Celestini: «Das Problem ist: Es gab nicht viele gute Auftritte von Eleke»
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FCL-Stürmer Blessing Eleke verlor praktisch jeden Zweikampf: Hier ist er zweiter Sieger gegen Mohamed Ali Camara. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Ist Lavanchy ein FCL-Kandidat für nächste Saison? Celestini: «Das Problem ist: Es gab nicht viele gute Auftritte von Eleke»

4 min Lesezeit 06.08.2020, 23:29 Uhr

Trotz feiner Leistung ist der FC Luzern aus dem Cup-Viertelfinal gegen den alten und neuen Meister YB ausgeschieden. Ab Freitag haben die Spieler fast zwei Wochen Ferien – FCL-Trainer Fabio Celestini wird sich derweil in der Schweiz erholen und um Personalien für nächste Saison kümmern.

In grossen Mannschaften, in der ein Höchstmass an Leistungsbereitschaft als Mindestanforderung gilt, um die Klubfarben überhaupt tragen zu dürfen, wäre er nach dieser Arbeitsverweigerung wohl zusammengefaltet und zur Schnecke gemacht worden. Er wurde in der Schlussphase eingewechselt, er hatte nicht die geringste Lust, beim Stande von 1:1 und der Aussicht darauf, mit dem FCL in den Cup-Halbfinal einziehen zu können, etwas zu bewegen. Und er heisst Blessing Eleke.

Beim FCL wurde er dafür von einem jungen Mitspieler, der schon in Länderspielen auftrat, noch in Schutz genommen. «Blessing hat sein Bestes gegeben», wollte ein fleissiger und anständiger Teamkollege, dessen Namen an dieser Stelle aus Respekt und Höflichkeit verschwiegen wird, den Medienschaffenden weismachen.

Der FCL-Trainer hat sich geärgert

Blessing Eleke provozierte mit seinem Auftritt. Es schien dem Stürmer egal zu sein, dass sich seine Teamkollegen die Lunge aus dem Leib rannten für den Halbfinal-Einzug. Zwei Stunden lang nach sechs englischen Meisterschaftswochen.

Und es war darum auch nicht verwunderlich, dass Eleke die einzige Ausgleichschance nach der erstmaligen Berner Führung in der 116. Minute vergeben sollte. Der 24-jährige Nigerianer hatte es schlicht nicht verdient, in eine möglicherweise noch grosse Rolle zu schlüpfen und gefeiert zu werden (zentralplus berichtete).

Seinem Trainer platzte im Verlaufe der Verlängerung der Kragen, und Fabio Celestini brüllte seinen Stürmer an. Hinterher gab der FCL-Trainer zu, dass er sich geärgert habe. Er erklärte zentralplus: «Wenn Blessing so spielt wie beim Re-Start der Meisterschaft und unserem 2:1-Sieg gegen Basel, gehört er zu den besten Stürmern der Liga. Das Problem ist, dass er leider nicht so viele gute Auftritte hatte.»

Eleke machte in dem Spiel, in dem sich der FCL mit einem feinen Auftritt die Chance auf den Gewinn des ersten Titels seit 28 Jahren bewahren wollte, den Eindruck, als ging es ihm bloss darum, sich nicht zu verletzen. Hat er schon einen neuen Arbeitgeber im Gepäck, der ihn nächstens verpflichten will?

FCL-Ferien bis zum 19. August

So, wie sich Fabio Celestini anhörte, wird er nicht alles daran setzen, um Eleke von der Erfüllung des noch zwei Jahre gültigen Vertrages zu überzeugen. Schliesslich ist der FCL auf Transfereinnahmen in dem durch die Coronakrise geschrumpften Spielermarkt angewiesen, wenn er den Umbau des Teams nach den Vorstellungen seines überzeugenden Cheftrainers vorantreiben will (zentralplus berichtete).

«Numa Lavanchy gibt immer 120 Prozent und ist eine mental starke Person.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Die Luzerner haben ab Freitag bis und mit Nachmittag des 19. August Zeit, in den Ferien den Kopf zu lüften und sich zu erholen. Dann geht die FCL-Vorbereitung auf die nächste Super League-Saison los, die am Wochenende des 12./13. Septembers beginnen wird.

Celestini bleibt in der Schweiz

Fabio Celestini wird die Ferienzeit nach eigenem Bekunden in der Schweiz verbringen und sich zu erholen versuchen. Im Wissen darum, dass ihn das Fussball-Geschäft weiterhin beschäftigen wird.

Es geht dabei nicht nur um die eigene Vertragsverlängerung über die nächste Saison hinaus. Diese will FCL-Sportchef Remo Meyer in nächster Zeit fixieren.

Der Trainer will wohl für jeden Mannschaftsteil zumindest «einen technisch beschlagenen Spieler mit Persönlichkeit», wie Fabio Celestini jüngst das Profil von Zuzügen skizzierte.

Lavanchy produktiver als Eleke

Eine Baustelle im aktuellen FCL-Team sind die Aussenverteidiger-Positionen. Und eine gute Möglichkeit, diese zuzuschütten, wäre eine Verpflichtung von Numa Lavanchy. Den 26-Jährigen Westschweizer hat Celestini Anfang 2019 mit einem Vertrag bis 2021 nach Lugano geholt. Für die fünftplatzierten Tessiner ist er in dieser Saison in 33 Meisterschaftsspielen zum Einsatz gekommen und hat dabei 2 Tore und 5 Vorlagen produziert.

Der FCL-Trainer versicherte zentralplus, «mit Numa bis heute nicht gesprochen zu haben». Aber er sagte auch, dass er mit Sportchef Remo Meyer noch austauschen müsse, um die Möglichkeiten von Zuzügen zu konkretisieren. Bevor er festhielt: «Numa Lavanchy gibt immer 120 Prozent und ist eine mental starke Person.»

Es ist eine Aussage, die ihm zu Blessing Eleke wohl kaum über die Lippen käme. Übrigens: Der gut bezahlte Goalgetter brachte es auf 4 Tore und 1 Assist in 26 Meisterschaftsspielen.

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