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Klicken, wedeln, warten

2 min Lesezeit 25.02.2013, 15:59 Uhr

In Zeiten von Handykameras und Co haben Polaroid-Aufnahmen etwas Exotisches. Die Filme zu kaufen wird aber immer schwieriger. Nicht so in Zug. Dort hat sich unter anderem «ars-Imago» auf die analoge Fotografie spezialisiert, zum Angebot gehören auch Sofortbild-Filme.

Polaroid-Filme gibt es kaum noch zu kaufen. Wer die alte «Kunstform» zelebrieren will, sucht im Internet und stellt fest: Die Firma Polaroid gibt es nicht mehr. Trotzdem können die Anhänger dieses Intermezzos der Fotografie-Geschichte weiterknipsen. Dank «The Impossible Project», das die Tradition des Sofortbildes weiterführt. Das Foto-Geschäft «Ars-Imago» in Zug verkauft die Impossible Filme.

«Das Schönste ist das Warten», sagt Jimmi Romano, einer der beiden Geschäftsführer. Er freut sich über das Revival des Sofortbildkults. Klicken, wedeln, warten, so ging das auch schon vor 30 Jahren, obwohl das wedeln schon damals nicht nötig war. Kann die Qualität der Impossible-Filme mit jener der alten Polaroid Filme mithalten? «Die ersten Filme waren schlecht, die Farbe verblasste nach kurzer Zeit. Frühere Polaroid-Nutzer waren enttäuscht», sagt Romano.

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Bei den neuen Color Protect Filmen sei der Farbschutz besser, sagt er weiter. Aber Impossible-Filme sind keine Polaroid Filme, sie sind anders: Farben und Tonwerte können durch die Umgebungstemperatur gesteuert werden. Bei kälteren Temperaturen wird das Bild heller, bei höheren dunkler. Hat der Film den gewünschten Farbton erreicht, kann die Entwicklung gestoppt werden. Auch fertig entwickelte Fotos kann man kreativ nutzen: Das Bild ins Wasser legen, so dass sich die oberste Schicht löst und diese dann auf einen Gegenstand kleben.

Polaroid-Foto «Pilatus» mit Impossible Film «Gold-Edition» von Franziska Portmann 

Sieht man sich im Laden oder auf der Webseite um, wird klar: Jimi Romano und Alessandro Franchini haben sich der analogen Fotografie verschrieben. Von der Aufnahme in verschiedenen Filmformaten über die Verarbeitung bis hin zu speziellen Fotoprints. Im Angebot sind Papiere, Chemikalien, Kameras, Aufnahmezubehör und Bücher rund um die analoge Fotografie. «Ars-Imago» organisiert aber auch Wettbewerbe, Workshops oder Ausstellungen.



«Impossible, «Adox», «Rollei» und «Lomography» gehören zu ihren Hauptmarken. «Lomography» steht für experimentelle und kreative Fotografie. Lo- und Hi-Tech vereinen sich in russischen, poppigen Plastikkameras. Die Fotos erstrahlen in tiefen, satten Farben und werden von einer Vignettierung umspielt. Gekauft werden sie vor allem von den jüngeren Kunden. Diese fotografieren damit auf Partys oder bauen die Kameras auseinander und neu wieder zusammen.

Es ist also nicht so, dass sich niemand mehr für analoge Fotografie interessiert. Im Gegenteil: Studis, Lehrer oder Banker – alle kommen in die Ägeristrasse 5 in Zug. Bezahlt wird bar. So kommt es auch schon mal vor, dass jemand einen Tausender zückt. Und auch die Impossible-Filme haben ihren Preis: 26 Franken für acht Fotos.

ars-imago
Ägeristrasse 5
 
6300 Zug
 


Öffnungszeiten
Montag – Freitag: 9.00 – 12.00 / 14.00-17.00

www.ars-imago.ch
www.the-impossible-project.com
www.lomography.com

Yasmin Billeter

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