Schwache Rendite, kein Tourismus-Bonus Casino Luzern hinkt hinterher

2 min Lesezeit 16.07.2016, 12:58 Uhr

Im Grand Casino Luzern hapert es mit der Redite. Dies, obwohl als spielfreudig geltende Asiaten die Stadt regelrecht überschwemmen. Was läuft falsch?

Im ersten Halbjahr 2016 wechselten mehr Aktien der Luzerner Kursaal-Gruppe ihren Besitzer, als in den ganzen zwei Jahren zuvor. Verkauft und gekauft wurden Wertpapiere der Grand-Casino-Muttergesellschaft im Wert von über 1,7 Millionen Franken. 4,8 Prozent der Kursaal-Aktien besitzt die Luzerner ER Group, eine Beratungsfirma, die sich mit eigenem Geld an Unternehmen beteiligt.

«Wir haben vor, mit unserem Casino-Engagement einen konstruktiven Beitrag für die Zukunft der Spielbank zu leisten», begründet der Luzerner Investor und Mitinhaber der ER Group Erwin Röösli den Aktienkauf gegenüber der Zeitung «Bote der Urschweiz.» Er und sein Firmenpartner Romano Brandenberg sind der Meinung, dass das Grand Casino Luzern mehr aus sich machen könnte.

Durchaus zurecht. Misst man nämlich den Betriebsgewinn an den Bruttospieleinnahmen, so schneidet nur Lugano schlechter ab als das Casino Luzern. In Bern, Montreux oder St. Gallen erreicht der Betriebsgewinn überall 15 bis 20 Prozent der Bruttospielerträge. In Luzern sind es nur 10 Prozent. Das erst vor vier Jahren eröffnete Casino Zürich kommt auf die gleiche Quote, rechnet der «Bote» vor.

Asien-Boom verpufft

Dabei wären in der Touristenstadt Luzern die Voraussetzungen für das Glücksspielgeschäft eigentlich besser als in den meisten anderen Schweizer Städten, zumal der Asien-Boom hier nicht einzureissen scheint. Wieso also klappt es nicht mit der Rendite? Kursaal-Verwaltungsratspräsident Guido Egli sagt: «Der Unterschied liegt in der Unternehmens- und Betriebsstruktur. In Luzern ist die Casino-Gesellschaft zusätzlich für alle angeschlossenen Betriebe wie die Restaurants oder das Casineum zuständig.»

Hinzu komme, dass sich das Luzerner Casino nicht in eingemieteten Räumen, sondern in einem denkmalgeschützten Gebäude befinde. Dieses zu unterhalten, koste viel Geld. Egli räumt indes ein, es sei bislang nicht gelungen, im grossen Umfang am Asien-Boom teilzuhaben. «Stärker davon zu profitieren, ist aber nicht einfach, denn die asiatischen Touristen sind für höchstens zwei Tage hier. Sie haben dicht gedrängte Tagesprogramme, und ihre Reiseleiter verdienen an Uhrengeschäften und Bergbahnfahrten deutlich mehr als an Casino-Besuchen», sagt er gegenüber dem «Boten».

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