In den ehemaligen Kiosk bei der Bushaltestelle Eichhof soll ein Café einziehen.
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In den ehemaligen Kiosk bei der Bushaltestelle Eichhof soll ein Café einziehen. (Bild: cbu)

Quartierbeiz in Luzern lässt auf sich warten Café im Eichhof-Bushäuschen steht auf der Kippe

3 min Lesezeit 4 Kommentare 24.11.2021, 17:00 Uhr

Der alte Eichhof-Kiosk in der Stadt Luzern ist seit zwei Jahren geschlossen. Angekündigt war ein neues Café. Doch das Projekt ist derzeit blockiert.

Die Rollläden des ehemaligen Kiosks bei der Bushaltestelle Eichhof sind seit zwei Jahren unten, das hübsche Gebäude harrt seiner weiteren Bestimmung. Die Stadt Luzern plante eine öffentliche Nutzung der Fläche und startete deshalb 2019 eine Ausschreibung. Die Idee für ein neues Bistro und Café machte das Rennen und das Projekt stiess im Quartier auf viel Wohlwollen. Interessenten standen bereit, Pläne waren gemacht und das Baugesuch lag öffentlich auf. Das Häuschen würde für einen Aussenbereich mit Tischen Richtung Taubenhausstrasse geöffnet – also direkt an der belebten Veloachse. Die Trafostation von VBL und EWL in der anderen Hälfte des Gebäudes bleibt bestehen.

Die Umsetzung war für 2021 geplant. Doch seit Berichten in den lokalen Medien ist nichts mehr passiert. Nachfrage beim Luzerner Stadtbaumeister Marko Virant. «Die Idee eines Quartiercafés ist weiterhin im Rennen», versichert er. Aber die Abklärungen bräuchten mehr Zeit. «Es hat sich herausgestellt, dass die Kosten für den Umbau zu einem Café höher sind als angenommen. Deshalb gehen wir nochmals über die Bücher.» Man sei mit den Mietinteressenten im Gespräch über einen Finanzierungsanteil. Neben einer Vermietung kommt für die Stadt als Plan B auch eine interne Nutzung infrage, wie das bereits heute in Teilen des Gebäudes der Fall ist.

Eichhof Kiosk in Luzern ist noch kein Café

Hinter dem Projekt für das Café stehen der Gastronom Manuel Kaufmann (u. a. Pizzeria da Marcello) und die Buan Architekten. «Für uns ist es eine Herzensangelegenheit und wir haben Lust, das Häuschen mit seiner Geschichte zu beleben und einen Mehrwert für das Quartier zu schaffen», sagt Architekt Birk Küng. Das Projekt ist weit fortgeschritten: Eine umsatzabhängige Miete war ausgehandelt und ein Architektenvertrag sowie eine Absichtserklärung von den künftigen Betreibern und der Stadt unterschrieben. «So können wir den Innenausbau beim Rohbau schon mitdenken und kostenoptimiert planen», sagt Küng. Doch die Interessenten wurden über Monate vertröstet und die Absichtserklärung ist inzwischen hinfällig. Die Interessenten sind folglich «sehr enttäuscht».

Die Stadt hat die Umnutzung initiiert, wieso geht es nicht vorwärts? Es sei nicht unüblich, dass sich Pläne während der Projektierung ändern, betont Marko Virant. «Es war lediglich die Projektierung bewilligt. Diese ergibt schliesslich genauere Kosten zur Bauausführung.» Wie hoch die maximalen Kosten sind, gibt die Stadt Luzern nicht bekannt. Dies macht es für die künftigen Betreiber schwierig, die geforderte Aufstockung der Eigenmittel abzuschätzen. Aktuell würden sie laut eigenen Angaben rund 100’000 Franken in den Mieterausbau investieren. «Wir haben den Umbau seriös durchgerechnet, aber Bauen in denkmalgeschützten Gebäuden ist immer teuer», sagt Küng. Dazu kommt als Kostentreiber eine teure energetische Sanierung, welche die Stadt fordert.

Entscheid fällt Anfang 2022

Das geschützte ehemalige Bushäuschen wurde 1937 vom Architekten Carl Griot Junior gebaut. Es hat als Zeuge der frühen städtischen Infrastrukturkleinbauten einen hohen baukulturellen Wert. Die Denkmalpflege war von Anfang an involviert und sei hinsichtlich der nötigen energetischen Sanierungsmassnahmen kompromissbereit, betont Birk Küng. Den heutigen schlechten Zustand als Dauerzustand zu akzeptieren sei der Bausubstanz nicht würdig. Zudem sei ein ungenutztes und brachliegendes Gebäude viel anfälliger für Vandalismus und Sprayereien.

Auch der Stadtbaumeister sieht den Sanierungsbedarf. Das Ziel bleibe es, das wichtige baukulturelle Erbe zu erhalten. Eine öffentliche Nutzung sei dafür aber nicht zwingend: «Sie sollte nur mit vertretbarem Investitionsaufwand ausgeführt werden.» Mit einer Prognose ist Marko Virant vorsichtig: «Bis Anfang nächsten Jahres muss klar sein, wie es mit dem Gebäude weitergeht.»

Dieser Artikel erschien zuerst in der Quartierzeitung Obergrund. Diesen und weitere Artikel findest du hier.

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4 Kommentare
  1. Rentner, 25.11.2021, 07:13 Uhr

    Beim Central Platz Viskose E,brücke ging es auch, mir Stadt Luzern fehlt der Kiosk, schnell was für den Besuch oben sing 2 Pflegheime ,Viva, und Steinhof, Blöde ist das,

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  2. Andreas Bründler, Kriens - Bleiche, 25.11.2021, 01:53 Uhr

    Ob man dieses kleine Mehrzweckgebäude aus dem Jahre 1937 als «hübsch» bezeichnen kann sei mal dahingestellt. Trotz dem schönen Wandbild von Alfred Sidler. Wie im Artikel dargestellt, gibt es verschiedene Nutzer, wie VBL, EWL, Stadt, etc. Schade ist, dass seit 2 Jahren nichts mehr gelaufen ist. Früher hatte es an der Seite noch Toiletten. Das war sehr angenehm, wenn man bevor der Bus kommt noch schnell musste, oder auch wenn man mit dem Velo unterwegs war. Und immer muss sich die Denkmalpflege einschalten. Dann wird es automatisch teuer.

    Das erinnert mich ans Bettenhaus im Unispital Basel. Meine 86-jährige Tante hatte im Hochsommer eine grosse Darmoperation. Als ich sie an einem heissen Tag besuchte, waren auf dem Stock alle Türen und Fenster weit geöffnet. Sie lag halb abgedeckt schlafend auf dem Bett. Das Bild das sich mir bot war surreal. Ich konnte nicht anders und hielt alles mit meiner Kamera fest. Nachfrage bei der Pflege: Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz und deswegen könne man keine Klimaanlage einbauen oder sonstige Veränderungen am Gebäude vornehmen. Deshalb werde es halt an solchen Tagen etwas heiss in den Zimmern. Ich werde diesen Anblick meiner Lebtag nicht mehr vergessen.

    Als ein Benutzer, der sehr oft auf der Bank unter dem Wandbild sitzt und auf den Bus wartet, hoffe ich sehr, dass sich die Situation zeitnah verbessert.

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  3. Peter kaufmann, 24.11.2021, 21:42 Uhr

    Warum nur ist nicht einfach in luzern…..

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  4. Paul, 24.11.2021, 20:53 Uhr

    Ich glaube die „mehr zeit“ für abklärungen erhöht die kosten sicher noch zusätzlich. So eine abklärung ist sicher sehr ää mmm aufwendig — warum? Wird tum ersten mal etwas zu einem kaffee umgebaut? (Tramhüüsli emmen)

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