Cham spricht 50’000 Franken für Verdingkinder
  • News
Titelbild aus dem Flyer der Einwohnergemeinde Cham. (Bild: zvg)

Kampagne soll Chamer Opfer sensibilisieren Cham spricht 50’000 Franken für Verdingkinder

2 min Lesezeit 1 Kommentar 20.12.2017, 10:08 Uhr

Verdingkinder sind ein schwarzes Kapitel der Schweizer Geschichte. Wer betroffen war, hat heute Anspruch auf eine Entschädigung. Die Einwohnergemeinde Cham lanciert nun eine Kampagne.

Unter dem Titel «Wiedergutmachung an Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen» hat die Einwohnergemeinde Cham diesen Mittwoch einen Flyer verschickt. Er beinhaltet einen Aufruf an ehemalige Verding- und Heimkinder und andere Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen vor 1981. Die Einwohnergemeinde Cham streut den Flyer in gedruckter Version über das Netzwerk «Altern in Cham», um möglichst viele Chamer Opfer und Angehörige zu erreichen.

Der Gemeinderat entschuldigt sich.

In der Schweiz sind Zehntausende von Personen Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen. Auch in Cham gibt es betroffene Menschen, denen deswegen Unrecht widerfahren ist. Dafür entschuldigt sich der Gemeinderat Cham in aller Form bei den Opfern und Angehörigen. Er leistet einen Beitrag in der Höhe von 50 000 Franken an den Solidaritätsfonds des Bundes als Zeichen der Wiedergutmachung. Aus dem Fonds des Bundes in der Gesamthöhe von 300 Millionen Franken sollen alle Opfer für das erlittene Unrecht einen Solidaritätsbeitrag erhalten. 

Bilder von ehemaligen Verdingkindern.

Bilder von ehemaligen Verdingkindern.

(Bild: zvg)

Wer ist betoffen?

Auf dem Flyer sind eine Reihe von Punkten aufgeführt, wer möglicherweise Anspruch auf eine Entschädigung hat. Die Fragen lauten:

  • Sind Sie ein ehemaliges Verding- oder Heimkind, das vor 1981 Gewalt, körperlichen oder psychischen Missbrauch erlebt hat?
  • Wurden Sie in dieser Zeit «administrativ versorgt»?
  • Wurden Sie damals zu einer Abtreibung gezwungen? Wurden Sie zwangssterilisiert oder zwangsadoptiert?
  • Wurden an Ihnen Medikamentenversuche durchgeführt?

Wer eine dieser Fragen mit Ja beantworten könne, hat womöglich Anspruch auf einen Solidaritätsbeitrag von maximal 25 000 Franken. 

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

1 Kommentare
  1. Gabriela Coray, 15.07.2020, 12:02 Uhr

    Ich bin immer noch dran. Mein Fall soll ebenso ernst genommen werden, wie die Gastkultur unterstützt wird und die Sozialämter am Topf bediene die Migranten.
    Viele Verdingmenschen sind bereits selig. Traurig dass die Verfahren doch so lange dauern. Alles Liebe Gabriela Coray

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF