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Chamer wollen ihren Flüchtlingen helfen
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Auch die Kirchen machen mit: Die reformierte und die katholische Kirche bieten Räumlichkeiten für Aktivitäten mit Asylsuchenden an. (Bild: Wikipedia)

Freiwillige vor Chamer wollen ihren Flüchtlingen helfen

2 min Lesezeit 1 Kommentar 07.10.2015, 12:59 Uhr

Den Flüchtlingen helfen – aber wie? Damit in Cham die richtigen Ideen an die richtigen Leute kommen, organisiert die Gemeinde eine Zusammenkunft. Ein Verein hat schon recht konkrete Vorstellungen. Jetzt müssen die Freiwilligen her.

Die Chamer wollen etwas tun für ihre Flüchtlinge: «Es sind so viele Angebote und Anfragen gekommen, wie man helfen könne», sagt die Chamer Gemeinderätin Christine Blättler, «dass wir beschlossen haben, das zu koordinieren. Mit der Gemeinwesenarbeit haben wir glücklicherweise die nötigen Strukturen und Möglichkeiten dazu .» Denn die soll die Koordination übernehmen. Ende Oktober ruft sie zu einer Sitzung auf, an der die Ideen aus der Bevölkerung sortiert und Menschen vernetzt werden sollen. Und lädt dazu alle Interessierten ein. «Die daraus entstehenden Projekte werden wir begleiten», schreibt Christian Plüss, Leiter der Jugend- und Gemeinwesenarbeit Cham, und Blättler ergänzt: «Wo das sinnvoll und möglich ist. Wir werden auch beratend zur Seite stehen.»

 «Wir haben viele Ideen»

Allerdings will die Gemeinde nicht selber aktiv werden: «Es geht nicht darum, dass der Staat die Ideen ausführt», sagt Blättler, «sondern dass das nötige Fundament geschaffen wird und die Leute selber den Lead übernehmen können.» Dafür hat sich die Gemeinde Partner gesucht – mit an Bord sind die katholische und reformierte Kirche und der Verein Zukunft Kinder (Zuki). Karin Pasamontes von Zuki sagt: «Wir haben viele Ideen, die wir auf unserem Gelände im Teuflibach umsetzen könnten. Etwa einen Treffpunkt am Wochenende, an dem die Asylsuchenden zusammen mit Freiwilligen kochen können, oder auch  Spiel-, Werk- oder Bastelnachmittage oder andere Programme.»

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Es komme jetzt darauf an, ob es genug Freiwillige gibt, die die Angebote auch durchführen wollen. «Personelle Ressourcen haben wir selber wenige», sagt Pasamontes, «aber wir können Raum anbieten. Es ist jetzt alles noch etwas vage, wir sind gespannt, was bei der Koordinationssitzung herauskommt.»

Hoffnung auf Tagesstruktur

Dahinter steckt auch die Hoffnung, dass den Asylsuchenden eine Tagesstruktur geboten werden kann: «Das ist uns ein grosses Anliegen», sagt Blättler, «und wir erhoffen uns, dass solche Projekte aus der Bevölkerung kommen, die das ermöglichen würden.» Was es aber brauche, sei ein Zeichen vom Kanton: «Wir brauchen seine Unterstützung.»

Aus dieser Richtung klingt es sehr wohlwollend für die Chamer Initiative: «Dass die Gemeinde Cham diesen Effort leistet und nun auslotet, welche Beschäftigungen für Asylbewerber innerhalb der Gemeinde in Frage kommen, ist sehr lobenswert», schreibt Regierungsrätin Manuela Weichelt. «Wenn Flüchtlinge eine Aufgabe haben, sich in der Gesellschaft akzeptiert und nützlich fühlen und vor allem auch in Kontakt mit der heimischen Bevölkerung stehen, dann gelingt die Integration besser.»

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1 Kommentare
  1. Boris Kerzenmacher, 10.10.2015, 18:27 Uhr

    kann man die in der CH plötzlich ausgebrochene menschliche Hilfsbereitschaft ausdehnen und dauerhaft etablieren.
    Da sich bald viele Träume der eingereisten Flüchtlinge als Seifenblasenillusion herausstellen werden, genauso wie die zahllosen Durchhalteparolen der Medien, wäre es angebracht diese phänomenale allgemeine Hilfsbereitschaft der Bevölkerung auf ganz normale Einwohner auszudehnen und den Fokus auf die grösste benachteiligte Minderheit in der CH, den sozial Schwachen Menschen, zu richten. Jene also, die man bisher übersah, da der Fokus des Bürgers auf die Ferne ausgerechnet ist. Noch ist der Flüchtende ein fernes und mediales Ereignis, an dem man durch verschiedene Events teilhaben kann. Doch was wird aus den Flüchtenden werden, wenn er erst einmal hier angekommen ist und sich in den langen Reihen der bereits anwesenden Menschen einreiht? Dann dürfte auch er von den Mitmenschen übersehen werden. Wie gross wird da dann erst die Enttäuschung sein?

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