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Annullierte Reisen, verunsicherte Unternehmen – aber keine Ansteckungen
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Die Zahl der chinesischen Gäste in Luzern dürfte in diesem Jahr deutlich abnehmen. (Bild: bic)

Corona-Virus: Verdachtsfälle haben sich nicht bestätigt Annullierte Reisen, verunsicherte Unternehmen – aber keine Ansteckungen

3 min Lesezeit 07.02.2020, 14:50 Uhr

In der Schweiz gibt es weiterhin keinen bestätigten Fall des neuen Corona-Virus. Trotzdem befürchten Luzerner Unternehmen zum Teil massive Einbussen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Freitag mitgeteilt, dass bislang in der Schweiz kein Fall einer Ansteckung mit dem neuen Corona-Virus bestätigt worden sei. Bisher seien 200 verdächtige Fälle getestet worden, bei allen sei das Test-Ergebnis negativ gewesen. Das BAG erklärte weiter, an den Schweizer Flughäfen sei die Information der Reisenden zum Corona-Virus verstärkt worden.

Trotz dieser positiven Nachrichten ist eine Reihe von Unternehmen zumindest verschnupft. Das bestätigt Ivan Buck von der Wirtschaftsförderung Luzern. Der Grund: Die Massnahmen zur Eindämmung des Virus wirken sich global aufs Geschäft aus. Davon ist auch die Region Luzern nicht ausgenommen. Am meisten zu schaffen machen düften die Auswirkungen laut Buck   exportorientierten Unternehmungen mit Abhängigkeit zu asiatischen Märkten» und – wenig überraschend – dem Tourismus.

Rückgang der chinesischen Gäste um bis zu 50 Prozent

Eine Einschätzung, die nicht nur Schweiz Tourismus teilt – der Verband rechnet mit einem Rückgang der chinesischen Gäste um 30 bis 50 Prozent –, sondern auch der Luzerner Tourismusdirektor Marcel Perren. Gegenüber SRF sagte er unlängst: «Wir werden das spüren – der Tourismus in Europa und sogar weltweit.» Wie stark man das in der Touristenhochburg Luzern merken wird, lässt sich derzeit allerdings kaum abschätzen. Auch weil aufgrund des chinesischen Neujahrs der Effekt sich erst verzögert zeigen wird.

Sibylle Gerardi, Mediensprecherin von Luzern Tourismus, weiss einzig von einigen Annullierungen zu berichten, die im Zuge des Reisegruppenverbots bei Luzerner Touristikbetrieben hereingeflattert sind. Aber: «Eine Panik haben wir nicht festgestellt.» Und ob der prognostizierte Rückgang an chinesischen Gästen um bis zu 50 Prozent auch für die Region Luzern-Vierwaldstättersee gelte, darüber könne man zurzeit bloss spekulieren.

Zu zahlreich sind noch die offenen Fragen. Etwa: Wie stark wird sich das Virus noch ausbreiten? Wie lange dauert die Ausnahmesituation an? Aber auch, wann heben die chinesischen Behörden das Reiseverbot auf? Und lassen sich vom Verbot auch Individualreisende von ihren Plänen abbringen?

Weitere Entwicklung ist unklar

Ins gleiche Horn stösst Andre Bachmann von der Luzerner City Vereinigung. Es sei unbestritten, dass sich das Virus negativ auf gewisse Wirtschaftszweige auswirken werde. «Wie, wo und in welchem Umfang ist zum heutigen Zeitpunkt aber komplett unklar und zudem stark von der weiteren Entwicklung abhängig.» In der Schweiz sei noch kein Fall diagnostiziert worden und die Bundesbehörden hätten zudem keinerlei Empfehlungen abgegeben, die über die üblichen Grippe-Vorsichtsmassnahmen hinausgingen. Deshalb ist für Bachmann klar: Tagesaktuell ist das Coronavirus für die City Vereinigung «kein Thema».

Auch wenn es noch viel zu klären gibt, beschwören einige Tourismus-Exponenten bereits düstere Zukunftsaussichten herauf. So befürchten etwa die Pilatusbahnen in einem Artikel der Luzerner Zeitung «massive Auswirkungen» aufgrund des Coronavirus. Auch Marcel Heggli, Geschäftsleiter des gleichnamigen Krienser Reiseunternehmens, prophezeit, dass man nach Jahren des Overtourism-Gejammers heuer das Wegbleiben der Chinesen «wohl bedauern» wird. Und auch Christian Pfiffner, Betriebsleiter von Casagrande, geht von «sehr einschneidenden» Konsequenzen aus, sollte sich die Situation noch lange so hinziehen und gar verschlechtern. Trotz breitgefächertem Kundenmix und regelmässigen Sortimentsanpassungen.

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