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Bundesgericht hebt Zuger Gerichtsurteil auf
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Das Bundesgericht kommt zu einem anderen Schluss als die Luzerner Staatsanwaltschaft. (Bild: PD)

Liebespaar wollte Ehemann mit Schmerzmitteln töten Bundesgericht hebt Zuger Gerichtsurteil auf

2 min Lesezeit 27.06.2019, 09:50 Uhr

Das Zuger Straf- und Obergericht verurteilte ein Liebespaar wegen versuchten Mordes. Mit heimlich überdosierten Schmerzmitteln wollten sie den Ehemann der Frau umbringen. Das Paar zieht das Urteil jedoch weiter ans Bundesgericht. Dieses heisst die Beschwerde gut.

Das Schmerzmittel Paracetamol ist in geringen Mengen ungefährlich und ist deshalb in jeder Apotheke erhältlich. In hohen Dosen eingenommen hingegen, kann das Medikament die Gesundheit stark gefährden.

Dies wollte sich eine Frau und ihr Liebhaber zu gute machen, um den Ehemann der gebürtigen Rumänin umzubringen. Durch die heimlich hochdosierten Schmerzmittel sollte dem Ehemann einen tödlichen Leberschaden zugeführt werden. So lautet die Anklage.

Aufgeflogen ist der Fall mehr oder weniger durch Zufall, weil die Zuger Polizei wegen Kreditkartenbetrug gegen den Liebhaber der Frau ermittelten. Dabei stiessen sie auf diverse Whatsapp-Chats, in welchen über den vermeintlichen Mordplan gesprochen wurde (zentralplus berichtete).

Das Straf- und Obergericht verurteilten die Angeklagten wegen versuchten Mordes zu je über zehn Jahren Freiheitsstrafe. Gegen das Urteil legten die Verurteilten Beschwerde ein und wendete sich ans Bundesgericht.

Bundesgericht stellt Gutachten der Rechtsmedizin in Frage

Die Begründung: Das Vorgehen der Wissenschaftler während der Untersuchung sei unklar und unzuverlässig. Da der Ehemann inzwischen, ohne Zusammenhang zu den Schmerzmedikamenten, verstorben ist, mussten die Wissenschaftlerinnen anhand von Haarproben die Mengen an Paracetamol im Körper des Mannes feststellen.

Das Bundesgericht drückt ebenfalls erhebliche Zweifel aus, ob die Methode im Bezug auf diesen Fall zuverlässig sei. Das Urteil wird deshalb aufgehoben und zurück ans Zuger Obergericht gegeben. Dies berichtet die «Luzerner Zeitung» diesen Mittwoch.

Es soll eine weitere Haaranalyse geben, welche weiteren Aufschluss über den tatsächlichen Paracetamol-Gehalt im Körper des Ehemanns Aufschluss geben soll.

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