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Winterliche Rundwanderung auf höchstem Zuger Pass

Wenig bekannte Rundtour vom Raten auf den Gottschalkenberg

  • Bewertung★★★★★★★★★★
  • 227 m
  • 227 m
  • 6,5 km
  • Dauer●●●●●●
  • Technik●●●●●●
Im ersten Teil der Rundwanderung auf den Gottschalkenberg ging es durch schön verschneite Wälder. (Bild: hch)

Auf dem Raten gibt es viele bekannte Winterwege, man findet hier ausserdem den höchstgelegenen Schneeschuhpfad im Kanton Zug. Aber auch abseits der Massen bestehen schöne Wandermöglichkeiten. Auf weniger bekannten Pfaden absolvierten wir eine schöne Rundtour durch den verschneiten Wald auf den Gottschalkenberg. Hungrige finden am Ende die wohl günstigste Grillbratwurst in Zug.

Gleich drei offizielle Schneeschuhpfade von 1,65 bis 5,8 Kilometern Länge gibt es auf dem Raten. Das passt, denn der 1'077 Meter über Meer gelegene Pass zwischen Oberägeri und Biberbrugg ist längst nicht nur bei Zugern ein beliebtes Ausflugsziel. Entsprechend gut frequentiert sind die präparierten Wanderwege und Schneeschuhpfade an Wochenenden. Da sie zumeist an der Sonne liegen, sind in schneeärmeren Wintern Alternativen gefragt.

Eine etwas längere und vor allem einsamere Tour führt vom Raten übers Chlausenchappeli zum Bellevue auf dem Gottschalkenberg. Etwa zwei Drittel des Weges liegen im Wald, was halbwegs für Schneesicherheit sorgt. Schutzgebiete sind keine tangiert.

Einstieg will gefunden werden

Der Start erfolgt auf dem Raten direkt bei der Bushaltestelle. Der Einstieg unterhalb der Gottschalkenstrasse muss etwas gesucht werden, ist aber als Sommerwanderweg markiert. Auf der schneebedeckten Fahrstrasse geht es schon bald in den Wald, der leicht talwärts führende Weg ermöglicht ein entspanntes Anlaufen.

Nach etwa einem Kilometer verlassen wir beim Ijenbach die Alpstrasse, wir folgen dem Wegweiser in Richtung Gottschalkenberg. Es geht nun über eine Treppe tiefer in den Wald und hoch zum Chlausenchappeli. Rund um die kleine Kapelle wurde einiges neu gestaltet, die zuvor wild parkierten Autos stehen auf dem neuen Parkplatz gesittet in Reih und Glied.

Auf der Forststrasse gehen wir parallel zum Sparenbach, das tief verschneite und teilweise pittoresk gefrorene Bachbett erinnert an frühere Winter. Nach etwa einem Kilometer kommt ein erster Abzweiger, wir bleiben jedoch auf der Sparenstrasse. Stattdessen nehmen wir kurz darauf beim Wanderwegweiser den Abzweiger in Richtung Gottschalkenberg. Über den Bach geht es auf der anderen Seite den Wald hoch. Nach einer schönen Hütte mit Feuerstelle und Brennholz folgen wir dem etwas malträtierten Wegweiser in Richtung Bellevue.

Gegenuhrzeigersinn nur mit Hilfsmitteln

Der ganze Weg ist an diesem Sonntag auch ohne Schneeschuhe sehr gut begehbar; eine schöne Spur ist gelegt und führt über die zirka 20 Zentimeter hohe Schneefläche. Wir sind jedoch froh, absolvieren wir die Tour im Gegenuhrzeigersinn. Es folgt nun eine steilere und etwas rutschige Passage, für die man bergab zumindest Stöcke in Anspruch nehmen müsste. Einzig das Rauschen des Bachs, knirschender Schnee und Vogelgezwitscher sind auf diesem Abschnitt zu hören, ein markanter Unterschied zum Familienprogramm auf dem Raten.

Auf dem Gratweg zum Bellevue zweigt von unten der Klimaweg ein, ein im Jahr 2014 eröffneter Themenweg von gut zwei Kilometern Länge. Die befristeten Installationen hätten erst Ende 2016 wieder abgebaut werden sollen, wurden dann aber bis 2019 verlängert. Die insgesamt zehn Stationen befinden sich auch 2023 noch in einem guten Zustand.

Die Bäume geben nun immer wieder den Blick in Richtung Hütten und bis zum Zürichsee frei, noch besser geniesst man die Aussicht danach auf der Plattform beim Bellevue. Die paar Wanderer, die es an diesem Sonntagvormittag bis zum höchsten Punkt unserer Wanderung geschafft haben, lassen ihren Blick indessen auf die andere Seite in die höheren Berge schweifen und geniessen vor allem die wärmenden Sonnenstrahlen.

Gipfel lohnt sich nicht

Vom Bellevue aus hat man nun zwei Optionen: Dem Klimaweg folgen oder via Restaurant Gottschalkenberg und danach auf der Forststrasse bis zum Charenboden. Wir entscheiden uns für eine Stärkung, nur um danach festzustellen, dass das Restaurant noch bis zum 24. Februar Betriebsferien hat. Pech gehabt, so kommen wir zumindest in den Genuss beider Varianten.

Zurück beim Bellevue, geht es nun wieder in den Wald und auf einem breiten Waldweg zum Charenboden, einem Wegkreuz. Etwas oberhalb wäre hier auf 1'186 Metern inmitten des Waldes der höchste Punkt des Gottschalkenbergs zu finden, der aber keinen Abstecher lohnt. Wer die Wanderung verlängern möchte, könnte stattdessen in Richtung Gubel und Menzingen weitergehen.

Zurück zum Raten geht es von hier auf einer verschneiten Waldstrasse, es kommen uns immer mehr Wanderer und Spaziergänger entgegen, später gar noch eine Kutsche. Kurz vor Abschwändi müssen wir für einige Meter auf dem Hartbelang weiter, den wir aber glücklicherweise gleich wieder verlassen können. Bei ausreichend Schnee sind hier auf dem Hügelrücken Wege für Winterwanderer und Schneeschuhläufer gespurt, die wir gerne mitbenutzen.

Nur ganz wenige Meter auf Hartbelag

Nach einer sonnigen Rast bei einer schönen Feuerstelle sind bis zum Ausgangspunkt auf dem Raten nur noch wenige Minuten zu bewältigen. Wer mag, kann sich beim Skiliftbeizli eine Bratwurst oder Cervelat vom Grill gönnen. Mit einem Preis von 5 Franken nicht nur die vermutlich günstigste im Kanton Zug, sondern auch ein überraschender Kontrast zum Restaurant Raten nebenan. Dieses macht bekanntlich vor allem durch seine kreative Preisgestaltung schweizweit von sich reden (zentralplus berichtete).

Distanz: 6,5 km
Schwierigkeit: leicht
Wanderzeit: 2:15 Stunden (Winterwandern)
Höhendifferenz: 227 Meter auf- und abwärts
Min./max. Höhe: 1'029/1'164 m ü. Meer
Route: Raten 1'077 – Chlausenchappeli 1'089 – Sparenbach 1'050 – Bellevue 1'164 – Charenboden 1'162 – Abschwändi 1'140 – Salen 1'121 – Raten.
Anreise: Mit dem Bus ab Zug/Oberägeri (ZVB Linie 10). Mit dem Auto bis Raten. Die Parkplätze sind an Wochenenden gebührenpflichtig und häufig belegt.

Verwendete Quellen
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Wo lässt es sich in der Zentralschweiz am schönsten wandern? Was gibt es auf welchen Wanderwege und Wanderrouten zu sehen? Wo lässt sich unterwegs gut Rast machen? Von längeren Spaziergängen, Wanderungen bis hin zu schwierigen Bergtouren – für Anfänger bis Wander-Experten – im Wander-Blog berichten natur- und wanderfreudige Blogger aus der...
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