unterricht folgen können und nicht einzelne Kinder durch einen Sprachzwang benachteiligt werden. Der Gegenvorschlag würde genau dies ermöglichen. Damit wäre die Kompetenz im Umgang mit Mundart und Standardsprache klar bei den Pädagogen, die für das Unterrichtsgeschehen verantwortlich sind. Sie setzen  zielgerichtet die Anwendung der Unterrichtsprache, ob Mundart oder Standardsprache im Unterricht um. Die Unterrichtssprache mittels Gesetz festzuschreiben ist nicht zielführend und kann der Integration nicht dienlich sein.

Im Sinne der Chancengleichheit und einer zeitgemässen Bildung lehne ich die Initiative ab und unterstütze den Gegenvorschlag.

Rita Hofer aus Hünenberg, Kantonsrätin ALG

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