Braucht der Stadtteil Ruopigen einen Tunnelbahnhof?
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Das Quartierzentrum Ruopigen hat noch Potenzial, findet die Stadt. (Bild: zvg/Stefano Schröter)

CVP fordert mehr ÖV für Reussbühl Braucht der Stadtteil Ruopigen einen Tunnelbahnhof?

3 min Lesezeit 12.11.2018, 14:51 Uhr

Der Stadtteil Ruopgien ist ÖV-technisch abgehängt. Dies findet zumindest CVP-Stadtparlamentarier Roger Sonderegger. Er bringt eine unkoventionelle neue Idee aufs Tapet.

CVP-Stadtparlamentarier Roger Sonderegger hält die Erschliessung des Littauer Quartiers Ruopigen für ungenügend. Mit zwei Vorstössen fordert er Massnahmen: bessere Busverbindungen sowie einen Tunnelbahnhof.

Im Quartierzentrum Ruopigen befinden sich wichtige öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Bibliothek, Teile der öffentlichen Verwaltung sowie ein Alters- und Pflegeheim befinden und Gastronomie-Angebote. 3’800 Menschen wohnen gemäss Statistik hier.

Trotzdem fehle eine direkte Verbindung in die Innenstadt, bemängelt Sonderegger. Die Buslinie 40 führt vom Bahnhof Littau via Ruopigen und Reussbühl nach Waldibrücke, aber wer ins Stadtzentrum von Luzern fahren will, muss via Reussbühl auf die Buslinie 2 umsteigen.

«Leider brechen diese Anschlüsse sehr oft, das heisst, die Fahrgäste verpassen den Anschluss von der Linie 40 auf die Linie 2, was eine Fahrzeitverlängerung von 7 bis 15 Minuten bedeutet und negative Auswirkungen auf die Nutzung hat», so Sonderegger. Zudem würden das heutige Busangebot von verschiedenen Transportunternehmen bedient.

30 statt 15 Minuten

Gemäss Mobilitätsstrategie 2018 der Stadt Luzern müssten alle Quartiere in 15 Minuten aus dem Stadtzentrum erreichbar sein. Mit dem aktuellen Angebot sei dies für Ruopigen bei weitem nicht der Fall: Die Fahrzeit von Ruopigen Schulhaus nach Luzern Bahnhof betrage heute zwischen 20 und 35 Minuten.

Der Stadtrat soll sich darum beim Verkehrsverbund Luzern für eine bessere Erschliessung des Quartiers einsetzen, so Sonderegger. Kurzfristig mit einer konsequenten Einhaltung der Anschlüsse in Reussbühl, mittelfristig mit der Planung einer Direktverbindung ins Stadtzentrum.

Ein neuer Bahnhof

Doch damit ist es für Roger Sonderegger nicht getan: «Die Erschliessung von Ruopigen mit der Bahn könnte möglicherweise eine interessante Alternative anbieten.» Eine Haltestelle Ruopigen sei seit über 20 Jahren in den Planungen enthalten, so auch im aktuell entstehenden Agglomerationsprogramm Luzern der zweiten Generation.

Allerdings wurde bisher die Station auf der offenen Strecke, östlich der Anlagen des Tennisclubs Littau, geplant. Damit würden innerhalb einer Gehdistanz von 500 Metern weder die bestehenden Siedlungsteile auf Ruopigen noch die geplanten Arbeitsplatzgebiete im Staldenhof optimal erschlossen werden.

Der CVP-Politiker hat einen anderen Vorschlag: Ein rund 300 Meter langer Tunnelbahnhof könne diese Probleme vermutlich lösen. Mit einem Aufgang im Gebiet Ruopigen und einem Ausgang beim bestehenden westlichen Tunnelportal könnte die Erschliessung beider Gebiete deutlich verbessert werden.

Seit 100 Jahren bewährt

Damit könnten auch die Gebiete Waldstrasse und das Schwimmbad Zimmeregg profitieren. Beim westlichen Tunnelportal wäre laut Sonderegger zusätzlich eine Über- oder Unterführung notwendig.

«Im Vergleich zur heutigen, mangelhaften Erschliessung des Quartiers Ruopigen würde ein S-Bahn-Anschluss einen Sprung nach vorne bedeuten und die schlechte ÖV-Erschliessung der Entwicklungsgebiete Vorderruopigen und Staldenhof könnte gestärkt werden», ist Sonderegger überzeugt. Tunnelbahnhöfe seien zudem nichts Aussergewöhnliches und seit über 100 Jahren weltweit bekannt und in Betrieb – in Luzern etwa auf der Allmend.

Roger Sonderegger fordert den Stadtrat auf, gemeinsam mit dem Verkehrsverbund die Machbarkeit einer Tunnelstation auf Ruopigen zu prüfen.

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