Brandruine Schochenmühle: Warum passiert hier nichts?
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Das Haus bei der Schochenmühle, wie es sich heute, 2,5 Jahre nach dem Brand, präsentiert. (Bild: wia)

Die Pläne der Stadt Zug zum historischen Haus Brandruine Schochenmühle: Warum passiert hier nichts?

3 min Lesezeit 12.08.2020, 05:00 Uhr

Ein altes Bauernhaus in der Schochenmühle hat vor zwei Jahren lichterloh gebrannt. Bis heute steht das angekokelte Gebäude noch, partiell durch eine Plastikplane abgedeckt. Warum passiert hier nichts?

Ein altes Haus, das absolut sanierungsbedürftig ist, brennt lichterloh. Das Feuer hinterlässt grosse Schäden. Weg damit und was Neues bauen? Klingt plausibel. Doch so einfach ist die Sache im folgenden Fall nicht.

Beim Brandhaus handelt es sich nämlich um das 200-jährige Gebäude in der Schochenmühle. Es gehört der Stadt Zug. 2015 wurde es zum Stadtgespräch, weil es für einen Schnäppchenpreis von 50’000 Franken verkauft werden sollte. Dies jedoch mit hohen Auflagen (zentralplus berichtete).

Kurze Zeit später wurde der Verkaufsprozess gestoppt. Die Stadt hatte nämlich realisiert, dass das Haus womöglich sowieso abgerissen werden muss. Grund: Die Behandlung des kantonalen Richtplans stand damals noch aus.

Zu der Zeit wurde der Bau eines Halbanschlusses diskutiert. Und dazu hätte eine Strasse gehört, welche die General-Guisan-Strasse mit der Gemeinde Steinhausen verbindet – quasi mitten durchs Haus in der Schochenmühle (zentralplus berichtete).

Hellblau gestrichelt ist der mögliche Halbanschluss eingezeichnet. Innerhalb des gelben Kreises befindet sich besagtes Haus. (Bild: Richtplan des Kt.Zug)

Einige Zeit später, im März 2018, fing das Gebäude aufgrund eines technischen Defekts Feuer. Der Schaden war beträchtlich.

Nun, zweieinhalb Jahre später, befindet sich das Haus noch immer im Limbus, ist weder bewohnbar gemacht noch abgerissen worden. Woran liegts?

Der eindrückliche Brand wurde von der Feuerwehr fotografisch festgehalten.

Der Halbanschluss bleibt weiterhin möglich

Daran, dass dem Stadtrat bis vor kurzem die Hände gebunden waren. Denn die Debatte über besagten Richtplan wurde im Kantonsrat erst diesen Mai entschieden. Und zwar im Sinne des Regierungsrates, der auf Nummer Sicher gehen wollte.

«Der Regierungsrat erachtet es als sinnvoll, dass der Halbanschluss als strategische Reserve für kommende Generationen im Richtplan bleibt», erklärt der Zuger Baudirektor Florian Weber. Dies wiederum bedeutet zwar nicht, dass die Verlängerung der General-Guisan-Strasse je gebaut wird. Es bleibt aber weiterhin möglich.

Viel eher spricht sich der Zuger Baudirektor Florian Weber dafür aus, dass man zur künftigen Verkehrsentlastung die Chamer- sowie die Nordstrasse «ertüchtigt», sprich, ausbaut. «Die Kosten für eine Ertüchtigung dieser Strassen sind tiefer als jene für eine Realisierung des Halbanschlusses Steinhausen Süd mit einer Verbindung nach Baar oder Zug», sagte Weber in der Ratsdebatte.

Was heisst das nun für die Stadt Zug und ihr angekokeltes Haus?

Stadt will das Haus neu aufbauen

Brigitt Siegrist, die stellvertretende Departementssekretärin des Baudepartements, erklärt: «Geplant ist, das Gebäude für Wohnzwecke wiederaufzubauen.» Die Denkmalpflege habe das Gebäude aus dem Inventar entlassen.

Noch sind jedoch nicht alle Hürden genommen, damit das 200-jährige Haus wieder zum Leben erweckt werden kann. «Mit dem Kanton muss noch geklärt werden, ob man mit einer Baubewilligung rechnen kann oder ob der Eintrag des Halbanschlusses im Richtplan dem entgegensteht.»

Man darf also weiterhin gespannt sein, wie es mit besagtem Haus weitergeht und wie lange das arme Gebäude noch in Blachen gehüllt verharren muss.

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