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Bombendrohung und Bankraub – aber amüsant
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Er hält die Stadt in Atem: Der verrückte Professor stellt im Smartphone-Spiel knifflige Rätsel. (Bild: zvg)

Schnitzeljagd per Smartphone Bombendrohung und Bankraub – aber amüsant

3 min Lesezeit 29.07.2015, 14:00 Uhr

Ein verrückter Professor verängstigt die Bürger der Stadt mit einem komplexen Bombensystem. Nur ein paar Auserwählte können die Stadt retten. Ein unterhaltsames Gruppenspiel. Hinter dieser Idee stecken zwei erfolgreiche Jungunternehmer aus Sursee. 

In Zukunft werden wohl Banküberfälle und Bombendrohungen in der Zentralschweiz immer öfter vorkommen. Aber zum Glück sind es keine echten: Man beobachtet eifrige Gruppen, wie sie auf ihre Smartphones starren und Rätsel lösen. Es handelt sich dabei um eine neue Idee der Surseer Firma «Swiss Local Travel», die sich auf Gruppenanlässe spezialisiert hat. Die Touren kann man bestellen und sich anschliessend per App durch die Abenteuer führen lassen.

Diese Idee scheint ein voller Erfolg zu sein, wie Lukas Bregenzer, Mitbegründer und Geschäftsführer, auf Anfrage erklärt. «Es werden dieses Jahr über 1’000 Personen an unseren Touren teilnehmen», freut sich der 31-Jährige.

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Zusammen mit seinem Geschäftspartner und Mitbegründer Mischa Ernst (31) organisiert Bregenzer Schnitzeljagden unter ominösen Namen wie «Bombenalarm», «Bankraub» oder «Das Zauberbuch». Sie haben mit diesen Ideen ihrem Startup-Unternehmen «Swiss Local Travel» zum Durchbruch verholfen.  

«Dass es so gut ankommt, hätten wir nicht gedacht.»

Lukas Bregenzer 

Erfolg nicht erwartet 

Lukas Bregenzer (31)

Lukas Bregenzer (31)

(Bild: zvg)

Seit fünf Jahren organisieren die beiden mit ihrer Firma Geschäftsanlässe, und haben dabei viele verschiedene Gesellschaftsspiele entwickelt. «Wir wollten etwas anderes machen, als diese steifen 5-Gänge-Menüs mit Alleinunterhalter», sagt Bregenzer.

Sie gehen mit den Mitarbeitern kochen in freier Natur, organisieren einen «Tatort im Weinkeller» oder malen zusammen mit lokalen Künstlern Bilder. «Uns macht das selber grossen Spass. Unser Ziel ist es dabei, dass die Mitarbeiter einen Tapetenwechsel haben. Darüber hinaus sind solche Erlebnisse gut für die Teambildung», sagt Bregenzer.

Es sieht nun ganz danach aus, als hätten die Jungunternehmer mit der Idee für Smartphone-Schnitzeljagden einen Verkaufshit gelandet. «Vor zwei Jahren haben wir mit der Umsetzung begonnen. Dass es schliesslich so gut ankommt, hätten wir nicht gedacht. Vom Erfolg sind wir doch schon ein wenig überrascht.» 

Nervenkitzel mit Requisiten und Schauspielern

Mischa Ernst (31)

Mischa Ernst (31)

Eine Smartphone-Schmitzeljagd dauert durchschnittlich eineinhalb Stunden und ist eine Kombination aus Technik und Pfadfinder-Kniffeleien. «Die Spieler müssen allerhand Aufgaben lösen, wobei eine Vielzahl von Requisiten von uns vorgängig auf der Strecke aufgestellt werden», erklärt Bregenzer.

Es meldet sich zum Beispiel ein verrückt gewordener Professor per Smartphone und übermittelt eine neue Nachricht, wie ein komplexes Bombensystem zu knacken sei. Selbst Schauspieler stehen im Einsatz. So kann es schon mal vorkommen, dass die Lösung eines Postens von einem betrunkenen Clochard zu erfahren ist, der feutchtfröhlich auf der Kirchentreppe sitzt.

Und damit die Polizei bei Meldungen wie «Bombenalarm» und «Bankraub» nicht plötzlich mit einem Grossaufgebot aufkreuzt, wird sie vorher über die Spiele informiert. 

«Hangover» beliebt bei Poltergruppen

Besonders beliebt ist eine die Städte-Tour namens «Hangover» offenbar bei Poltergruppen. «Hier ist das Rätsel zu lösen, was in der vorangegangenen Nacht geschah. Die Geschichte funktioniert ähnlich wie im gleichnamigen Kinofilm», sagt Bregenzer. Dabei seien die Touren eine gute Alternative zu den üblichen Sauf-Touren. Man könne für die Aufgaben nicht sturzbetrunken sein. «Von Frühling bis Herbst haben wir jetzt eine Buchung um die andere. Es sind zehn bis 20 Schnitzeljagden pro Monat.»

Wie viel Geld die Schnitzeljagden schlussendlich einbringen, kann Bregenzer noch nicht sagen. Eine Tour kostet ab 25 Franken pro Person. Wir müssen zuerst die Buchhaltung machen. Man kann aber schon sagen, es sei gut angelaufen.» Die Schnitzeljagden und Tourenplanungen sollten auf jeden Fall für drei 100-Prozent-Pensen, sowie weitere Honorare für Helfer ausreichen. «In Zukunft wollen wir noch viele weitere Angebote entwickeln. Wir freuen uns drauf.» 

 

Auf Spurensuche im Wald: Eine Gruppe versucht, ein Rätsel von Swiss Local Travel zu lösen.

Auf Spurensuche im Wald: Eine Gruppe versucht, ein Rätsel von Swiss Local Travel zu lösen.

(Bild: zvg)

 

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