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Caritas muss Asylwesen und Flüchtlinge abgeben
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  • Keine Einigung mit Kanton
Armutsbetroffene Personen warten, bis der Laden öffnet und sie im Caritas-Markt in der Stadt Luzern Lebensmittel einkaufen können. (Bild: cha)

Caritas muss Asylwesen und Flüchtlinge abgeben

2 min Lesezeit 17.12.2015, 14:33 Uhr

Ein 30-jähriges Engagement geht zu Ende: Seit 1987 betreut die Caritas Luzern im Auftrag des Kantons Luzern anerkannte Flüchtlinge. In den letzten Verhandlungen für einen neuen Vertrag ab 2017 kam es zu keiner Einigung. Die Abgeltung des Kantons liege so tief, dass es der Caritas nicht mehr möglich sei, diese Arbeit weiterzuführen, lautet die Begründung der Caritas.

«Der Kanton muss sparen, auch die Verhandlungen über einen neuen Vertrag zur Betreuung anerkannter Flüchtlinge standen unter diesem Stern», schreibt die Caritas Luzern in einer Mitteilung. Sie habe in Anbetracht der erforderten Sparmassnahmen ihre Leistungsofferte ebenfalls bis an die Schmerzgrenze optimiert. Der Ansatz des Kantons habe jedoch noch tiefer gelegen.

Er stelle sich eine Übernahme der gleichen Leistungen zu bedeutend tieferen Ansätzen und zudem ohne Risikoabdeckung vor, so die Caritas. «Dies ist betriebswirtschaftlich nicht machbar, aber auch nicht mit den Grundsätzen eine Hilfswerks vereinbar.»

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Das Risiko ist zu gross

Es sei für die Caritas klar, dass gerade bei den aktuell hohen Flüchtlingszahlen die Kosten so knapp wie möglich gehalten werden müssen. Sie habe deshalb ihren Beitrag in Form einer klar gekürzten Offerte eingereicht. Erfolglos. «Dass das finanzielle Risiko bei einem Rückgang der Zahlen in Bezug auf hohe Schwankungen und stehende Strukturkosten einseitig zu Lasten der Caritas ginge, ist aber ein zu hohes Risiko und für den Vorstand nicht verantwortbar», schreibt die Caritas weiter.

Das Ende einer Ära

Der Vertrag zur Betreuung anerkannter Flüchtlinge und vorläufig aufgenommener Personen wird deshalb auf Ende 2016 auslaufen. Die Caritas Luzern wird Mitarbeitenden in diesem Bereich auf diesen Zeitpunkt hin die Kündigung aussprechen müssen. Nach rund dreissig Jahren Engagement verliert die Caritas innert Jahresfrist nun nebst dem Asylauftrag auch den Flüchtlingsauftrag.

«Beide Aufträge wurden durch die Caritas von Beginn weg aufgebaut, an die ständig wechselnden Vorgaben angepasst und stets nach humanitären Grundsätzen und im Hinblick auf eine Integration geführt», so ist die Caritas Luzern überzeugt. In dieser Zeit habe sich die Caritas eine hohe Kompetenz in einem gesellschaftlich sensiblen Bereich erarbeitet, die nun nur noch teilweise zur Verfügung stehe. Die Caritas Luzern wolle sich jedoch weiterhin für die Integration auch von Migranten einsetzen.

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