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Das Stadtkeller-Urgestein bittet ein letztes Mal zum Tanz
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(Bild: zvg)

Peter Müller schaltet zu Ende der Wintersaison ein paar Gänge runter Das Stadtkeller-Urgestein bittet ein letztes Mal zum Tanz

4 min Lesezeit 24.01.2019, 08:58 Uhr

Seit 30 Jahren ist Peter «Pedro» Müller im Stadtkeller tätig und nicht mehr wegzudenken. Ende März wird er 65 und kommt ins Pensionsalter – nicht aber in den Ruhestand. Zeit, darüber nachzudenken, bleibt sowieso nicht viel. Die Saison ist in vollem Gange und die Fasnacht steht vor der Tür.

Ein Lächeln huscht über das Gesicht von «Mü», wie Peter Müller nur genannt wird, wenn er an seinen Start im Stadtkeller denkt. «Das ist nichts für mich. So Fondue-, Ländler- und Touristenzeugs liegt mir gar nicht.» Dies seien die ersten Gedanken gewesen, als man ihn anfragte, ob er nicht im «Chöbu» anfangen wolle. «Ich habe dann trotzdem einen Blick reingeworfen, zugesagt und bin dann irgendwie hängengeblieben», ergänzt er mit spitzbübischem Augenzwinkern.

Seit Jahrzehnten in der Gastronomie tätig

Peter Müller hat eine lange Karriere in der Luzerner Gastronomie hinter sich. Als Barkeeper im Storchen gestartet, wechselte er nach einer Weile als Geschäftsführer ins Pinocchio und wieder zurück in den Storchen. Bis dann eben das Angebot vom Sternenplatz 3 kam und eine jahrzehntelange Anstellung die Folge war.

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Das 30-Jahr-Jubiläum markiert nun auch den Zeitpunkt für einen weiteren Lebensabschnitt des Nespressoliebhabers (man munkelt, dass anstelle von Blut Koffein durch seine Adern fliesst). Müller geht diese neue Situation ganz gelassen an und lässt sich dabei nicht zu tief in die Karten blicken.

«Ich habe genügend Interessen und Projekte, welche ich angehen werde. Langweilig wird mir bestimmt nicht.»

Peter Müller

Ehrenamtliches Engagement

Sicherlich weiterführen wird er sein Engagement als Präsident der Zentralschweizer Sektion von Sobrietas. Seit 15 Jahren lebt der Charakterkopf abstinent und investiert viel Zeit in die Vereinigung und die damit verbundenen freundschaftlichen Bande. Eine Altlast von wilden Zeiten im Stadtkeller? Peter Müller lässt diese Frage bewusst im Raum stehen. «Klar gab es den einen oder anderen Künstler, welcher mal zu tief ins Glas geschaut hat.»

Und meine Aufgabe als Chef de Service war unter anderem die Betreuung der Gäste. Der Stadtkeller ist bei den Besuchern und auftretenden Acts ja auch wegen seiner Gastfreundschaft und Gemütlichkeit beliebt. Da kann es schon mal passieren, dass man länger als geplant sitzen bleibt. Schlussendlich entscheidet man aber immer noch selbst, wie viel man konsumiert.»

Keine Anekdoten, aber ganz viele gute Erlebnisse

Müller ist ganz Gentleman und lässt auch nichts anbrennen, wenn es um Anekdoten aus drei Jahrzehnten Stadtkeller geht. «Das sind so viele Erlebnisse und Storys, das würde wohl den Rahmen sprengen», ist seine abgeklärte Antwort hierzu. «Ich verbinde so viele Erinnerungen an die Konzerte, die Fasnacht, die Folkloreanlässe oder auch an ganz unspektakuläre Tage, da wäre es vermessen, einzelne Geschehnisse hervorzuheben.»

Vielfach seien es auch die persönlichen Bekanntschaften, die einem Anlass die ganz besondere Würze gegeben hätten und teils in Freundschaften endeten, die weit über den Stadtkeller hinaus gingen. «Es gab und gibt immer wieder diese speziellen Momente, welche man nicht vergisst. Ein Polo Hofer beispielsweise kam nicht ohne Grund über 150 Mal im Stadtkeller spielen, dem hat’s mitunter sehr gut gefallen bei uns», lässt sich Peter Müller mit einem Schmunzeln entlocken.

Viele Arbeitsfelder

Im Stadtkeller erledigt der stets in einen schwarzen Anzug gekleidete Baldrentner sehr viele Aufgaben. In der Konzertsaison im Winter ist das beispielsweise die Kontrolle des Vor- und Ticketverkaufs, die Betreuung der Künstler, das Auszahlen nach erfolgtem Konzert, das Einsammeln der SUISA-Listen, aber auch das Lösen von plötzlich auftretenden unverhofften Problemen. Nicht selten ist er aber auch während des Konzerts an der Kasse anzutreffen, wo er die Gäste jeweils persönlich begrüsst.

Mit vielen ist er natürlich per Du, man kennt sich und das Stammpublikum hält dem Stadtkeller seit Jahren die Treue. Ebenso wie die vielen Fasnächtler, welche sich in etwas mehr als einem Monat wieder im Stadtkeller tummeln und den «Chöbu» in ein regelrechtes Tollhaus verwandeln werden. «Ja, da geht’s schon ordentlich ab zur Fasnachtszeit und wir vom Personal sind eigentlich stets im Schuss», erwidert Müller hierzu entspannt. Man merkt, diesen Mann kann nichts aus der Ruhe bringen.

Der Schlussspurt hat’s in sich

Wenn man wissen will, wie er sich seinen letzten Arbeitstag im Stadtkeller vorstellt, blitzt der Schalk auf in den Augen von Peter Müller. «Wer sagt denn, dass ich Ende März meinen letzten Arbeitstag im Stadtkeller habe?», fragt süffisant lächelnd. Es ist daher davon auszugehen, dass «Mü» zwar nicht mehr als Chef de Service im Stadtkeller anzutreffen sein wird. Aber höchstwahrscheinlich doch eben an der einen oder anderen Veranstaltung vertraut an der Türe sitzend und am Schluss des Abends den Künstlern «de Chlötter» auszahlend.

Bis Ende März sind es doch auch noch ein paar Tage und Acts wie Blues Max & Richard Koechli, vocabular, Philipp Fankhauser, The Stouts, Spinning Wheel, Crazy Diamond und Eliane Müller freuen sich bestimmt, ein altbekanntes Gesicht anzutreffen. Und die Besucher der Konzerte sicher auch. Nichts Neues also am Sternenplatz…

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