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Carparkplatz in Kriens: Weshalb es beim zweiten Anlauf klappen sollte
  • Politik
Touristencars sollen künftig vermehrt in Kriens statt der Innenstadt Luzerns parkieren. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Direkt gegenüber vom Südpol Carparkplatz in Kriens: Weshalb es beim zweiten Anlauf klappen sollte

3 min Lesezeit 4 Kommentare 27.05.2020, 05:00 Uhr

Die Liegenschaft Rösslimatt soll das nächste Jahrzehnt über als Carparkplatz genutzt werden. Ein erster Versuch, in Kriens Touristencars zu parkieren, führte zu politischem Widerstand. Nun gibt es aber deutliche Zeichen, dass der neue Standort funktionieren könnte.

Direkt gegenüber des Kulturzentrums Südpol befindet sich die Liegenschaft Rösslimatt. Auf der Wiese steht eine Scheune, die in die Jahre gekommen ist. Dahinter donnert die Autobahn. Hier sollen künftig die Cars parkieren, die derzeit noch beim Inseli stehen (zentralplus berichtete).

Das Rösslimatt war bekanntlich nicht die erste Wahl des Stadtrates, das wäre das Hinterschlund-Areal gewesen. Dagegen regte sich aber im Krienser Einwohnerrat Widerstand, woraufhin die Stadt einlenkte. «Naturgemäss muss man bei solchen Unterfangen mehrgleisig planen», sagt Umwelt- und Verkehrsdirektor Adrian Borgula auf Anfrage.

Hier sollen die Cars hin: Das Areal Rösslimatt in Kriens (Bild: Google Street View)

Das Hinterschlund-Areal habe auf der Hand gelegen, da es sich zwar auf Krienser Boden, aber im Besitz der Stadt befinde. Dennoch habe man zu jeder Zeit auch weitere Optionen in der Hinterhand gehabt, sagt der Stadtrat.

Krienser Stadtpräsident ist zuversichtlich

Das Potenzial des Rösslimatt-Areals, das sich im Besitz des Bauunternehmens Amberg befindet, sei schon frühzeitig mit dem Krienser Stadtrat besprochen worden, sagt Borgula. Der Luzerner Stadtrat sei zuversichtlich, was die Realisierung  des Projekts angeht. «Natürlich kann man allfällige Einwände von politischer Seite aber nie ganz voraussehen.»

«Die Bedenken beim Hinterschlund-Areal bezogen sich auf den befürchteten Mehrverkehr im Quartier. Dieses Argument sollte beim Standort Rösslimatt kaum mehr ein Faktor sein.»

Cyrill Wiget, Stadtpräsident Kriens

Auch der Krienser Stadtpräsident Cyrill Wiget sieht für  die Rösslimatt-Lösung die besseren Chancen. «Die Bedenken beim Hinterschlund-Areal  bezogen sich auf den befürchteten Mehrverkehr im Quartier. Dieses Argument sollte beim Standort Rösslimatt kaum mehr ein Faktor sein», sagt Wiget auf Anfrage.  

Sowohl aus verkehrstechnischer wie ökologischer Sicht sei das Rösslimatt eine valable Lösung. «Klar, ideal sind die grossen Cars nirgends. Wenn die Busse dort aber für ein paar Stunden zwischenparkiert werden können, statt den Verkehr in der ganzen Agglomeration weiter zu belasten, ist allen geholfen.»

FDP-Motionär kann damit leben

Der Widerstand beim Hinterschlund-Areal gipfelte in der Überweisung einer Motion von Daniel Rösch (FDP).  Dieser könne sich damit abfinden, dass die Stadt Luzern nun auf das Rösslimatt Areal ausweicht. Dies unter anderem, weil er sich geografisch näher an der Stadt befindet. «Für mich ist aber klar, dass eine dortige Car-Parkierung zu keinen verkehrlichen Mehrbelastungen auf der Arsenalstrasse während den Stosszeiten führen darf.»

«Ich bin der Meinung, dass es sich beim Luzerner Carparkplatz-Problem grundsätzlich um ein selbstverursachtes Problem handelt.»

Daniel Rösch, FDP Kriens

Grundsätzlich erachte Rösch es jedoch immer noch als störend, dass die Stadt Luzern für die Carparkierung auf ein Areal auf «Krienser Boden» ausweichen will. «Ich bin der Meinung, dass es sich beim Luzerner Carparkplatz-Problem grundsätzlich um selbstverursachtes Problem handelt.»

Rösch verweist dabei auf die angenommene Juso-Initiative, die ein carfreies Inseli forderte. «Ich wundere mich deshalb auch, dass das Areal Rösslimatt nicht nur als Inseli-Ersatz angedacht ist, sondern auch als Puffer des Stadtluzerner Parkierungsengpasses herhalten soll.»

Zeitplan steht noch nicht fest

Einen klaren Zeithorizont für die Realisierung des Carparkplatzes auf der Rösslimatt hat man nicht definiert. «Es bestehen derzeit noch zu viele Variablen, aber wir möchten möglichst schnell realisieren», sagt Adrian Borgula.  

Der vorgesehene Carparkplatz auf dem Rösslimatt-Areal ist übrigens ausschliesslich zur Zwischenparkierung der Fahrzeuge vorgesehen. Ein- und Aussteigen würden die Touristen weiterhin in der Stadt Luzern.

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4 Kommentare
  1. Elmar Elbs, 30.05.2020, 16:02 Uhr

    Ich stimme Herrn Rösch bei, warum Kriens für den Carparkplatz herheben soll. Warum nimmt die Stadt nicht mit der SBB Kontakt auf und sucht mit dem Güterbahnhofareal eine nahe und kaum störende Variante. Hier können die Cars in nächster Stadtnähe parkieren und die Besucher auf dem Spazierweg dem KKL entlang in die Altstadt wandern. Dabei erleben die Car-Touristen die schönste Ansicht unserer Stadt. Es liesse sich sicher auch – wie in Chur die Postautostation – eine Dachversion auf dem Güterbahnhofareal realisieren.

  2. Müller, 28.05.2020, 11:20 Uhr

    Ein Auto Hochhaus mit 10 Etagen, und oben drauf ein Drehbares Panorama Rest, das wär es Büroräume leere in Kriens gibt es genug.

  3. Silvan Studer, 27.05.2020, 10:37 Uhr

    Wen stören die Cars eigentlich beim Inseli? Die passen doch prima dort hin, hinter den Bahnhof.
    Öffentlichen „Begegnungsplatz“ gibt es beim KKL und beim Inseli sowieso genug.
    Für den Normalbürger ist das dort abends eh nicht so empfehlenswert.
    Was soll dort kommen? Mehr Platz für den Drogenhandel? Dann lieber Cars.

  4. kusi, 27.05.2020, 06:20 Uhr

    oje oje ….. die cars werden noch lange beim inseli parkieren …… und der verkehr rollt auch an der bahnhofstrasse noch einige zeit.
    soooo schade.
    wünsche gutes gelingen. drücke die daumen für eine schnelle umsetzung

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