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Wandern, wo die Krokusse blühen
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Die Wanderung führt über liebliche Emmentaler Hügel. (Bild: hch)

Der Grenze entlang von Schangnau nach Trubschachen Wandern, wo die Krokusse blühen

4 min Lesezeit 08.05.2020, 11:02 Uhr

Die vor allem im Frühling beliebte Wanderung führt durch die typische Landschaft zwischen Entlebuch und Emmental mit «Höger», Gräben und «Chrachen». Das tönt nach bernischer Gemütlichkeit, verheisst aber auch blühende Krokus-Felder.

Es war die erste richtige Wanderung im noch jungen Frühling. Da drängte sich eine Tour durch eine voralpine Region auf, die nicht in die etwas höher gelegenen Schneefelder führen sollte. Fast schon als ideal zeigte sich die liebliche Landschaft im Grenzgebiet der Kantone Luzern und Bern.

Mit dem Postauto ging es von Escholzmatt nach Schangnau, vorbei an saftigen Wiesen und weidenden Wasserbüffeln. Von der Bushaltestelle mitten im Dorf beim Gasthof Löwen wandten wir uns Richtung Norden. Der Gasthof sieht aus wie ein typisches Emmentaler Bauernhaus mit Gartenterrasse und offeriert währschafte Küche. Darunter auch Gerichte aus dem Fleisch ebendieser Büffel.

Krokusfelder begleiten die Wanderung

Doch statt Lunch stand für uns erst einmal ein Aufstieg auf dem Programm. Wir folgten stetig dem Wegweiser Richtung Wachthubel auf einem teilweise gerölligen und steilen Strässchen und später auf einem Fahrweg. Den Wachthubel erreichten wir dann über den grasigen Südgrat in gut einer Stunde. 

Nach einer kurzen Pause folgten wir dem Grat Richtung Norden und anschliessend die Hangflanke hinunter. Der Wanderweg, hier eher eine Schotterstrasse, ist sowohl bei Wanderinnen als auch bei Mountainbike-Fahrern beliebt. Vor uns breitete sich ein Teppich blühender weisser und violetter Krokusse aus. Tausende dieser zarten Blüten begeisterten die Liebhaber der heimischen Flora und entzückten nicht nur die mehr oder weniger ambitionierten Handyfotografen.

Kurze Zeit später gelangten wir zum Bauernhof Grosshorben. Danach ging es für gut eine halbe Stunde wieder mehrheitlich leicht bergauf über den Pfyffer, wo wir dank Picknick doch noch zu unserem wohlverdienten Mittagessen kamen. Einmal mehr zeigte sich auf dieser Route der etwas unregelmässige Grenzverlauf zwischen den Kantonen Bern und Luzern, immer wieder kreuzten wir auf dem Weg entsprechende Grenzsteine.

Panoramablick auf dem Rämisgummehoger

Wir hatten nun die Wahl, dem gelb markierten Wanderweg zu folgen oder die Route mit einem leichten Zwischenanstieg über den Rämisgummehoger zu nehmen. Eine Wahl, die sich zumindest bei gutem Wetter empfiehlt; das Panorama mit Schrattenfluh und Hohgant im Vorder- sowie den hohen Berner Alpen im Hintergrund lässt sich auf der Sitzbank ausgiebig bestaunen.

Nach der kurzen Rast folgten wir dem Grat, um dann linkerhand dem Waldrand entlang abzusteigen. Hier war die Landkarte etwas missverständlich, die Wahl des Wegs sollte sich aber als die richtige erweisen. Bei der «trubeligen» Chäserenegg – hier treffen sich Biker, Wanderer, Blumenfreunde und Modellflugzeugpiloten – hielten wir uns geradeaus Richtung Trubschachen.

Ab hier ging es dann nur noch abwärts. Nach kurzer Zeit zweigte der Wanderweg vom Strässchen rechts ab und über offenes Weideland nahmen wir das letzte Stück in Richtung Trubschachen in Angriff. In ein paar Serpentinen stiegen wir vom Fuhrenhüsli hinunter in den Steibachgrabe und folgten dem asphaltierten Strässchen für knapp zwei Kilometer, die am wenigsten anstrengenste Etappe der Wanderung.

Erfrischendes Bachtobel und Guetzlifabrik zur Belohnung

Kurz vor dem Erreichen der Hauptstrasse Bern-Luzern zweigt der Wanderweg links in Richtung Trubschachen ab und führt durch den Wald am Fluss entlang. Eindrücklich sind hier die Tobel des Steibachs, der uns an diesem warmen Frühlingstag ein paar Minuten der Erfrischung verschaffte. Nach wenigen Minuten geht es auf einer Brücke über die Ilfis und von da zum Bahnhof Trubschachen.

Um die Wartezeit auf den nächsten Zug zu verkürzen, kann man am Ende der Wanderung dem Fabrikladen von Kambly einen Besuch abstatten. Der Besuch verspricht bei den meisten Wanderern gut gefüllte Rücksäcke und die Entdeckung des Ursprungs des Emmentaler Bretzeli-Herstellers.

Die Wanderung ist grösstenteils eine Etappe des Grenzpfades Napfbergland Nr. 65 und ist mit den Schwierigkeitsgraden T1 und T2 als einfach zu bewerten.

Wegpunkte: Schangnau – Wachthubel – Grosshorben – Rämisgummehoger – Fuhrenhüsli – Trubschachen.
Tiefster Punkt: Trubschachen 731 m.ü.M.
Höchster Punkt: Wachthubel 1414 m.ü.M.
Höhenmeter: Aufstieg 610 Meter, Abstieg 810 Meter
Distanz: 13,5 km
Zeitbedarf: 4 ¼ Stunden
Ausgangspunkt: Schangnau (mit dem Postauto ab Escholzmatt)
Endpunkt: Trubschachen (an der Bahnlinie Bern – Escholzmatt – Luzern)

Der Weg führt von Schangnau bis Trubschachen.

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