Bund stellt klar: Luzerner Durchgangsbahnhof wird in einem Stück gebaut
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In Luzern befürchtete man einen zweiten Kopfbahnhof unter dem bestehenden. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Nach Verwirrung um Formulierung Bund stellt klar: Luzerner Durchgangsbahnhof wird in einem Stück gebaut

2 min Lesezeit 19.02.2021, 13:46 Uhr

Der geplante Durchgangsbahnhof soll auch tatsächlich durchgehend sein. In Luzern ging bereits die Angst um, dass der geplante Bahnhof erst in mehreren Etappen zum echten Durchgangsbahnhof wird. Nun äussert sich der Bundesrat dazu.

Kurz vor Weihnachten läuteten in der Luzerner Politik die Alarmglocken. Die Zukunft des Luzerner Durchgangsbahnhofs, dem grössten ÖV-Projekts der Zentralschweiz, schien plötzlich unklar. Die Befürchtung ging um, dass dieser zunächst gar kein Durchgangsbahnhof sein könnte, sondern erst in mehreren Etappen zu einem solchen werden könnte.

Der Durchgangsbahnhof – eine Mogelpackung? Ein Arbeitspapier des Bundes erweckte diesen Eindruck jedenfalls und rief umgehend die Luzerner Vertreter in Bundesbern auf den Plan (zentralplus berichtete). Nun bringt der Bundesrat Licht in die Sache.

Finanzielle und bauliche Etappierung?

Zur Erinnerung: Der Stein des Anstosses befindet sich im aktuellen «Sachplan Verkehr» des Bundes. Das Arbeitspapier gibt den Stand der Planung im Schienenverkehr wieder. Darin ist zu lesen, dass in einer ersten Etappe ein Tiefbahnhof Luzern als Kopfbahnhof unter dem heutigen Bahnhof Luzern erstellt werden soll. Die Zufahrt zu diesem erfolge ab Ebikon mit einem neuen Doppelspurtunnel unter dem Seebecken hindurch. In einer zweiten Etappe würde der Durchgangsbahnhof dann (mit dem Bau einer Zufahrt via Neustadttunnel zum Portal Heimbach) fertiggestellt.

Nun stand also die Frage im Raum, ob damit eine Etappierung über mehrere Finanzierungsphasen gemeint ist – oder lediglich eine baulich bedingte Realisierungsabfolge. Genau dies wollte Nationalrat Michael Töngi vom Bundesrat wissen.

Bundesrat: «Möglichst schnell Nutzen schaffen»

In seiner Stellungnahme zu Töngis Interpellation schreibt der Bundesrat: «Die Arbeiten sind so aufgegleist, dass sie die Projektierung und den Bau des Durchgangsbahnhofs Luzern insgesamt und in einem Stück vorsehen.» Ein zweiter Kopfbahnhof, der erst Jahre später zum Durchgangsbahnhof werden könnte, ist also nicht beabsichtigt.

Weiter erklärt der Bundesrat: «Wie bei jedem Grossprojekt muss eine bauliche Realisierungsabfolge geplant werden. Naheliegend ist, von Ebikon her zu bauen und realisierbare Teile möglichst frühzeitig in Betrieb zu nehmen, um möglichst schnell verkehrlichen Nutzen zu schaffen.»

Realisierung noch nicht in trockenen Tüchern

Der Bundesrat hält aber auch fest, dass die Realisierung des 2,4-Milliarden-Projekts noch nicht in trockenen Tüchern ist: «Über die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern wird das Parlament mit einem zukünftigen Ausbauschritt zu entscheiden haben.»

Der Bundesrat werde dem Parlament im Jahr 2026 einen durch den Bahninfrastrukturfonds finanzierbaren nächsten Ausbauschritt unterbreiten. In Luzern wird man alles dafür tun, dass der Durchgangsbahnhof in diesem Ausbauschritt enthalten ist – und dem Bund entsprechend weiterhin bei jeder Formulierung genau auf die Finger schauen.

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