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Pressefreiheit ist kein Thema
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Die Meinungs- und Pressefreiheit: In Luzern selbstverständlich, in Eritrea inexistent. (Symbolbild: Fotolia)

Eindrücke aus dem Redaktionsalltag Pressefreiheit ist kein Thema

2 min Lesezeit 11.05.2017, 18:45 Uhr

Von der Theorie in die Praxis: zentralplus-Praktikant Tahanur Abdelkader findet, in Luzern wird Journalismus so praktiziert, wie er es im Studium gelernt hat. Anders in seinem Heimatland: In Eritrea fürchte sich nicht die Regierung vor den Medien – sondern umgekehrt.

Ich habe in Eritrea Journalismus studiert. Nach der Matura war ich zwei Jahre am Institut für Technologie in der Nähe von Asmara und schloss mein Studium nach dem National Service 2011 ab.

Im Studium lernte ich, dass ein Journalist jemand ist, der wahre Informationen ohne emotionale Gefühle ausdrücken kann. Jemand, der sich nicht für andere einspannen lässt. Jemand, der für die Aussagen seiner Berichte Zeugen oder Beweise hat – eine sachliche Grundlage. Journalismus ist die Branche, welche die Leute informiert und unterhält. Das ist der Grund, wieso ich das Studium mochte und davon träumte, ein grosser Journalist zu werden.

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Gelernt, aber in Praxis kein Thema

Um meine Fähigkeiten zu verbessern, arbeite ich nun eine Woche als Praktikant bei zentralplus in Luzern. Bislang hatte ich keinen Kontakt zu Schweizer Journalisten, deshalb ist es für mich sehr spannend.

Ich erlebe hier eine Redaktion, die genau und schnell arbeitet. Der Umgang untereinander und mit anderen Personen ist respektvoll. Es werden viele Telefone geführt, um Informationen zu erhalten und zu überprüfen – so, wie ich das im Studium gelernt habe. Es wird viel diskutiert und kritische Fragen sind normal.

Die Pressefreiheit ist in der Redaktion kaum ein Thema, das ist mein Eindruck, weil sie ganz selbstverständlich ist. Im Journalismus-Studium in Eritrea lernt man zwar viel über Pressefreiheit, doch in der Praxis verwenden kann man das nicht.

Dort hat die Regierung 2001 alle Medien in Privatbesitz gezwungen, ihre Publikationen einzustellen. Inzwischen gibt es keine unabhängigen Zeitungen mehr in Eritrea. Sie wurden alle geschlossen, die verbleibenden sind von der Regierung gesteuert. In meinem Land fürchten sich Journalisten vor der Regierung, manche sitzen sogar im Gefängnis.

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