Bucherer baut 370 Stellen ab – bis zu 170 davon in Luzern
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Bis zu 170 Stellen will Bucherer in Luzern abbauen. (Bild: zvg)

Asiatische Kunden fehlen Bucherer baut 370 Stellen ab – bis zu 170 davon in Luzern

1 min Lesezeit 9 Kommentare 12.08.2020, 10:50 Uhr

Der Juwelier Bucherer muss sparen. Weil die Touristen ausbleiben, werden Stellen gestrichen. Davon sind auch viele Angestellte in Luzern betroffen.

Die Coronakrise trifft den Juwelier Bucherer mit voller Härte. Weltweit muss er deshalb 370 von 2400 Stellen abbauen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Davon fallen bis zu 170 auf Luzern.

In der ganzen Schweiz rechnet Bucherer mit einem Abbau von 220 Stellen. Schuld sei die Coronakrise und der damit einhergehende massive Rückgang des Tourismus. Die Geschäfte der Juweliere brachen ein und laufen nach wie vor schlecht. «Die Umsatzeinbrüche vor allem in der Schweiz sind enorm», heisst es in der Mitteilung.

Sortiment soll weiterentwickelt werden

Seit Februar sei der Umsatz allein in Luzern um über 90 Prozent zurückgegangen. Auch nach der Wiedereröffnung der Läden im Mai lief das Geschäft nicht wirklich besser. Bucherer rechnet angesichts der weltweiten Situation nicht mit einer wesentlichen Besserung vor 2023.

Trotzdem plant das Luzerner Schmuckunternehmen, das Angebot weiterzuentwickeln – etwa durch «exklusive und innovative Sortimente, zeitgemässe Digitalisierung er Dienstleistungen und ein inspirierendes Einkaufserlebnis».

Für die vom Stellenabbau Betroffenen kommt ein Sozialplan zum Zug. Bucherer hofft, die Zahl der Kündigungen durch natürliche Fluktuationen und Frühpensionierungen tief zu halten.

Das Luzerner Unternehmen ist in Europa an 36 Standorten vertreten. In der Schweiz gibt es 17 Filialen. Allein in Luzern zählt Bucherer rund 600 Angestellte.

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9 Kommentare
  1. Peter Müller, 17.08.2020, 16:12 Uhr

    Am Ende verlieren alle!
    Auch ich habe mich in der Vergangenheit über die vielen Touristen gewundert und in ganz seltenen Fällen auch schon geärgert.
    Wie viele lokale Unternehmen und so auch deren Mitarbeitenden von einem guten Geschäftsgang profitieren, wird aber scheinbar vergessen. Und das sogar über die Grenzen von Luzern hinaus.
    Seien es Handwerker, das Gastgewerbe, Transportunternehmen und viele mehr, profitieren von den Touristen und vom guten Geschäftsgang von Bucherer, Casagrande, Gübelin usw.
    Das wegbleiben der Touristen betrifft also weit mehr Menschen. So wie wir direkt oder indirekt von guten Geschäften profitieren, verlieren wir jetzt auch alle!

  2. Kasimir Pfyffer, 12.08.2020, 13:44 Uhr

    Für die Betroffenen ein harter Schlag, für die Stadtentwicklung ein Gewinn. Jetzt kann, nein muss sich die Politik endlich überlegen, wie ein vielfältiges, lebendiges und nachhaltiges Gewerbe in der Altstadt aussieht. Lange genug hat man sich vom Bijouterie- und Souvenirfilz gängeln lassen. Die angeblich gigantischen Steuererträge vom Grendel sind jetzt wohl kein Hinderungsgrund mehr für eine zukunftsfähige Strategie.

    1. PeBucher, 13.08.2020, 13:01 Uhr

      Wenn die Freude am Schaden der „Anderen“ die Grundlage für eine nachhaltige, zukünftige Entwicklung bildet – wenn endlich nur noch „richtige“ Einheimische ihr Gewerbe treiben dürfen, die nicht, wie diese offenbar weniger einheimischen Luzerner Familien, welche mit ihren Uhrengeschäften und Souvenirläden ja erst seit mehr oder weniger 100 Jahren erfolgreich Arbeitsplätze und Einkommen schaffen – wenn Luzern nur gewinnen könne, wenn die „Asiaten in Cars“ (erstaunlicherweise darf man diese Menschen auch nach der „Mo.re.kopf“-Debatte weiterhin mit vollem Namen verunglimpfen) vertrieben und durch „massvolle Individualtouristen“ ersetzt werden – dann wird man endlich wieder urban heimelig unter sich ausmachen können, wen man als Nächsten vertreiben könnte, der nicht schon selber geflüchtet ist.

    2. Benno von Gunten, 13.08.2020, 13:07 Uhr

      Sorry, geht einfach nicht ohne Zynismus:

      – Stadtentwicklung = Leben wie früher (das Früher, welches wir romantisch verklärt haben natürlich) = Leben wie auf dem Land (im Dörfli weitab), einfach in der Stadt! = Ballenberg.
      – Vielfältig? Es ist nicht vielfältig? Hat es einfach keinen Schirmladen mehr? Warum hat es den Schirmladen nicht mehr? Für wen vielfältig? Was versteht man nicht daran, dass sich das Angebot nach der Nachfrage richtet – mindestens mittelfristig? Kein Angebot = keine Nachfrage.
      – Das Gewerbe am Grendel ist äusserst lebendig. Multikulti! Das ist ja genau das, was die Hinterwäldler stört! Es ist zu lebendig. Liäber es bitzli ruehig ohni diä frömde Fötzel.
      – Nachhaltig? Die ältesten Firmen des Kantons sind in der Innenstadt tätig. Was gibt es Nachhaltigeres? Oh sorry, der servierte Gratiskaffee war nicht Bio? Ei, ei ei die sind böse.
      – Die Politik soll jetzt sagen wie die Ladenflächen aufgeteilt werden? Vielleicht noch zwei, drei Buvettes (Hochlohnjobs im ewig kriselnden Gastgewerbe, Allerweltsmassnahme gegen jedes städtische Übel). Studi-Lifestyle als Nonplusultra.
      – Ja der Filz! Der Politfilz, der Souvenirfilz (wenigstens kreatives Wort). Es sind die einzigen, welche sich noch äussern (mittlerweile nicht mehr öffentlich). Es ist legitim am Samstag an die Demo zu gehen, es ist ergo legitim sich für die eigene Sache/Bedürfnisse/Ideen einzusetzen.
      – Steuererträge: Ja böse, böse. Steuern schlecht. Geld schlecht. Hoppla, wieso kommt der Lohn nicht? Oder die AHV? Ich bekomme eine Lauchstange, eine Seife und eine Rolle Toilettenpapier stattdessen? Mit Anstehen bitte, das bringt uns zusammen.
      – Machen es wir doch wie am Löwenplatz: Schöne Bepflanzung und Mobiliar im Paletten-Ever-Chic-Stil auf der Seebrücke (kein Verkehr mehr), dem Grendel (all die hässlichen, gestopften Schaufenster weg), im Stadthaus (würde wahrscheinlich niemand merken). Und für das grüne Gewissen: Dampfschiffe versenken.
      – zukunftsfähige Strategie? Alles ist zukunftsfähig ob es klappt oder nicht. Ein paar Worthülsen ohne konkrete Inhalt, bitte sehr.

  3. Zunft zur Zukunft, 12.08.2020, 11:20 Uhr

    Wenn jetzt dem Grendel entlang noch jedes zweite Souvenir- oder Uhrengeschäft dicht macht, dann hatte Corona wenigstens eine gute Begleiterscheinung. Es ist wahrscheinlich für Jahre eine einmalige Gelegenheit, sich als Luzerner seine Stadt zurückzuholen! Nutzt sie!

    1. Luzern ohne Tourismus, 12.08.2020, 14:26 Uhr

      Da spricht wohl jemand, der keine Angst haben muss, seine Arbeitsstelle zu verlieren? Ohne Tourismus wird Luzern viel verlieren, nicht nur Arbeitsstellen!

    2. Zunft zur Zukunft, 12.08.2020, 16:24 Uhr

      @Luzern ohne Tourismus – Da muss ich Ihnen widersprechen! Ich bin überzeugt, dass Luzern mit massvollem (Individual-)Tourismus, ohne Asiaten in Cars, nur gewinnen kann. Dann nämlich, wenn all die Uhren- und Souvenirläden aus der Stadt verschwinden und somit zahlbaren Platz für Einheimische und einheimisches Gewerbe frei wird. Und ja, dann würden auch die Luzerner wieder vermehrt in Luzern ihre Freizeit verbringen und nicht jede freie Minute aus der Stadt flüchten. Der Einwohner der Stadt profitiert nämlich genau NULL von der aktuellen Tourismusindustrie! Die paar wenigen Jobs, welche dabei verloren gingen, sind aktuell sowieso nicht von Einheimischen besetzt. Es würde neues entstehen, mit genauso vielen neuen Jobs.

    3. Benno von Gunten, 13.08.2020, 13:50 Uhr

      @Zunft zur Zukunft: Widersprechen darf man immer. Gute demokratische Tradition. Nur weil ein Widerspruch geäussert wird, muss nicht automatisch auch was dran sein. Über 100 Stellen abbauen alleine im Hauptsitz, das sind nach Ihrer Meinung ein ‚paar wenige Jobs‘ und es sind ja sowieso ‚keine Einheimischen‘ (Gegenfrage: Wohnen die im Ausland und pendeln? Ah, sie haben keinen Schweizer Pass. Gutes Niveau, gratuliere). Und ‚all die Uhren- und Souvenierläden‘ sollen verschwinden – finde auch, dass all die Unterwäscheläden abhauen sollen, die haben nämlich eh nix was mir passt. Und mir kämen noch einige andere in den Sinn. So viel Platz für ‚Einheimische und einheimisches Gewerbe‘ für was dann genau? Es hat mittlerweile genügend freie Ladenflächen für jede Idee, wieso wird das nicht genutzt? (Ah – es geht eigentlich um die Asiaten, die gehören einfach nicht hierhin). Die Luzerner würden dann wieder mehr in Luzern ihre Freizeit verbringen, weil sie ja nicht ‚fliehen‘ müssen. Die Zahl der Vertriebenen aus dem Tribschenquartier, Würzenbach usw.. sind unüberschaubar geworden. (Ah, jetzt wissen wir wieso es in den Quartieren im Sommer so leise ist: Die Einheimischen werden von den Touristen vertrieben und müssen auf die Malediven, Südamerika, Italien usw.). Und die Stadt ‚profitiert nämlich genau NULL‘ von der Tourismusindustrie. Niemand. Nirgends. Seit 100 Jahren sogar. Unglaublich, sowas kann man in der Öffentlichkeit von sich geben. Und es wird stattdessen ’neues, mit genauso vielen neuen Jobs‘ entstehen. Sportlich, ehrgeizig. Respekt. War letzthin in Burgdorf, war unglaublich zu sehen wie viel Neues dort entstanden ist im Zentrum. Wahrscheinlich wird das noch passieren, man sieht noch nichts. Und ‚Jobs‘: Ja Jobs hat es immer. Job = Irgendeine unselbständige Tätigkeit, welche Geld einbringt. Beruf = kommt von Berufung, geht einher mit Fachwissen und Engagement. Aber egal. Never fight with a street wise guy, you only can loose, pflegte meine Mutter zu sagen.

    4. Zunft zur Zukunft, 13.08.2020, 19:31 Uhr

      @Benno von Gunten – Das mit einheimischen Angestellten war so gemeint, dass Betriebe wie Bucherer, Casagrande, verschiedene Hotels und Restaurants und neustens gar die SGV ja gezielt Landsleute der asiatischen Bustouristen rekrutieren, damit diese ihren Landsleuten in Luzern die entsprechenden Produkte verkaufen. Da gibt es Läden, wo keine einzige Angestellte Mundartherkunft hat. Wer sich darauf einlässt, der muss damit rechnen, dass sich die Zeiten ändern. Und nein, ich finde Luzern ist für diese Stellen nicht verantwortlich. Da sollen die Leute Verantwortung übernehmen, welche diese Leute im fernen Ausland für diese Jobs angeworben hat. Für mich ein Top Beispiel von Veränderung im Laufe der Zeit ist das ehem. Coop – Gebäude an der Hertensteinstrasse. Als Coop oder später Vögele an diesem Standort dicht machte, war das gezetere in Luzern gross. Trotzdem ist da neues entstanden. Kein Tourismustempel, sondern etwas tolles in Luzern für Luzerner. Zudem glaube ich nicht, dass heute in diesem Gebäude weniger Leute einen Job ausüben, als es früher bei Coop der Fall war. Genauso wird es sein, wenn Bucherer oder andere Touris-Läden am Grendel schliessen. Es wird neues entstehen, neues was hoffentlich mehr auf die Einheimischen ausgerichtet ist und genauso viele Arbeitsplätze schafft. Grad aktuell ist es ein Paradies durch Luzern zu schlendern. All die vergrösserten Strassencafes, viel Platz, kein Selfiestangenslalom etc. Wie schön wäre es, wenn wenigsten das Emilio noch da wäre und der neu gestaltete Grendel aufwerten würde. In der heutigen Zeit ist es existenziell, dass sich Arbeitnehmer ständig weiterbilden, umschulen, dynamicsch sind, dann kann man auch einen Job zu seiner Berufung machen.

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