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Bürgerliches Greenhorn kämpft gegen erfahrenen Linken
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Christophe Lanz (FDP) und Guido Suter (SP) wollen beide in den Kantonsrat. (Bild: Montage wia )

In Walchwil wird neuer Kantonsrat gewählt Bürgerliches Greenhorn kämpft gegen erfahrenen Linken

3 Min 1 Kommentar 25.01.2019, 05:01 Uhr

Im Februar wird der Sitz von Neo-Regierungsrat Florian Weber im Kantonsrat neu vergeben. Dem SP-Kandidaten werden im wohlhabenden Walchwil veritable Chancen eingeräumt – nicht zuletzt nachdem sich selbst Bürgerliche gegen den jungen FDP-Anwärter aussprechen.

Während zehn Zuger Gemeinden bereits im Oktober ihre Kantonsräte gewählt haben, entscheidet die Gemeinde Walchwil erst am 10. Februar, wen sie in den Kantonsrat schickt.

Der Grund: Der FDP-Politiker Florian Weber, der sich im Oktober eines der zwei verfügbaren Mandate geschnappt hatte, wurde gleichzeitig auch in den Regierungsrat gewählt, wo er jetzt sitzt.

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FDP gegen SP

Der bisherige Zuger SVP-Kantonsrat Moritz Schmid verpasste im Oktober die Wiederwahl in die Legislative, hat sich aber gegen eine Kandidatur für die Ersatzwahl entschieden. Und das wiederum führt zu einer interessanten Ausgangslage. Zum einen versucht mit Christophe Lanz (33) nun nämlich ein politisches Greenhorn den Sitz der Freisinnigen zu verteidigen. Tatsächlich steigt er erst jetzt in den Wahlkampf ein. Bei den Wahlen im Oktober hatte sich der Facility Manager noch nicht zur Wahl gestellt.

Zum anderen will der Sozialdemokrat Guido Suter (60) den Einzug ins Kantonsparlament schaffen. Als ehemaliger Gemeinderat verfügt Suter bereits über einige Polit-Erfahrung. Bei den Kantonsratswahlen im Oktober wurde der Bibliothekar zwar nicht gewählt, erhielt jedoch deutlich mehr Stimmen als der langjährige Kantonsrat Moritz Schmid. Siegessicher kann sich Suter bei den kommenden Ersatzwahlen dennoch nicht sein.

Die Bürgerlichen haben sich verbündet

Dies nicht zuletzt, da die drei bürgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP den Schulterschluss verkündet haben und den FDP-Vertreter Christophe Lanz unterstützen. Alle? Nicht ganz.

Kürzlich hat Jürg Steinacher, Vorstandsmitglied der SVP Walchwil in einem Leserbrief mitgeteilt, dass er den SP-Kandidaten unterstützen werde. Er wolle nicht einfach einen unerfahrenen FDP-Kandidaten wählen, einzig, weil dieser jung sei. Vielmehr setze er sich dafür ein, dass ein Walchwiler im Kantonsrat sitze, der über breite politische Erfahrung verfüge. – Wie es eben Guido Suter tue.

Lanz sieht seine Chancen intakt

Dass sich ein SVP-Anhänger dezidiert gegen die Wahl Lanz’ einsetzt, beunruhigt den 33-Jährigen nicht. «Das nehme ich relativ gelassen. Es gehört zur Demokratie, dass jeder wählen kann, wen er will.»

«Jeder muss irgendwann anfangen, Erfahrungen zu sammeln.»

Christophe Lanz, FDP-Kantonsratskandidat

Seine Chancen auf den Sitz sieht er intakt. Und er führt aus: «Natürlich verfügt Guido Suter über Exekutiverfahrung, jedoch wie ich über keine Kantonsratserfahrung. Zudem macht es den Wahlkampf auch attraktiv, wenn es eine gewisse Polarität gibt zwischen jung und alt sowie bürgerlich und links.» Lanz gibt weiter zu bedenken: «Jeder muss irgendwann anfangen, Erfahrungen zu sammeln.»

Bedauern auf Seiten Suters

Dass die FDP ein politisches Greenhorn aufgestellt hat, bedauert sein Kontrahent. «Ich kenne Christophe von der Feuerwehr und glaube, dass er dieses Kantonsratsamt grundsätzlich machen könnte. Was ich jedoch bedauere, ist, dass allenfalls jemand in den Kantonsrat gewählt wird, der politisch weder auf der gemeindlichen, noch auf der kantonalen Ebene über Erfahrung verfügt.»

«Lanz wird nur deshalb gefördert, weil er bei der FDP ist.»

Guido Suter, SP-Kantonsratskandidat

Gerade weil sich die bürgerlichen Parteien derart klar für Lanz einsetzen würden, könne Suter seine eigenen Chancen nur schwer einschätzen. «Es gibt schon viele Leute, die parteigetreu wählen.» Umso mehr habe ihn erstaunt und gefreut, dass sich der SVP-Mann Steinacher in seinem Leserbrief klar für Suter ausgesprochen habe.

«Steinacher hat die Figur der demokratischen Ethik reingebracht. Weil es nur um diesen einen Sitz geht, sollte es sich um eine Persönlichkeitswahl handeln. Mit dem offiziellen politischen Schulterschluss passiert nun das Gegenteil.»

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1 Kommentare
  1. René Schmid-Bill, 25.01.2019, 13:30 Uhr

    Ich persönlich unterstütze auch Guido Sutter, habe ihn schon gewählt. Als glp-ler ist mir zwar die FDP näher aber ohne Erfahrung und Bekanntheit wähle ich nicht einfach einen “Parteivertreter”.
    Guido kenne ich aus seiner Zeit als Gemeinderat und trug nicht immer seine Meinung mit. Im Kantonsrat kann aber jemand der so gut vernetzt ist in der Gemeinde und bekannt sicher mehr für die Walchwiler als ein unbekannter den ich auch nicht kenne. Ich denke, dass Guido gewählt wird.