Die Hoffnung stirbt zuletzt
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Peterskapelle: Hier hätte das Venite-Programm stattgefunden. (Bild: als)

Internationales Weihnachtsforum «Venite» Die Hoffnung stirbt zuletzt

4 min Lesezeit 1 Kommentar 17.12.2020, 06:00 Uhr

Die Weihnachtsmärkte in der Stadt Luzern sind alle abgesagt worden. «Venite», das internationale Weihnachtsforum, wollte in der Peterskapelle ein Ersatzprogramm veranstalten. Bis der Bundesrat mit seinen neuesten Massnahmen aufwartete. Eine Geschichte in sechs Kapiteln.

Kapitel 1

Corona verunmöglichte nicht nur Messen und Ausstellungen, sondern bedrohte auch die Weihnachtsmärkte. Im Sommer wurden mögliche Schutzkonzepte diskutiert. An einem runden Tisch mit der Stadt informierten die Veranstalter über ihre Bemühungen. Noch bestand die Hoffnung, dass die Märkte in einer angepassten Form stattfinden konnten.

Sponsor: Luzerner Kantonalbank. (Bild: zvg)

Kapitel 2

Doch weitere Abklärungen zeigten, dass dem nicht so war. Ein Weihnachtsmarkt nach dem andern musste absagen. Bei «Venite» wurde in Varianten gedacht. Zuerst mit 16 Ständen, dann mit 8 Ständen. Bei der grösseren Variante wären die Auflagen so weitreichend gewesen, dass kein stimmiger Markt mehr hätte entstehen können. Wer möchte schon Glühwein mit einer Maske trinken?

Und bei der kleineren Version bestand die Gefahr, dass zu viele Leute auf den Kapellplatz gekommen wären, denn inzwischen gab es kaum mehr Weihnachtsanlässe. Das Resultat der vielen Diskussionen: kein Markt, aber dafür das Bühnenprogramm in der Kirche.

Sponsor: Verkehrsbetriebe Luzern. (Bild: zvg)

Kapitel 3

Angelique Misanics, die Leiterin des Bühnenprogramms, machte sich an die Arbeit. Konnten die Tanzvorführungen in der Kirche stattfinden? Wie war es mit den Chören? Und wollten Akteure, die seit Jahren das Programm prägen, mitmachen? In der Tat kam es zu Absagen. Zu riskant für eine Risikogruppe, lieber ein Jahr pausieren, Aussenauftritte sind im Moment nicht opportun – so tönte es. Aber immerhin brachte Angelique Misanics ein Programm zusammen.

Engagierte sich sehr für Venite: Bühnenleiterin Angelique Misanics. (Bild: als)

Kapitel 4

Das Team der Peterskapelle teilte mit, dass nach dem Schutzkonzept nur beschränkt Auftritte möglich seien. Für das Lüften müsse ausserdem genügend Zeit bleiben. Die Kirche habe strenge Auflagen. Zwar gab es immer wieder Konzerte in der Kirche, doch waren es Einzelfälle. So hiess es erneut, das Programm neu zu schreiben, mit Gruppen zu diskutieren, mit Interessenten den Auftrittsort zu besichtigen.

Peterskapelle: Hier hätte das «Venite»-Programm stattgefunden. (Bild: als)

Kapitel 5

Die Kirche verschärfte ihre Auflagen weiter. Noch weniger Auftritte seien möglich. In Verhandlungen einigten sich die beiden Partner auf ein minimales Programm. Erneut Gespräche mit den Akteuren, erneut Zusagen und Absagen. Die Angst vor Corona war spürbar. Nach einer Denkpause von drei Wochen fiel der Entscheid, was möglich wäre und was nicht. Der Flyer entstand. Jetzt konnte er gedruckt und das Programm bekannt gemacht werden. So etwas wie Vorfreude breitete sich aus.

Kapitel 6

Der Bundesrat überrascht mit neuen Konzepten. Gar keine öffentlichen Veranstaltungen sollten mehr stattfinden. Die Schutzkonzepte genügten plötzlich nicht mehr. Und die Flyer waren umsonst gedruckt worden. Angelique Misanics war sehr enttäuscht: «Ich habe mich so sehr für ‹Venite› engagiert. Und jetzt ist nichts möglich. Die Leute würden besser mehr an Gottes Liebe denn an die Masken glauben.»

Aber «Venite» wäre nicht «Venite», wenn nicht schon neue Ideen entstünden. Zum Beispiel ein «Venite»-Abend mit der russischen Gruppe «Furor», die extra aus Moskau kommen wollte. Im Frühling oder dann, wenn es Corona erlaubt. Und auch die anderen Akteure, die jetzt nicht auftreten dürfen, sollen dabei zum Zug kommen.

«Venite» wird unterstützt von der Katholischen Kirche, der Evangelisch-reformierten Kirche, der Christkatholischen Kirche, der Stadt Luzern, der Mobiliar, UBS, Raiffeisenbank, Valiant Bank, Bättig Treuhand AG und Jörg Lienert AG.

Ein Herz für Kinder

«Wintervergnügen im Vögeligärtli». So nennt sich der dortige Weihnachtsmarkt. Aber Corona hat diesen Anlass verunmöglicht. Ein Zeichen aber bleibt: ein Weihnachtsbaum mit Wunschzetteln von Kindern aus Luzerner Kinderheimen und aus einer Heilpädagogischen Tagesspielgruppe. Wer einen dieser Wünsche erfüllen möchte, nimmt den entsprechenden Zettel vom Baum, besorgt sich das Geschenk und bringt es zur Agentur flash communication an der Vonmattstrasse 36, das ist die Veranstalterin des Weihnachtsmarkts. Dort werden alle Päckli gesammelt und am Heiligen Abend in einer Bescherung übergeben. Weitere Informationen unter Tel. 041 535 06 41 oder www.wintervergnuegen-voegeligaertli.ch.

Im nächsten Beitrag geht es um die Chocolatiere aus der Pfistergasse.

Sponsoren des Projekts «Weihnachten in Luzern»

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1 Kommentare
  1. Christian Gut, 17.12.2020, 12:15 Uhr

    Luzerner Weihnacht besteht nicht nur aus den kommerziellen Weihnachtsmärkten (wovon einige sich nicht gross von der Chilbimesse unterscheiden) und dem Venitemarkt. Leider wird nur immer über diese geschrieben. Es gibt auch noch den weihnachtlichen Handwerksmarkt auf dem Weinmarktsplatz. Übrigens der traditionellste und älteste Weihnachtsmarkt in Luzern. Und das Beste, dieser weihnachtliche Handwerksmarkt findet auch am Samstag, 19. Dezember statt. Vielleicht sollte mal auch darüber geschrieben werden.

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