Zartes Frühlingserwachen am Luzerner Wochenmarkt
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Von der Seebrücke bis zur Jesuitenkirche: Der Wochenmarkt in Luzern. (Bild: buf)

Zartes Frühlingserwachen am Luzerner Wochenmarkt

3 min Lesezeit 03.03.2015, 15:29 Uhr

Marktgänger Felix Kaufmann stellt neue Stände und Spezialitäten am Luzerner Wochenmarkt vor und serviert auch gleich ein frühlingshaftes Rezept zum nachkaufen- und kochen.

Auf dem Luzerner Markt waren in den letzten Wochen die Lücken zwischen den Marktständen grösser als die Stände Platz einnahmen. Um so mehr fallen dafür neue Marktfahrer mit ihren Angeboten auf. So zum Beispiel der neue Stand am rechten Ufer der Kapellbrücke. Dort gibt es Sauerkraut und eingelegte Gurken nach deutschem, sprich preussischem, Vorbild der Spreewaldgurken. Der Stand ist hübsch hergerichtet und das Angebot wird verlockend in Holzgefässen präsentiert.

Ansonsten dominieren die Gemüsebauern mit ihrem breiten Angebot an lokalen und saisonalen Gemüsen und Früchten. Daneben gibt es natürlich, wie das ganze Jahr, eine enorme Palette von Brot, Käse, Eier, Fleisch und Fisch. Während in den Supermärkten schon Berge von Tomaten und Spargeln zu sehen sind, muss sich der saison- und umweltbewusste Marktgänger auf dieses Gemüse noch gedulden. Doch die Alternativen sind gross.

Wer genug hat von Wurzelgemüse und Wintersalat, versucht doch mal das folgende Rezept:

Man nehme frische Carciofini. Das sind kleine Artischocken, die bei uns hauptsächlich aus Sardinien stammen. Sie sind zum Beispiel am Stand von Olivenschmid oder bei Catavello – ja, der mit den besten Zitronen – zu bekommen. Bei Olivenschmid kaufen Sie auch gleich noch eine Tüte mit getrockneten Tomaten. Wieder zu Hause, gehen Sie folgendermassen vor: Die getrockneten Oliven mit kochendem Wasser übergiessen und stehen lassen. Unterdessen die Artischocken grosszügig rüsten. Die halbierten Carciofini legen Sie in kaltes, mit ein paar Spritzern Zitronensaft versetztes Wasser; dies verhindert die schnelle Oxidation auf den Schnittstellen. Nun nehmen Sie die aufgeweichten Tomaten aus dem Wasser, tropfen sie kurz ab und pürieren diese zusammen mit einer Spur frischem Knoblauch, einer Dose abgetropfter Sardellen und einem Esslöffel Kapern ausgiebig mit einem Pürierstab. Eventuell braucht es noch etwas Olivenöl und Wasser für die richtige Konsistenz. Tipp: Vermeide Sie Kapern, die in Essig eingelegt sind. Ich habe die Fine-Food Kapern von Coop verwendet. Diese sind in Salz eingelegt und müssen darum gut abgespült werden. So, nun haben Sie ein Pesto-Rosso produziert, das Sie natürlich beliebig variieren dürfen; übrigens hält sich dieses im Kühlschrank problemlos ein paar Wochen, es lohnt sich also gleich genug zu machen – fürs nächste Mal. Sie setzten nun einen Topf für Pasta auf und nehmen eine Bratpfanne mit wenig Olivenöl. Darin braten Sie die Carciofinihälften langsam an. Wenn die Pasta gekocht ist, mischen Sie Pesto und Teigwaren und geben die gebratenen Artischockenherzen darüber.

Wie war das mit dem zarten Frühlingserwachen?

Wer gut hinschaut, findet solche Vorboten. Nur ein Beispiel: Am Stand von Metzger Bürgisser aus Daiwil gibt es schon jetzt frische, hiesige Gitzi. Und wie das bei allen «Nose-To-Tail»-Bewussten selbstverständlich ist, essen Sie alle Teile des Tieres, inklusive der wunderbaren Gitzileber! Wer also gerne noch etwas Fleisch zum obigen Gericht hat, stecke eine Gitzi-Laffe oder -Schlegel in die Backröhre oder brate sich etwas Leber; ein Rezept dafür brauchen Sie ja nicht und falls doch, das Netz ist voll davon!

Am Stand von Metzger Bürgisser aus Daiwil gibt’s schon frische, hiesige Gitzi.

Am Stand von Metzger Bürgisser aus Daiwil gibt’s schon frische, hiesige Gitzi.

Der Wochenmarkt in Luzern findet jeden Dienstag und Samstag von 6.00 bis 13.00 Uhr am linken und rechten Reussufer von der Seebrücke bis zur Jesuitenkirche, statt. 


Felix Kaufmann

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