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Von Lungern über den Tüfengrat auf den Brünigpass
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Blick auf Brienzersee und Brienz beim Abstieg vom Tüfengrat auf Wilervorsass. (Bild: Roman Bertschi)

Anspruchsvolle Wanderung mit Aussicht Von Lungern über den Tüfengrat auf den Brünigpass

5 min Lesezeit 08.10.2020, 10:50 Uhr
  • 1260 m
  • 1009 m
  • 17,02km
  • Dauer:
    •••
  • Technik:
    •••

Die Wanderung ist mit sechseinhalb Stunden eher etwas für echte Wanderfans. Doch wer die Strecke unter die Füsse nimmt, erlebt viel Abwechslung; sei es, was das Höhenprofil, die Aussicht oder den Untergrund angeht. Gegen Ende der Wanderung wird man mit einem wundervollen Blick auf den Brienzersee belohnt.

Von Luzern aus nehme ich die Zentralbahn nach Lungern und von dort den Weg Richtung See. Innerhalb von zehn Minuten erreiche ich, entlang dem Lungernsee, den Wegweiser Diesselbach Wasserfall. Nun beginnt der erste und gleichzeitig steilste Anstieg der Wanderung.

Der Weg führt zwar durch den schattigen Wald, doch da er sehr steil ist, kommt man trotzdem ins Schwitzen. Nachdem man sich so richtig warmgelaufen hat, erreicht man die Strasse, welche leicht zum Zünli hin ansteigt. Bis zu diesem Punkt hat man bereits 423 Höhenmeter zurückgelegt.

Lungernsee. (Bild: Roman Bertschi)

Weiter geht es entlang der Flanke des Turren. Hier wird nach dem steilen Anfang zum zweiten Mal klar, weshalb diese Wanderung als anspruchsvoll bezeichnet werden kann: Entlang der Flanke sind ab und zu Sicherungsseile angebracht, und der Weg ist manchmal ziemlich schmal. Auf diesem Streckenabschnitt ergeben sich fast keine Höhenmeter, dafür wechseln sich schattige und sonnig-offene Stellen mit solchen ab, die von einem Bach durchflossen werden.

Vom Zünli zur Schwand sind Sicherungsseile angebracht. (Bild: Roman Bertschi)

Nach der Flankenpassage erreiche ich die Schwand, eine unbewaldete, ebene Fläche. Sie bietet Gelegenheit zur Rast und eine einmalige Aussicht auf die schneebedeckten Bergketten der Obwaldner Alpen.

Blick von der Schwand auf die Obwaldner Alpenkämme. (Bild: Roman Bertschi)

Nach einer kurzen Rast geht es weiter Richtung Mülimäs, von wo man eine gute Sicht auf den Talboden hat. Hier sind die Mülimäsplatten greifbar nahe. Der weitere Weg bis zur Strasse, die zur Alp Breitenfeld führt, ist teils steil, teils flach sowie immer mal wieder durch Bäume beschattet und dann wieder sonnenexponiert. Bei der Strasse biege ich nach links ab. Wer rechts abbiegt, kommt zur Turren-Bergstation und kann von dort zurück zum Zünli oder über den Schmetterlingspfad, der vom Turren über den Sädel nach Bürglen führt.

Alp Breitenfeld mit historischer Kapelle

Ich folge der asphaltierten Strasse, die Richtung der Chuematt und der Alp Breitenfeld führt. Die Chuematt liegt auf 1626 Meter und fällt nicht nur aufgrund der dort weidenden Kühe auf, sondern auch aufgrund der ungefähr gleichen Höhe mit der Baumgrenze. Nach ein paar Minuten gelangt man zur Alp Breitenfeld. Sie fällt nicht nur wegen der grossen Anzahl an Gebäuden, sondern auch durch die Alpkapelle «Maria zum Schnee» auf. 1729 erbaut, sollte sie die Alp vor Unglücken schützen.

Dies, nachdem eine Viehseuche über drei Jahre mehr als hundert Kühe dahingerafft hatte. Aus diesem Anlass findet jährlich im Juli, am ersten Sonntag nach Ferienbeginn, das Alpfest «Jakob», mit Gottesdienst und Alpsegnung statt. Wer will, kann auf der Alp Bergkäse im eigens dafür bereitgestellten Kühlschrank erstehen, und diesen zu Hause oder unterwegs geniessen.

Entlang dem Breitfeld Richtung Tüfengrat

Nach der Alp folgt ein leicht ansteigender, asphaltierter Streckenabschnitt mit einer hervorragenden Weitsicht. Oberhalb des Weges liegt nur wenige Minuten entfernt das «Bärghuis Schönbüel», bei dem man sich bei Bedarf und falls es geöffnet ist verpflegen kann.

Kurz nach der Abzweigung zum Bergrestaurant wechselt der Untergrund, und ich wandere über eine baumfreie Graslandschaft Richtung Tüfengrat, der bereits sichtbar ist. Dort angekommen, erblickt man die Berner Alpen, ebenso den Brienzersee.

Abstieg teilweise auf dem Obwaldner Höhenweg

Ab dem Tüfengrat geht es auf dem Obwaldner Höhenweg bis zum Brünig bergab, jedoch mehr oder weniger steil. Das erste Wegstück führt entlang einer Steilflanke mit viel Geröll. Nach ein paar Metern kommen auch Brienz und Meiringen ins Blickfeld. Die Baumgrenze ist bald erreicht, das Terrain dominieren nun Gras und Tannen.

Bei der Verzweigung Wilervorsass verlasse ich den Höhenweg und bis zum nächsten Wegweiser beim Totzweg begeistern die schönen Ferienhäuser, die Alphütten und die flachen Lichtungen, auf denen nur wenige Tannen stehen. Der Weg ist teils asphaltiert, teils mit Schotter belegt und führt ebenso über eine Graslandschaft. Vom nun erreichten Totzweg dauert es anschliessend noch 45 Minuten bis zum Brünig.

Durch den Brauwald zum Brünig

Nach dem Totzweg gelange ich in den Brauwald, der nochmals eine Waldlandschaft vom Feinsten bietet. Kurz vor dem Brünig gelangt man abschliessend nochmals auf den Obwaldner Höhenweg und danach ist man zurück in der Zivilisation.

Kein Wunder, dass nun der Durst gestillt werden muss, dazu bieten sich entweder das Restaurant Waldegg auf dem Brünigpass oder das Restaurant Gasthaus Kulm an. Letzteres verfügt über eine Terrasse mit bester Aussicht und ist fünf Minuten vom Pass entfernt. Dort fährt der Luzern-Interlaken-Express in einer guten Stunde nach Luzern.

Braunwald – kurz vor dem Bruenig. (Bild: Roman Bertschi)

Start: Lungern
Ziel: Brünig-Hasliberg
Schwierigkeit: anspruchsvoll
Distanz: 17,02 km
Wanderzeit: 6h 25
Höhendifferenz: 1260 m aufwärts, 1009 m abwärts
Route: Bahnstation Lungern  –  Diesselbach Wasserfall  – Zünli – Schwand ­– Mülimäs – Alp Breitenfeld – Chuematt – Tüfengrat – Salewang – Wilervorsass – Totzweg – Brünig-Kulm – Brünigpass-Hasliberg

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