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Caritas Luzern muss Mitarbeiterinnen entlassen
  • Gesellschaft
Die Caritas Luzern muss zusammenstreichen. (Bild: cha)

Mehrere Projekte werden gestoppt Caritas Luzern muss Mitarbeiterinnen entlassen

2 min Lesezeit 5 Kommentare 26.06.2020, 09:00 Uhr

Die Caritas Luzern kürzt ihre Angebote, muss Leute entlassen und schliesst Caritas Markt in Sursee. Schuld ist nicht nur das Corona-Virus.

Änderungen hätten sich schon vor vier Jahren angekündigt, schreibt die Caritas in einer Mitteilung. Nach dem Wegfall der Asyl- und Flüchtlingsaufträge im 2016 sei klar gewesen, dass Anpassungen in der Organisation aber auch der Kostenseite erfolgen müssen. Die Coronakrise hätte den finanziellen Druck dann noch erhöht.

Während des Lockdowns erlitt die Caritas Luzern schwere Umsatzeinbussen. Betroffen waren unter anderem die Läden, die Bildungsangebote und der Dolmetscherdienst. Um bestimmte Dienstleistungen und Betriebe aufrechtzuerhalten, mussten hingegen zusätzliche Mitarbeitende eingesetzt werden.

Büros werden zusammengeführt

Nachdem der Vorstand und die Geschäftsleitung die Situation analysiert hatten, sei man zum Schluss gekommen, die Büroräumlichkeiten an der Brünigstrasse per Ende 2020 aufzugeben. Die betroffenen Mitarbeitenden werden auf Jahresbeginn ins Caritas-Haus Grossmatte in Littau umziehen.

Mit diesem Zusammenschluss werden die Bereiche soziale und berufliche Integration sowie alle Supportabteilungen künftig unter einem Dach vereint. Weiter werde auch die Geschäftsleitung von aktuell vier auf drei Personen verkleinert.

Viele Angebote fallen weg

Zusammenstreichen muss die Caritas auch einige ihrer Angebote. So werde das Werkatelier auf Ende Jahr geschlossen und das Magazin «Camino» Ende Juni eingestellt. Auch die Projekte «Alter – Migration – Vulnerabilität», die Freiwilligengruppe im Strafvollzug sowie der Lese- und Schreibdienst werden nicht mehr weitergeführt.

Der Caritas Markt in Sursee, die kleinste Filiale in der Schweiz, wird aufgrund einer zu hohen finanziellen Belastung per Ende Juli 2020 ebenfalls geschlossen.

Entlassungen unumgänglich

Im Zusammenhang mit diesen Sparmassnahmen werden fünf Angestellte entlassen. Acht weitere sind von Änderungskündigungen betroffen. Für alle werde jedoch ein Sozialplan ausgearbeitet.

«Die Entscheidung ist uns deshalb alles andere als einfach gefallen, sie war aber letztlich unumgänglich», sagt Yvonne Schärli, Präsidentin der Caritas Luzern.

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5 Kommentare
  1. Janine Junker, 26.06.2020, 13:31 Uhr

    Den Armutbetroffenen Menschen wird es immer schwieriger gemacht. Wo sollen in Sursee die Menschen einkaufen? Schreibdienst, Gefängnisbesuch alles wird gestrichen.

    Es sind nicht alle Menschen beim Sozialdienst und müssen sich mit wenig Geld, alles selber bezahlen. Ticket nach Littau muss nun auch bezahlt werden, wenn die Caritas Karte erneut werden muss.

  2. Peter Bitterli, 26.06.2020, 10:40 Uhr

    „Nach dem Wegfall der Asyl- und Flüchtlingsaufträge im 2016 sei klar gewesen, dass Anpassungen in der Organisation aber auch der Kostenseite erfolgen müssen.“ Problem seit 4 Jahren bekannt. Nichts getan. Caritas.

    1. Hans Peter Roth, 26.06.2020, 13:53 Uhr

      Die Caritas leistet als wohltätige Institution viel seit vielen Jahren. Darf man ihr nun vorwerfen, sie hätte schon früher die Mitarbeiterinnen auf die Strasse stellen müssen? Die Caritas ist ja keine Firma, die nach neoliberalen Richtlinien wirtschaften und präventiv Personalabbau betreiben soll, damit das „Aktionariat“ sich weiterhin auf fette Dividenden freuen kann, während ihr eigenes Klientel den Gürtel noch enger schnallen muss. Eigentlich wäre es die verfassungsmässige Aufgabe des Staates, sich gut um die Bedürftigen und Notleidenden zu kümmern. Die Tatsache, dass in der reichen Schweiz diese Aufgaben immer mehr den NGOs zugeschanzt wird, lässt tief blicken!

    2. Peter Bitterli, 26.06.2020, 16:21 Uhr

      Die Tatsache, dass in der reichen Schweiz die Aufgabe der Flüchtlingsbetreuung der NGO Caritas entzogen und vom Kanton übernommen werden muss, lässt in der Tat tief blicken.
      Was eigentlich lässt Ihres Erachtens tief blicken, wenn Aufgaben in einem subsidiären Staatswesen von NGOs übernommen („zugeschanzt“, HPR) werden, zumindest so lange, bis ein Totalversagen einen Eingriff durch den Staat notwendig macht?

    3. Hans Peter Roth, 28.06.2020, 02:32 Uhr

      @Peter Bitterli: Ich kann Ihre Frage leider nicht beantworten, da ich keine Berichte über ein „Totalversagen“ der Caritas bei der Flüchtlingsbetreuung kenne. Sie müssten mir zumindest entsprechende Quellen für diese Information angeben. Meistens spielen monetäre Überlegungen die Hauptrolle, wenn Kantone diese Arbeit selbst übernehmen wollen. Zudem gibt es einige Berichte über kommerzielle Firmen wie ORS, welche für weniger Geld schlechte Qualität bei der Betreuung abliefern.

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