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Vier-Seen-Höhenwanderung: Der Klassiker mit Abkürzungsmöglichkeit
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Auf dem Jochpass. (Bild: Ursula Brem)

Von Melchsee-Frutt nach Engelberg Vier-Seen-Höhenwanderung: Der Klassiker mit Abkürzungsmöglichkeit

5 min Lesezeit 08.08.2020, 11:02 Uhr
  • 640 m
  • 1540 m
  • 22km
  • Dauer:
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  • Technik:
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Die Wanderung von Melchsee-Frutt nach Engelberg ist eine altbekannte Passroute und heute als «Vier-Seen-Höhenwanderung» bekannt. Da die Strecke beliebig abgekürzt oder verlängert werden kann, bietet sie etwas für jeden Wanderer.

Die Wanderung beginnt auf der Hochebene Melchsee-Frutt. Auf dem Platz vor der Bergstation Melchsee-Frutt können wir dem Pfeil «Tannalp» folgen – er führt am Frutt-Lädeli und Restaurants vorbei, dann dem Melchsee entlang zum Panoramalift.

Eine spezielle Startvariante ist der Weg nach links zum Hotel Frutt Lodge, dort zwischen den Gebäuden hindurch zum Panoramalift. Von dessen Plattform geniesst man eine tolle Sicht auf die Hochebene, die Berge und den Melchsee. Abwärts zum Melchsee geht’s per Gratis-Lift.

Über den Staudamm zum Tannalpsee

Unten am Panoramalift kommen die beiden Startvariationen zusammen. Wir folgen 70 Meter dem Strässchen, ignorieren aber die Abzweigung zum Bonistock und folgen stattdessen erst dem nächsten Wegweiser, zum Vier-Seen-Weg, unserer heutigen Tour.

Wir nehmen den Wanderweg links bergauf, am Picknickplatz vorbei. Weiter oben dreht er nach rechts und führt, dem Fuss des Bonistocks entlang bis zum Damm des Tannalpsees. Genussvoller Höhenweg mit Blick auf den mäandrierenden Bach und in die Berge!

Vom Staudamm könnte man geradeaus auf dem Fahrsträsschen Richtung Tannalp gelangen. Schöner ist der markierte Weg über den Staudamm. Auf der andern Seite folgen wir dem Uferweg des Tannalpsees. Die Uferlandschaft mit den kleinen Inseln ist eine wahre Augenweide. Einmalig ist da auch die Blumenpracht im Vorsommer.

Gegen Ende des Sees mündet die Via Alpina in unseren Weg. Die gemeinsame Route führt durch ein Hochmoor zur Tannalp. Im Berggasthaus Tannalp, gegenüber der fotogenen Kapelle, macht man gern eine Kaffeepause. Hier könnte man auch übernachten.

Hinab zur Engstlenalp

Dann geht die Wanderung an einigen Alphütten vorbei und leicht abwärts zum Felsriegel Spycherflue. Hier befindet sich der schwierigste Teil unserer Wanderung. Der Weg wurde aus den Felsen gehauen; bei Nässe vorsichtig gehen, die Felstritte können rutschig sein! Dann führt der Bergweg im steilen Hang schräg abwärts Richtung Engstlenalp, die wir schon von weitem sehen. Sie liegt in einer weiten Mulde und wird noch heute landwirtschaftlich genutzt. 

Die Engstlenalp war schon zu alten Zeiten sehr bekannt als Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren. Der Baustil des Berghotels erinnert noch an die Zeiten, da man mit Maultieren hier vorbeizog oder Station machte. Wer Zeit hat, sollte unbedingt hier übernachten. 

Ab Engstlenalp folgen wir dem historischen Weg Richtung Jochpass, am Alprestaurant Rossboden vorbei. Das Wandersträsschen ist breit; der Passübergang wird auch gerne von Bikern genutzt, doch zum Glück haben sie auf weiten Teilen eine separate Piste. Gegen Ende des Engstlensees treffen wir mit dem Uferweg zusammen.

Am Talende oberhalb vom Engstlensee auf 1899 m ü. M. gibt es einen Wegweiser zur Talstation des Sessellifts. Wir gehen weiter zu Fuss, zusammen mit einer Gruppe von Bikern. Für sie ist es wohl mühsamer als für uns, der Weg ist nun steil und steinig; doch teilweise ist für sie eine Zusatzschleife eingebaut. Immer schöner wird die Aussicht, und fast zuoberst sehen wir den Titlis. Auch der Blick zurück über den Engstlensee ins Berner Oberland lohnt sich. 

Jochpass spielte schon im Mittelalter wichtige Rolle

Mitten auf dem Scheitelpunkt des Jochpasses liegt ein kleiner See, der von Gletschermoränen eingefasst ist. Über den Jochpass zogen schon im frühen Mittelalter Saumkolonnen mit Waren vom Kloster Engelberg nach Innertkirchen und dann über den Griespass nach Italien. Auf dem Rückweg brachte man Erzeugnisse aus Italien mit. 

Im Restaurant Jochpass kann man sich auch gut verpflegen und für den langen Abstieg nach Engelberg stärken. Bis hierher waren es 3h40; wer seine Knie schonen muss, kann mit den Bergbahnen nach Engelberg hinunterfahren.

Der Wanderweg vom Jochpass führt auf Bergwegen ziemlich steil bergab. Biker haben ihr eigenes Trassee. Immer wieder bleiben wir stehen, um das Bergpanorama zu bewundern. Bergsteiger mit riesigen Rucksäcken kommen uns entgegen; nicht weniger als drei Weitwanderrouten führen über den Pass: die Via Alpina, die Via Sbrinz und der Nidwaldner Höhenweg. Besonders beliebt bleibt unsere Vier-Seen-Wanderung Melchseee-Frutt–Engelberg. 

Die Qual der Wahl beim Trübsee

Unterhalb der Felsen, schon nah beim Trübsee, müssen wir uns entscheiden: Die Via Sbrinz folgt der gemütlicheren Variante, auch wenn ein paar Hartbelagstrecken dabei sind. Sie dreht nach links zur Talstation des Jochpasslifts, dem linken Ufer des Trübsees entlang und via Windegghütte zur Alpwirtschaft Unter-Trübsee hinunter. Von da gelangt man dann zur Talstation der Titlisbahn, nach Engelberg hinab. 

Unsere Route Nr. 474 und die Via Alpina kurven abwärts zum Trübseebach, folgen kurz dem Seeufer und steigen aufwärts zur Mittelstation Trübsee der Titlisbahn. Rechts von der Seilbahnstation steht unser Wegweiser; der Blick auf Engelberg lässt erahnen, dass der Abstieg sehr steil sein wird. Zunächst treppabwärts ins Gelände, führt der Bergweg in engen, gut angelegten Kehren parallel zur Seilbahn talabwärts. Dann kommen wir hinunter zur Gerschnialp und haben uns eine Stärkung im Restaurant verdient.

Durch Wiesen geht es leicht abwärts in den Gerschniwald, wo ein steiler Pfad auf kürzestem Weg zur Bänklialp hinunterführt (auf halbem Weg trifft man auf ein Strässchen ans gleiche Ziel). Hier kommen wir aus dem Wald, überqueren den Aabach und durchschreiten die Ebene unter einer schönen Allee. Bei den ersten Häusern von Engelberg sind wir über zwei Ecken bereits beim Bahnhof.

Tipp zum Abschluss: Wer mag, spaziert durch den autofreien Dorfkern, an den vielen Läden und einladenden Cafés vorbei zur Klosterkirche, die zu besichtigen sich lohnt.

Start: Melchsee-Frutt
Ziel: Engelberg
Schwierigkeit: mittel
Distanz: 22 km
Wanderzeit: 6 h 40
Höhendifferenz: 640 m aufwärts, 1540 m abwärts
Route: Melchsee-Frutt–Tannalp–Engstlenalp–Jochpass–Trübsee Titlisbahn– Gerschnialp–Engelberg

Weitere Informationen zur Route und andere Wanderungen der Autorin findest du hier.

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