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Vergnügliches und Lehrreiches in den Bergen
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Auf dem Hexenweg. (Bild: Urs Kyburz)

Familienwanderung auf dem Hexenweg in Wirzweli NW Vergnügliches und Lehrreiches in den Bergen

4 min Lesezeit 21.07.2020, 10:53 Uhr
  • 390 m
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  • 6,5km
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Der Ferienort Wirzweli liegt auf 1200 m ü. M. bei Dallenwil im Engelbergertal und bietet sowohl im Sommer wie im Winter viel Abwechslung für Familien. Kinder können hier ihre ersten Wandererfahrungen in den Bergen machen und der Spieltrieb kommt nicht zu kurz. Verschiedene Themenpfade bieten für alle Altersgruppen Vergnügliches und Lehrreiches in den Bergen.

Die Wettervorhersage verspricht eine Wetterbesserung. Als wir aber mit der Seilbahn in Wirzweli einfahren, regnet es immer noch in Strömen, unser Optimismus wird noch nicht belohnt. So wärmen wir uns zuerst im Restaurant Arviblick auf, wo wir – wen wundert’s – die einzigen Gäste sind. Als der Regen nachlässt, brechen wir, gut verpackt in wetterfeste Kleider, auf. Zuerst steuern wir auf den Eulenpfad zu. In drei Gehegen sind verschiedene Eulen wie Sibirische Uhus, Steinkäuze und Bartkäuze zu bestaunen.

Hexenweg rückwärts

Vor der Talstation der Seilbahn Eggwald–Gummenalp biegen wir in den Wanderweg ein. Wir steigen einen Bach entlang hoch, es ist rutschig. Bald erreichen wir den Wald, wo wir durch ein Gatter eintreten… und verabschiedet werden! «Uf wiederluägä» tönt es von einem Baum herab. Wir haben also den Hexenweg erreicht, nur in der falschen Richtung. Immer wieder treffen wir auf Spuren der Hexe Lizi, zum Beispiel dem Hexentöff: Auf einem fahrradähnlichen Geschoss sausen die Kinder durch den Wald.

An einem anderen Ort können sich die Jungen und Junggebliebenen in der Treffsicherheit üben, indem sie Tannzapfen in den Hexenkessel oder andere Ziele werfen. Mittels einer Seilbahn wird die Munition wieder hoch transportiert. Selbst eine Unfallstelle treffen wir noch an. Aber entdeckt die Welt der Hexe Lizi selber! Wir vergnügen uns nicht nur mit den Hexeninstallationen, sondern geniessen auch noch die schöne Landschaft, die trotz oder gerade wegen dem, gelinde gesagt, eher durchzogenen Wetter einen besonderen Reiz hat. Die Bergwiesen stehen Mitte Juli in voller Blüte.

Bergrestaurant in Sicht

Bei schönem Wetter laden Hängematten zum Ausruhen ein, wir verzichten darauf. Aber immerhin hört es auf zu regnen. Wieder im Wald – der Weg wechselt immer zwischen Wiese und Wald – kommen wir an riesigen Spinnennetzen mit riesigen, aber harmlosen Spinnen vorbei, riesige Blätter der Pestwurz, Farne und noch etwas Nebel runden die mystische Stimmung ab. Wir kommen zum nächsten Gatter und werden diesmal begrüsst von der Hexe, die allerdings eine sehr männliche Stimme hat. Wir erblicken die Bergstation der Seilbahn und somit auch das Restaurant, wo wir uns vor dem nächsten Regenguss in Sicherheit bringen.

Nach der Pause klart es auf, die Sonne tritt doch noch hervor. Wir entscheiden uns, dem Geopfad weiter zu folgen, unser Optimismus wird doch noch belohnt. Zuerst besteigen wir aber noch den Vorder Gummen, unser heutiges Gipfelziel. Langsam lösen sich die Nebelfetzen auf, wir blicken nun auf die anderen Berge und weit ins Mittelland zwischen Stanserhorn und Rigi hindurch.

Auf zum Spielplatz!

Der Pfad verläuft den Wirzweligrat entlang, Tafeln informieren über die Geologie im Allgemeinen und die der Gegend. Tatsächlich trifft man hier interessante Gesteinsformationen an, zum Beispiel eine riesige Spalte im Fels, durch die man hindurchblicken und sogar -wandern kann. Selbst Versteinerungen sind zu entdecken. Unser Weg wurde von den Kühen bearbeitet, zusammen mit dem Regen haben sie ganze Arbeit geleistet. Aber bis wir wieder in Wirzweli sind, hat sich schon fast der ganze Dreck von den Schuhen gelöst.

Unterwegs begegnen uns noch Exoten: Frisch geschorene Lamas, die dadurch ein wenig aussehen wie Pudel. Zurück im Dorf, steuern unsere Kinder dem Spielplatz zu, der nicht die üblichen Spielgeräte bietet. Klettertürme mit Hängebrücken, Tannzapfenrutschen mit Seilbahn für den Rücktransport, Wasserkanäle mit Schleusen zur Wasserregulierung sowie einer Handpumpe und vieles mehr machen es schwierig, die Kinder wieder davon loszureissen.

Infos

Die Wanderung haben wir 2012 gemacht, die Angaben wurden soweit möglich überprüft.

Start: Wirzweli
Ziel: Wirzweli
Schwierigkeit: T1
Gipfelhöhe: 1613 m ü. M.
Distanz: 6,5 km
Wanderzeit: 2–3 h
Höhendifferenz: 390 m
Route: Wirzweli–Punkt 1215–Gummenalp–Vorder Gummen–Wirzweligrat– Wirzweli
Links: www.wirzweli.ch
www.stanserhorn.ch

Weitere Beiträge von Urs Kyburz sind auf seinem Blog www.idnu.ch zu finden.

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