Biologisch oder sogar biodynamisch – ist das die Zukunft des Weins? Von der Öko-Nische zum Trend: Bioweine erfreuen Gaumen und Gewissen

09.04.2021, 06:39 Uhr 3 min Lesezeit 3 Kommentare
Biorebberge werden zwischen den Rebzeilen mit verschiedensten Pflanzen begrünt.
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Biorebberge werden zwischen den Rebzeilen mit verschiedensten Pflanzen begrünt.

Immer mehr namhafte Winzer bearbeiten ihre Weinberge nach biologischen oder biodynamischen Richtlinien und tragen mit ihrer Rebstockpflege zu einem ausbalancierten Ökosystem, Artenvielfalt, gesunden Böden und vitalen Pflanzen bei.

Wie arbeiten biologisch ausgerichtete Winzer?

Der Unterschied zum konventionellen Weinbau liegt vorwiegend in der Bearbeitung der Weinberge, beziehungsweise in den Pflegemassnahmen der Rebstöcke. Ziel ist es, ein ausbalanciertes Ökosystem mit Artenvielfalt, gesunden Böden und vitalen Pflanzen im Weinberg zu erhalten. Dies muss ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Substanzen erfolgen. Unkraut im Weinberg wird ausschliesslich mechanisch entfernt.

Zur Düngung der Weinberge kommen keine Mineraldünger, sondern Humus, Kompost oder andere organische Nährstofflieferanten zum Einsatz. Für den Pflanzenschutz werden Backpulver, Schwefel und Kupfer eingesetzt. Parallel wird mit natürlichen Pflanzenstärkungsmitteln die Widerstandsfähigkeit der Reben erhöht. Um das Bodenleben und die Artenvielfalt in den Rebbergen so aktiv wie möglich zu gestalten, werden alle ökologisch bewirtschafteten Weinberge zwischen den Rebzeilen mit verschiedensten Pflanzen begrünt.

Bekannte Namen – Vorreiter im biologischen Anbau

Internationale Grössen wie Château Pontet-Canet, Artadi, Mas Alta, Planeta, Torremilanos oder Château de Beaucastel arbeiten aus Überzeugung schon seit langer Zeit ökologisch. Mit ihren hervorragenden Weinen verdeutlichen sie, dass biologische Massnahmen nicht nur Ausdruck ideologischer Überzeugung sind. Ihre Weine drücken das Terroir auch deshalb so perfekt aus, weil sie in gesunden Weinbergen mit Gräsern, Kräutern, Bienen und Schmetterlingen entstehen. Auf diese Weise animieren sie weitere Winzer zur Umstellung vom konventionellen zum biologisch zertifizierten Weinbau. Dieser Prozess dauert in der Regel drei Jahre.

Dass gerade Spanien, Italien und Frankreich in puncto Bio-Anbau in jüngster Zeit so stark gewachsen sind, liegt an den klimatisch günstigen Bedingungen mit geringen Niederschlägen und trockenen Winden, die vielen Fäulnis-Krankheiten erst gar keine Grundlage bieten. Dass aber nicht nur das Klima relevant, sondern auch aufwändige Weinbergsarbeit ein wesentlicher Faktor ist, verdeutlicht Österreich mit der weltweit höchsten Bio-Quote im Verhältnis zur gesamten Anbaufläche des Landes. Aktuell liegen noch knapp 90 Prozent der weltweit zertifizierten Bioweinbaufläche in Europa, aber auch in der Neuen Welt ist der Trend zur ökologischen Produktion deutlich erkennbar.

Ziel ist es, ein ausbalanciertes Ökosystem zu erhalten.

Biodynamisch – die Steigerung von Bio

Betriebe, welche die Zertifizierung «Biodynamisch» tragen, müssen nebst den Vorschriften, die für Biobetriebe gelten, zusätzliche Richtlinien einhalten. Im Rebberg dürfen ausschliesslich biodynamische Präparate wie Pflanzen-, Hornmist- und Quarzpräparate verwendet werden. Ausserdem orientiert sich der biodynamische Weinbau an den Rhythmen der Planeten und Sterne und deren Einflüsse auf die Erde, Pflanzen und Tiere.

Bei der Weinbereitung sind nur wenige Interventionen, wie beispielsweise Schönungen, Filtration oder kommerzielle Hefen erlaubt. Die zugelassene Zugabe an Sulfiten ist zudem geringer als bei Biowein.

Neu findet ihr alle Bioweine aus dem Sortiment von Mövenpick Wein auf einen Blick im Onlineshop.

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3 Kommentare
  1. Oski Gunz, 19.04.2021, 23:36 Uhr

    Tatsächlich setzen viele Weinbauern im Bordeaux massiv Herbizide, Fungizide und Insektizide gegen ein, Anwohner sind immer von Krankheiten und Hautausschlägen betroffen (Affäre Villeneuve 2014). Man muss aber auch bedenken, dass gegen Mehltau noch kein Bio-Kraut gewachsen ist. Palmer oder das erste Bio-Château überhaupt, Pontet-Canet, haben 2018 aufgrund ihrer biodynamischen Wirtschaft ihrer Ernte verloren, Château Palmer hat bereits im nassen Juni 2016 einen grossen Teil an den Mehltau verloren. Dafür konnte Pontet Canet seit seiner Umstellung auf Bio vor 10 Jahren den Weinpreis verdoppeln. Unter dem Strich lohnt sich die Umstellung also auch finanziell.

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  2. Markus Kunz, 14.04.2021, 15:26 Uhr

    Ich wusste gar nicht, dass einer meiner Lieblings-Bordeaux (Ferriere) Bio ist 🙂

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  3. Markus, 09.04.2021, 12:45 Uhr

    Demeter das sollte der mindest Standart sein!

    Wer drinkt schon gern Gift!

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