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Trotz rekordhoher Fallzahlen
Bundesrat zögert mit verschärften Corona-Massnahmen

  • Lesezeit: 2 min
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Seit Mitte Dezember gilt in Clubs und Bars die 2G-plus-Regel. Der Bundesrat wartet ab, wie sich die Massnahme auf die Corona-Siutaiton auswirkt. (Bild: ewi)

Der Bundesrat hat sich heute zu einer ausserordentlichen, telefonischen Krisensitzung über die Corona-Situation ausgetauscht. Trotz besorgniserregender Lage hat er keine verschärften Corona-Massnahmen beschlossen. Das nächste Massnahmenpaket liegt jedoch bereit.

In einer Mitteilung bezeichnet der Bundesrat die aktuelle Situation in den Spitälern als besorgniserregend. Es sei davon auszugehen, dass die Zahl der Ansteckungen und Hospitalisierungen weiter zunehmen wird. So verkündeten auch die Luzerner Akutspitäler diese Woche, dass die Intensivstationen bald voll sein werden und es zu Triage-Entscheidungen kommen wird (zentralplus berichtete).

Gleichzeitig betont der Bundesrat aber, dass unklar ist, wie sich die Situation auf den Intensivstationen entwickeln wird. Es deute immer mehr darauf hin, dass eine Infektion mit der Omikron-Variante in der Regel milder verläuft. Zudem schützt die Auffrischimpfung mit den derzeit verfügbaren Impfstoffen gut vor einem schweren Verlauf bei der Krankheit. Dadurch dürfte der Anteil der Personen, die hospitalisiert werden müssen, tiefer sein als in der Delta-Welle.

Zudem könne der Bundesrat die Auswirkung der am 17. Dezember 2021 beschlossenen Verschärfungen noch zu wenig genau beurteilt. Damals verordnete der Bundesrat ein breites Set an verschärften Corona-Massnahmen und führte unter anderem die 2G-Regel für Innenräume ein (zentralplus berichtete).

Bundesrat wartet ab

Vor diesem Hintergrund verzichtet der Bundesrat im Moment auf weitergehende Massnahmen. Ein neues Massnahmenpaket sei aber bereit. Sollten neue Information zur Omikron-Variante vorliegen oder sich die Lage in den Spitälern nochmals deutlich verschlechtern, kann der Bundesrat sehr rasch handeln.

Der Bundesrat wolle weitergehende Massnahmen erst dann ergreifen, wenn sie unumgänglich sind. Die nächsten Schritte wären unter anderem Schliessungen von Betrieben und Einrichtungen, wie Gesundheitsdirektor Alain Berset schon an der Pressekonferenz vom 17. Dezember andeutete.

Wenig Freude an der abwartenden Haltung des Bundesrats dürfte der Luzerner Regierungsrat Guido Graf haben. Er hatte diese Woche medienwirksam verkündet, dass er sich vom Bund verschärfte, nationale Massnahmen wünscht (zentralplus berichtete).

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