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Campino: «Zum Liebemachen höre ich Reggae oder Massive Attack»
  • Kultur
«Es ist besser, wenn wir nüchtern sind!»: Campino und seine Hosen sind leidenschaftliche Bühnentiere. (Bild: zvg / Website Die Toten Hosen)

Vorfreude aufs und Vorverkauf fürs Hosen-Konzert Campino: «Zum Liebemachen höre ich Reggae oder Massive Attack»

3 min Lesezeit 19.10.2017, 15:02 Uhr

Exklusiv-Konzert der Toten Hosen auf der Allmend in Luzern: Die Vorfreude auf den 25. August 2018 ist immens, bald werden 50’000 johlen und heulen. zentralplus traf Campino einst nach durchfeierter Nacht, da schwärmte er über Schweiss und Alkohol, Sound und Beischlafglück.

Der Mann steht unter Strom: Campino hat ein reichlich zerknittertes Gesicht, das Haar stellt sich stets wirr, die Augen funkeln, sein Körper ist schlank und seine langen Beine kann er nicht ruhig halten.

Das ist auch auf der Bühne so: Ob im kleinen Club oder im grossen Stadion, die Hosen mit ihrer Rampensau Campino rocken deftig.

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Was zum Mitsingen und Heulen, 37 Millionen taten das schon: «Tage wie diese», der grösste Stadionhit der Toten Hosen:

 

Die Auftritte enden nach meist zweieinhalb bis drei Stunden wie in guten alten Punk-Tagen der 70er: Bier, Schweiss und Erbrochenes bedeckt den Clubboden – das Publikum tobt. Musik auf der Überholspur.

Seit 1982 auf den Bühnen

Dieser Hosen-Wahnsinn bewies damals und die Nachfrage nach der deutschen Band belegt es noch heute: Punk ist nicht tot. Und die Hosen schon gar nicht: Die fünf Düsseldorfer sind schon seit 1982 im Business.

«An einem Konzert schwitze ich gut zwei Kilos weg.»

Campino über die Arbeit auf der Bühne

Anfänglich kamen ein paar Dutzend Fans an die Hosen-Konzerte. Heute füllen sie die grossen Stadien im deutschsprachigen Raum – am 25. August 2018 werden es auf der Allmend wohl mehr als 50’000 Menschen sein.

Ausverkauf bis Freitag, 8:30 Uhr?

Am Freitag ab 8 Uhr dürften die Drähte bei Ticketcorner wieder heiss laufen: 50'000 Billette werden verkauft, Stehplatz-Tickets gibt es für 98 Franken. Der Andrang dürfte enorm gross sein: Drei Konzerte der Band, die kommenden Monat in Basel und Zürich stattfinden, waren innert nur zwölf Minuten weg.

Schweiss, Glück und Geduld braucht es auch morgen, wenn um 8.00 Uhr der Vorverkauf für die grosse Hosen-Schau beginnt: In einer halben Stunde wird der Gig wohl ausverkauft sein.Denn mit über 20 Millionen verkauften Alben und einer grossen Anhängerschar sind die Toten Hosen eine der erfolgreichsten deutschen Musikbands.

Verzweiflung, Sehnsucht und Trost

Frontmann und Hirn der Band ist Campino, mit bürgerlichem Namen Andreas Frege (55). Er singt Lieder über Verzweiflung, Sehnsucht und Trost. Oder besser: Er brüllt sie. Weil er in Ekstase ist auf den Bühnen.

13 Millionen sahen dies: «Hier kommt Alex» aus dem Jahre 1988:

 

Campino, das Bühnentier, sagte uns einst: «Ich schwitze gut zwei Kilos weg. Auf jeden Fall hält mich der Konzertmarathon von zweieinhalb Stunden jung – Herumtoben macht Spass.»

Hosen machen Sport, Fans saufen

Die Hosen machen also Sport auf den Bühnen, während sich ihre Fans ans Bier halten. Fakt ist, dass das Publikum meist reichlich betrunken ist. Hält Campinos Band da immer mit? Der Sänger sagte: «Was wir mittlerweile gelernt haben: Es ist besser, wenn wir nüchtern sind.»

Campino macht keine halben Sachen: hier in einem Hotel vor dem Auftritt.

Campino macht keine halben Sachen: hier in einem Hotel vor dem Auftritt.

(Bild: zvg / Website Tote Hosen)

Campino erinnert sich an ein Konzert im Zürcher Volkshaus Anfang der Neunzigerjahre: «Da mussten wir nach drei Stücken abbrechen, dermassen blau waren wir. Das können wir den Leuten heute nicht bieten, weil die teilweise ein halbes Jahr auf ein Konzert hinfiebern.»

«Wir spielen wie britische Fussballteams: nicht immer schön anzuschauen, aber wir kämpfen bis zum Schluss.»

Campinos Live-Credo

Einer der Hosen-Song heisst «Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)». Campino zu berauschten Konzerten: «Wir kommen immer nüchtern auf die Bühne, trinken dann aber nebst Wasser schon auch Bier oder so. Aber alles in Massen! Wir spielen ja wie britische Fussballmannschaften: Das ist nicht immer schön anzuschauen, aber wir geben uns Mühe und kämpfen bis zum Schluss. Da braucht es halt viel Flüssigkeit.»

Und welches sind seine musikalischen Einflüsse? zentralplus fragte Campino:

Was hören Sie beim …

… Autofahren?

Am liebsten AC/DC, Status Quo oder Social Distortion aus Kalifornien.

… Abwaschen?

The Clash. Und so was wie die Ramones – volles Brett.

Alive and Kicking: Die Toten Hosen gastieren am 25. August auf der Luzerner Allmend.

Alive and Kicking: Die Toten Hosen gastieren am 25. August auf der Luzerner Allmend.

(Bild: zvg / Website Die Toten Hosen)

… Essen?

Eher Ruhigeres wie Lounge-Musik, weil die nur im Hintergrund läuft.

… Einschlafen?

Die letzten Johnny-Cash-Sachen unter Rick Rubin, mein Favorit: «American Recordings».

… Aufstehen?

Hauptsache Krach. Nochmals Ramones.

… Liebemachen?

Das wechselt natürlich, weil auch da muss man einer gewissen Routine entfliehen: Dub-Musik, Reggae, Massive Attack – ein Klassiker.

Und weil’s so schön ist, gleich nochmals: «Tage wie diese» live, Rock am Ring 2012:

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