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War da ein Wolf? Powdern auf der Kinderskitour
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Mutter und Sohn bestaunen die Aussicht ins Berner Oberland (Bild: Urs Kyburz )

Mit der ganzen Familie auf das Mändli im Sarnertal War da ein Wolf? Powdern auf der Kinderskitour

4 min Lesezeit 17.03.2018, 11:01 Uhr

Nach weniger gelungenen Skitouren unternahmen wir einen Versuch auf das Mändli im Sarnertal, gelegen zwischen dem Skigebiet der Mörlialp und dem ehemaligen Skigebiet von Lungern-Schönbühl. Es kam schon wieder nicht ganz wie geplant, aber das tat dem Familienerlebnis keinen Abbruch.

Wir fuhren frühmorgens ins Sarnertal und parkierten in einer Kurve unterhalb der Mörlialp, wo die Tour aufs Mändli startete. Zuerst ging es mal während dreier Kilometer nur sanft ansteigend auf einer Strasse aufwärts. Das tönt langweiliger als es war. Erstens war es ideal zum Einlaufen und wach werden, zweitens schmetterten Buchfinken und Amseln ihre Lieder in den Morgen hinein, dass es eine Freude war, drittens waren unsere Skispuren nicht die einzigen.

Tags zuvor hatte es geschneit, die Strasse war frisch überzuckert. So sah man jede Fussspur, zum Beispiel kreuzten Hirsche öfters den Weg. Die Spuren sahen aus wie Rehspuren, waren aber viel grösser. Zwischen den Bäumen hindurch erhaschten wir immer wieder einen Blick auf den Sarnersee und das Stanserhorn. Am Tag zuvor waren die Hänge über uns wohl schneelos, es gab keine Altschneeunterlage. Der Giswilerstock thront mächtig über uns, wäre auch mal ein Ziel im Sommer.

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Schnaps à discrétion 

Nach der Alp «Hinter Brosmatte» stieg der Weg endlich an. Ein Wegweiser zeigte uns, dass wir immer noch auf dem «Älplermagrone-Pfad» waren. Bald erreichten wir die Fluonalp, wo eine Pause fällig war, denn der Jüngere jammerte, dass er so müde sei. Meine Bemerkung, dass es mir selber manchmal auch so gehe, dass ich am liebsten abliegen und schlafen möchte, half nicht. Bei der Alp konnte er sich aber wieder erholen.

Auf der Bank an der Hauswand genossen wir die grandiose Aussicht. Neben dem Sarnersee und dem Stanserhorn erblickten wir das Buochserhorn und die beiden berühmtesten Innerschweizer Berge, den Pilatus und die Rigi. Ein Kästlein mit der Aufschrift «Winter-Proviant» weckte unsere Neugier. Wir öffneten es und erblickten Schnapsflaschen. Eine schöne Geste der abwesenden Gastgeber, aber doch noch etwas zu früh.

Hundeartige Spuren im Schnee, aber in Gross!

Eine einzige Aufstiegsspur war vorhanden, sie führte aufs Mändli. Wir wollten nicht dem Mainstream folgen und zweigten Richtung Rückenegg ab. Das irritierte wohl einige, die hinter uns gingen, verwirrt blieben sie stehen und überlegten wohl, welcher Spur sie jetzt folgen sollen. Die Frau spurte aber unbeeindruckt weiter Richtung unseres Zieles. Hier oben stiessen wir immer wieder auf Schneehasenspuren. Auf dem Grat bot sich uns eine grandiose Fernsicht. Wir blickten ins Haslital und auf all die hohen Berge des östlichen Berner Oberlandes.

Uns zu Füssen lag das ehemalige Skigebiet Lungern-Schönbühl, das zu unserem Erstaunen von Winterwanderern bevölkert war. Eine kurze Recherche zeigte, dass die Seilbahn von Lungern nach Turren seit 2016 wieder in Betrieb ist. Das war uns völlig entgangen. In den aperen Hängen unter uns grasten gemütlich fünf Gämse an der wärmenden Sonne.

Und noch etwas weckte unsere Aufmerksamkeit: wieder Spuren. Diesmal sehen sie hundeartig aus, aber in Gross. Könnte das ein Wolf sein?!? Wir diskutieren alle Varianten durch und kommen doch zum Schluss: Das KANN ein Wolf sein (muss aber nicht). Eine Nachfrage bei CHWOLF.ORG bringt auch keine Gewissheit, aber schliesst die Möglichkeit ebenfalls nicht aus. Wir waren fasziniert von der Vorstellung, dass hier ein Wolf durchgeschlichen sein könnte.

Die Hänge gehörten uns ganz alleine

Nun wurde es aber Zeit für die Abfahrt, es war bereits nach Mittag und es war warm. Schon im Aufstieg frohlockten wir über den Schnee, der so pulvrig-locker da lag. Nun also schnell auf Abfahrt umgestellt und los. Hei, wie das stob! Hang um Hang fuhren wir, jeder in seiner eigenen Spur, denn wir waren ganz alleine hier, hatten Platz ohne Ende, während alle anderen sich am Mändli die Spuren kaputt fuhren. Es war einfach genial! Grossartig! Fantastisch! Sensationell! Und immer diese Aussicht vor Augen.

Bald waren wir wieder auf der Fluonalp mit dem Schnapskasten. Aber auch diesmal bedienten wir uns nicht daraus (die Kinder natürlich sowieso nicht). Auf Waldeshöhe wurde es nun eng, mussten auf dem schmalen Weg aufpassen, damit wir nicht zuviel Tempo erreichen. Und auf der Alp standen wir plötzlich vor dem Asphalt. Der Schnee war in der Zwischenzeit geschmolzen, so dass wir die Skis ein Stück tragen mussten. So ging es nun den Rest der Strecke, ein An- und Ausziehen der Skis. Glücklich erreichten wir den Ausgangspunkt. Diese Tour entschädigte für den ganzen verkorksten Winter!

Tourinfo

Die Skitour aufs Mändli ist einfach, bietet aber alles, was eine wunderbare Skitour ausmacht: Schöne Hänge zum Skifahren, einen Gipfel und viel Aussicht. Start ist in der Kurve bei Punkt 1018. Hier folgt man der Strasse bis zur Fluonalp. Der weitere Weg ist gegeben, durch coupiertes Gelände steigt man höher, der Gipfel wird im Normalfall von links her begangen. Wir wählten die Alternative auf die Rückenegg, die von viel weniger Skitüürelern begangen wird. Zu bewältigen sind gut 1000 Höhenmeter.

 

Weitere Beiträge von Urs Kyburz sind auf seinem Blog www.idnu.ch zu finden.

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