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Unterwegs auf dem Nepali (oder Kuchen-)Highway
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Blick auf den grossartigen Tiefengletscher. (Bild: hch)

Grossartige Wanderung vom Furkapass bis Tiefbach Unterwegs auf dem Nepali (oder Kuchen-)Highway

3 min Lesezeit 03.11.2017, 14:28 Uhr

Die letzte Wanderung der Saison sollte uns noch einmal über die Baumgrenze führen: vom Furkapass über den Nepali Highway bis Tiefenbach. Ein Highlight, das sich gerade auch im Spätherbst lohnt: zwei Gletscher, eindrückliche Landschaften, frischer Kuchen – aber auch erschwerte Umstände.

Sie gilt als eines der hochalpinen Highlights der Zentralschweiz: die Strecke vom Furkapass zum Fuss des Tiefengletschers und dann über den Nepali Highway nach Tiefenbach. Doch einfach wurde es uns an diesem sonnigen Herbsttag nicht gemacht: Die Postautos stellen ihren Betrieb Mitte Oktober ein, sodass wir uns im Autostöppeln versuchten, um vom Restaurant Tiefenbach bequem zum Ausgangsort am Furkapass zu gelangen. Als nach 20 erfolglosen Minuten ein anderes Paar zu uns stiess, das denselben Plan verfolgte, entschieden wir uns kurzerhand, den Weg gemeinsam zu begehen – somit war auch das Transportproblem gelöst.

Kuchen selbst am Tag des Hüttenschlusses

Vom Furkapass aus führt der rot-weiss markierte Weg über Wiesen und gut markierte Wege zur knapp 200 Meter höher gelegenen Sidelenhütte auf 2’708 m ü. M. Der Anstieg ist nicht zu steil, die Aussicht grandios, der Weg fast schon gar inflationär markiert. Allerdings hatte der See unterhalb der Hütte auch schon mehr Wasser, sodass sich ein Bad nicht nur aufgrund der kühleren Temperaturen nicht aufdrängte.

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In der Hütte angekommen teilen wir uns mit einigen Bergsteigern, die draussen auf den als Kamele bekannten Felsen herumkraxelten, die letzten Stücke des Apfelkuchens. Der Kuchengeruch im Raum wurde an diesem letzten Hüttentag zwar bereits durch jenen des Putzmittels übertüncht, was dem Genuss jedoch keinen Abbruch tat. Nicht umsonst soll der Weg auch den Zweitnamen Kuchen-Highway tragen. 

Blockschutt und Seile

Frisch gestärkt ging es an die zweite Etappe, den blau-weiss markierten Nepali Highway in Richtung Albert-Heim-Hütte. Er soll so heissen, weil ein Nepali oder ein nepalesisches Ehepaar früher mal auf der Hütte arbeitete, doch das ist für uns an diesem Nachmittag sekundär. Wir konzentrieren uns stattdessen auf den Weg, der die nächsten 90 Minuten über Blockschutt führt und bei dem sich die Wanderer nie ganz einig sind, ob er nun als T3 (Bergwandern) oder T4 (Alpinwandern) eingestuft werden soll.

Der Abstieg entlang des Älpetlistockbachs führt durch eine wunderschöne Landschaft.

Der Abstieg entlang des Älpetlistockbachs führt durch eine wunderschöne Landschaft.

(Bild: hch)

Die beiden schwierigen Passagen zu Beginn sind gut mit Seilen gesichert, sodass auch weniger geübte, aber weitgehend schwindelfreie Berggänger sicher weiterkommen. Auch die Strecke über die mannhohen Blockschuttkegel stellte keine grosse Herausforderung dar. Schwieriger gestaltete sich für uns der Abstieg zum Tiefengletscher. Da die Strecke zu dieser Jahreszeit kaum mehr besonnt wird, werden die Schneefelder hier wohl den Winter überdauern.

Wenn nur noch Einheimische unterwegs sind

Nach dem Abstieg geht es entlang der Gletschermoräne. Früher soll er weiter oben über die Gletscherzunge geführt haben, doch diese hat sich in den letzten Jahren markant zurückgezogen. Entlang einer grossartigen Kulisse im Rücken steigen wir nun über Steinfelder in Richtung Tiefenbach ab, wo sich der Weg nach dem Überqueren der stabilen Metallbrücke gabelt. Der Aufstieg zur Albert-Heim-Hütte nähme eine weitere Stunde in Anspruch, die wir uns aufgrund der fortgeschrittenen Stunde aber schenken.

Stattdessen machen wir uns entlang dem anfänglich wilden und vom Gletschereis noch ganz milchigen Lochbach übers Älpetli an den Abstieg. Der viel begangene Weg in Richtung Tiefbach ist im Sommer nicht nur bei weniger ambitionierten Tagesausflüglern beliebt, sondern führt auch an reizvollen Wasserfällen vorbei. An diesem Wochenende jedoch fanden wir nicht nur auf dem Weg, sondern auch in der Nähe der Passstrasse fast schon eine bizarre Ruhe vor, unterbrochen nur von ganz wenigen Einheimischen.

Strecke: Furkapass Galenbödmen (2’430 m) – Sidelenhütte (2’708 m) – Chräiennest (2’534 m) – Älpeli (2’259 m) – Tiefenbach (2’106 m).
Wegdauer: 4 Stunden
Höhenunterschied: Aufstieg 450 m, Abstieg 700 m
Schwierigkeit: T3/T4

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