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Bostadel-Häftling stirbt nach Sturz aus 11 Metern Höhe
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Einmal jährlich findet in der Strafvollzugsanstalt Bostadel ein Konzert für Gefangene statt. Das stösst bei einigen Kantonsräten auf Unverständnis. (Bild: wia )

Zug: Nun steht Spazierhof zur Disposition Bostadel-Häftling stirbt nach Sturz aus 11 Metern Höhe

2 min Lesezeit 04.03.2019, 14:44 Uhr

Ein 41-Jähriger Häftling kletterte am Samstag über ein Geländer in der Strafanstalt Bostadel und stürzte 11 Meter in die Tiefe. Es wird von einem Suizid ausgegangen. Nun wird es wohl zu Änderungen mit dem Spazierhof kommen, sagt Gefängnisdirektor Andreas Gigon gegenüber zentralplus.

Am letzten Samstag ereignete sich um die Mittagszeit ein Todesfall in der Interkantonalen Strafanstalt Bostadel in Menzingen. Laut der Zuger Sicherheitsdirektion überstieg ein Gefangener das Geländer des Spazierhofs und stürzte rund 11 Meter in den Innenbereich des Gefängnisareals. Das anwesende Anstaltspersonal leistete Erste Hilfe.

Der umgehend aufgebotene Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des Häftlings feststellen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Suizid.

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«Ein Suizid passiert grundsätzlich allein in der Zelle, nicht vor 108 Mitgefangenen.»

Andreas Gigon, Gefängnisdirektor Strafanstalt Bostadel

«Es kommt vor, dass sich Menschen im Gefängnis das Leben nehmen. Bei uns war das 2009 das letzte Mal der Fall,» erklärt Andreas Gigon, der Direktor der Strafanstalt Bostadel. «Das passiert jedoch grundsätzlich allein in der Zelle, und nicht im Kollektiv, vor 108 Mitgefangenen.»

Dokumentiert ist ausserdem der Fall eines Häftlings, der sich im Jahr 2013 im Bostadel zu Tode hungerte und den Kanton Zug vor ganz neue Fragen stellte (zentralplus berichtete).

Bostadel steht mit Careteam in Kontakt

Bezüglich Spazierhof erklärt Andreas Gigon: «Vor 40 Jahren – mit dem Bau des Bostadel – wurde der Hof in seiner heutigen Form gebaut. Er ist erhöht, die Häftlinge haben Aussicht.»  Nach dem Vorfall vom Samstag werde das Konzept des Spazierhofes angepasst, ist Gigon überzeugt. Inwiefern, sei jedoch noch unklar. «Wir möchten die anderen Gefangenen nicht dafür strafen, indem wir den Hof ganz zumachen.»

Laut dem Gefängnisdirektor sei man derzeit mit dem Zentralschweizer Careteam in Kontakt. «Ausserdem arbeiten wir sehr gut mit Leuten aus Sozialdiensten, Psychologen und Psychiatern zusammen. Die Gefangenen haben also die Möglichkeit, Gespräche zu führen.»

Auch werde für die Gefangenen eine Andacht organisiert zum Gedenken an den Verstorbenen.

Der Betroffene (41) war wegen einem schweren Delikt gegen Leib und Leben seit rund 20 Jahren in Haft und seit 2014 ordentlich verwahrt. Er befand sich seit August 2018 in der Strafanstalt Bostadel. «Wir bedauern den Vorfall sehr», schreibt die Zuger Sicherheitsdirektion.

Im Einsatz vor Ort waren der Rettungsdienst Zug (RDZ), die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega, Einsatzkräfte der Zuger Polizei sowie die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, wie dies bei Todesfällen in Strafanstalten üblich ist.

IKS Bostadel

Die Interkantonale Strafanstalt Bostadel (IKS Bostadel) gehört zum Strafvollzugskonkordat der Nordwest- und Innerschweiz. Sie ist eine selbständige öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit und wird von den Kantonen Basel-Stadt und Zug gemeinsam geführt. Die IKS Bostadel ist eine geschlossene Anstalt, die Strafen und Massnahmen an Wiederholungstätern und an Straftätern mit besonderer Flucht- oder Gemeingefahr vollzieht.

In der Sicherheitsabteilung der Strafanstalt Bostadel in Menzingen ZG entschloss sich der Häftling Martin Tobler* zu seinem Hungerstreik

In der Sicherheitsabteilung der Strafanstalt Bostadel in Menzingen ZG entschloss sich der Häftling Martin Tobler* zu seinem Hungerstreik

(Bild: Christian Herbert Hildebrand)

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