Carproblem in Luzern: Fast 60 Ideen – kein klarer Sieger
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Der Stadtrat will 2022 einen definitiven Lösungsvorschlag für die Carparkplatzdebatte vorlegen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Stadtrat entscheidet 2022 Carproblem in Luzern: Fast 60 Ideen – kein klarer Sieger

3 min Lesezeit 7 Kommentare 21.09.2021, 18:04 Uhr

Die Cars sollen vom Inseli weg. Kurzfristig plant die Stadt Luzern dafür einen Parkplatz in Kriens. Für die langfristige Planung haben Experten jetzt fast 60 Ideen einer fachlichen Bewertung unterzogen. Ein klares Siegesprojekt gibt es aber nicht. Das Revival alter Ideen ist nicht ausgeschlossen.

Auch wenn es aufgrund der Corona-Pandemie etwas stiller wurde: Die Diskussionen, wo Reisecars in oder um Luzern parkieren sollen, sind längst nicht verstummt. Erst kürzlich hat die Stadt Luzern das Rösslimatt-Areal in Kriens als kurzfristigen Ersatz für das Inseli vorgestellt (zentralplus berichtete).

An einer langfristigen Lösung diskutiert man derweil schon seit Jahren – bisher ohne Erfolg. Deshalb hat die Stadt Luzern im Rahmen des Strategieprozesses Carregime kürzlich rund 60 verschiedene Lösungsvorschläge einer fachlichen Bewertung unterzogen. Diesen Dienstag wurden die Resultate publiziert.

Kein klarer Sieger

Das Ziel ist klar: Das zukünftige Carregime soll unter anderem «möglichst wenig Verkehr verursachen» und die Parkplätze «möglichst wenig negative Auswirkungen auf das Umfeld haben». Aus den bereits im Vorfeld erarbeiteten Zielen wurden Kriterien zur Überprüfung der Ideen entwickelt.

Doch einen klaren Sieger gibt es nicht. Die Lösungsideen könnten nicht eins zu eins miteinander verglichen werden, da sie sehr unterschiedlich seien, begründet die Stadt.

«Es ist durchaus möglich, dass ehemalige Ideen wie das Parkhaus Musegg erneut diskutiert werden.»

Roland Koch, Projektleiter Mobilität Stadt Luzern

Die Bewertung durch die Firma Gruner AG zeigt: Die vergleichsweise teureren Gesamtlösungen wie zum Beispiel das Parkhaus Musegg oder das Metro-Projekt schneiden punkto Nutzen am besten ab. Aber auch ihr Preisschild ist sehr hoch. «In der Bewertung fehlen wichtige Aspekte wie die Abwägung der Kosten oder Fragen zur zukünftigen Tourismussituation», erklärt Roland Koch, Projektleiter Mobilität der Stadt Luzern. «Diese gilt es nun zu diskutieren und politisch zu gewichten. Deshalb steht das Endresultat noch nicht fest.»

Alte Ideen neu aufgerollt

Die 59 Ideen umfassen einen bunten Strauss, der von leichten Anpassungen des aktuellen Systems bis hin zu den politisch bereits beerdigten Grossprojekten reicht. Eines davon, das Parkhaus Musegg, stach punkto Nutzen gar als beste Lösung hervor. Dabei wurde dieses Projekt bereits vor fünf Jahren vom Stadtparlament als nicht zukunftsträchtig abgestempelt (zentralplus berichtete).

Steht die Debatte um ein Parkhaus im Musegghügel nun wieder auf dem Tisch? «Es ist durchaus möglich, dass ehemalige Ideen wie das Parkhaus Musegg erneut diskutiert werden. Das wird ein politischer Entscheid sein», entgegnet Koch. Zudem sei dieses neue Parkhaus-Musegg-Projekt auch als reine Carlösung denkbar. Die von Privaten mitinitiierte Idee stiess auch auf Ablehnung, weil sie eine grosse Anzahl Autoparkplätze vorsah.

Jetzt ist darum die politische Beurteilung gefragt: Der Stadtrat will den definitiven Vorschlag für das künftige Carregime im ersten Halbjahr 2022 dem Stadtparlament vorlegen. Dabei werden sowohl die Unsicherheiten beim Gruppentourismus nach der Coronakrise eine Rolle spielen als auch die Leitlinien der Tourismusvision 2030, die aktuell ebenfalls erarbeitet wird. Auch Aspekte wie die Machbarkeit, die Kosten sowie die Klimastrategie werden berücksichtigt.

Wann die Luzerner Bevölkerung das Ende der Cardebatte erwarten darf, ist noch offen. Der zeitliche Rahmen hängt stark davon ab, welche Art von Lösung der Stadtrat letztlich weiter verfolgt: «Rein hypothetisch gesehen: Entscheidet sich das Parlament 2022 für ein grösseres Investitionsprojekt, müsste man mit Planung und Bau etwa fünf Jahre bis zur Realisation rechnen», sagt Roland Koch. «Entscheidet sich das Parlament hingegen für eine geringe Veränderung des heutigen Carregimes, könnte diese schon ein Jahr nach dem Entscheid umgesetzt werden.»

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7 Kommentare
  1. well done, 23.09.2021, 14:39 Uhr

    Hauptsache die Firma Gruner AG konnte für die alten Zöpfe schön fett Rechnung stellen.
    Bezahlen tuts wie immer August der Dumme.

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  2. Rudolf 1, 22.09.2021, 06:54 Uhr

    «Die vergleichsweise teureren Gesamtlösungen wie zum Beispiel das Parkhaus Musegg oder das Metro-Projekt schneiden punkto Nutzen am besten ab.» – Nur, wenn man die Klimabelastung negiert.

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  3. hegard, 21.09.2021, 23:11 Uhr

    Das Parkhaus Musegg war für mich klar der Favorit seit der ersten Abstimmung.Nur die Zufahrt war noch nicht ideal.Ersten wäre die überdachte Zufahrt von der Autobahn am besten gelöst,so gäbe es in Innenstadt weniger Verkehr.Keine Cars am Schwanenplatz usw.WenigerLärm. Fussgänger Ausgang am Falkenplatz wäre auch ideal,nicht nur für Touristen.,die einheimischen würden das sicher auch begrüssen.Es gäbe kein grässlicher Betonbau, man sieht ihn ja nicht und die Abgase kommen gefiltert in die Luft.Ich finde,es immer noch die beste lösung

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    1. mvonrotz, 22.09.2021, 10:55 Uhr

      Sorry, aber habe nicht verstanden woher Ihrer Meinung nach die Zufahrt zu einem Parkhaus Musegg erfolgen sollte. Auch ich hätte das Parkhaus Musegg als als gute Lösung empfunden, aber eben nicht mit einer Zufahrt über die Geissmattbrücke.

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  4. Paul, 21.09.2021, 21:51 Uhr

    Sie wollen keine lösung. Sie wollen das inseli für cars behalten. Ganz einfach. Bezeli de gliiche tue. Schande Schande schande

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  5. Lucommenter, 21.09.2021, 20:10 Uhr

    Das Gutachten ist der wissenschaftliche Beweis, dass SP und Grüne in Luzern Ideologien höher bewerten als den tatsächlichen Nutzen von Lösungen für die Bevölkerung.

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    1. Rashid Dostum, 23.09.2021, 14:44 Uhr

      Dogma über alles!
      Diskurs in den eigenen Reihen unerwünscht.

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