«E-Mails ersetzen den persönlichen Kontakt nicht»
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Benjamin Koch, designierter Präsident des Wirtschaftsverbands. (Bild: als)

Wirtschaftsverband Stadt Luzern in der Corona-Krise «E-Mails ersetzen den persönlichen Kontakt nicht»

3 min Lesezeit 15.12.2020, 06:00 Uhr

Benjamin Koch, designierter Präsident des Wirtschaftsverbandes Stadt Luzern, will die wirtschaftliche Lage nicht schönreden: «Sie ist schwierig.» Aber er sieht Silberstreifen am Horizont. Im nächsten Jahr sollte es wieder aufwärtsgehen.

Albert Schwarzenbach:Wie geht es den Mitgliedern des Wirtschaftsverbands im Corona-Jahr wirtschaftlich?

Benjamin Koch: Ganz unterschiedlich. Wir haben Gewinner und Verlierer. Wer im Bereich mit Beatmungsgeräten und Kühlgeräten, in der Baubranche oder im Verkauf des täglichen Bedarfs tätig ist, steht auf der sonnigen Seite. Im Gegensatz zum Tourismus…

Albert Schwarzenbach:… und deren Zulieferbetrieben

Benjamin Koch: Ja, betroffen sind fast alle. Wenn die Touristen ausbleiben, so fehlen auch die Einnahmen. Gleiches gilt für die Gastronomie. Sie leidet unter den Schutzmassnahmen, die ergriffen werden mussten.

Sponsor: Luzerner Kantonalbank. (Bild: zvg)

Albert Schwarzenbach: Haben Sie konkrete Rückmeldungen von Betrieben?

Benjamin Koch: Weil kaum mehr Anlässe stattfinden, sind die Kontakte zu unseren Mitgliedern beschränkt. Wir haben eine Umfrage gemacht. Der Rücklauf war allerdings nicht überwältigend, weil sich eine gewisse Sättigung mit den Online-Medien bemerkbar macht. E-Mails und Videokonferenzen ersetzen den persönlichen Kontakt nicht.

Albert Schwarzenbach: Was tut denn der Wirtschaftsverband?

Benjamin Koch: Wir informieren unsere Mitglieder. Dank den sehr guten Beziehungen zum KMU- und Gewerbeverband des Kantons Luzern und den Behörden erhalten wir aus erster Hand Informationen und können unsere Wünsche einbringen. Im letzten Newsletter beispielsweise haben wir über Schnupperlehren und die Härtefallregelung geschrieben.

Albert Schwarzenbach: Tut der Staat genug? Wir lesen ja immer wieder von Entlassungen.

Benjamin Koch: Mit den Massnahmen des Bundes, die massvoll sind, bin ich einverstanden. In anderen Ländern wird die Wirtschaft viel stärker eingeschränkt. Heute zeigt sich, dass eine bürgerlich geführte Finanzpolitik Gold wert ist. Wir müssen die Arbeitsplätze erhalten.

Wenn dies nicht der Fall ist, fallen die Stellenlosen unserem Sozialsystem zur Last. Der Staat sollte nicht noch mehr reglementieren. Positiv ist, dass der Luzerner Stadtrat den Gaststättenbesitzern erlaubt, Zelte und Überdachungen aufzustellen. Allerdings muss sich dies für die Restaurants rechnen.

Albert Schwarzenbach: Wie verläuft der Weihnachtsverkauf in diesem Jahr?

Benjamin Koch: Wir wissen ja noch nicht, wie Weihnachten stattfinden kann. Können wir ein Weihnachtsfest veranstalten? Wie viele Leute dürfen wir dafür einladen? Sollen wir dieses Jahr Geschenke machen? Das wirkt sich auf den Weihnachtsverkauf aus. 

Sponsor: Verkehrsbetriebe Luzern. (Bild: zvg)

Albert Schwarzenbach: Gesundheit und Wirtschaft werden in den Medien gerne gegeneinander ausgespielt.

Benjamin Koch: Corona hat unsere Gesellschaft geteilt. Das eine Lager spricht sich für die Massnahmen des Bundes aus, das andere ist skeptisch. Diskussionen haben keinen Platz mehr. Andersdenkende werden mit Schimpfworten bedacht. Das gibt mir zu denken.

Albert Schwarzenbach: Welche Prognosen wagen Sie für das nächste Jahr?

Benjamin Koch: Alles hängt davon ab, wie sich das Virus entwickelt. Ich bin optimistisch, dass bessere Zeiten kommen und sich die Wirtschaft wieder erholt.

Albert Schwarzenbach: Sie lösen im nächsten Jahr Alexander Gonzalez als Präsident des Wirtschaftsverbands ab. Was haben Sie sich vorgenommen?

Benjamin Koch: Ich setze mich für engere und bessere Beziehungen zwischen der Stadt und der Agglomeration ein. Die Verkehrsprobleme können wir nur gemeinsam lösen. Mit dem Gärtlidenken, bei dem jedes Gemeinwesen nur für sich selbst schaut, kommen wir nicht weiter.

Unsere Mitglieder beschäftigt der Verkehr, die Parkplatzsituation und die Erreichbarkeit. Wir brauchen genügend Gewerberaum. Mein Ziel ist, dass der Wirtschaftsverband die politische Agenda bestimmt und nicht nur auf Vorschläge anderer reagiert.   

Im morgigen Blogbeitrag geht es um das Spezialitätengeschäft Icilio in der Luzerner Altstadt.

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