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Über den Strick auf die Hächle
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Am Fuss der Südwand der Tälle führt der Wanderweg hoch zur Ober Gummenegg.

Über den Strick auf die Hächle

3 min Lesezeit 04.11.2015, 09:03 Uhr
  • 1150 m
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Unten Nebel, oben schön – im November ein gängiges Szenario. Verkompliziert wird es zuweilen dadurch, dass in Schattenlagen oder zu weit oben bereits Schnee liegt. Für solche Ausgangslagen bietet die Gegend um Sörenberg eine grosse Auswahl geeigneter Bergtouren.

Unten Nebel, oben schön – im November ein gängiges Szenario. Verkompliziert wird es zuweilen dadurch, dass in Schattenlagen oder zu weit oben bereits Schnee liegt. Für solche Ausgangslagen bietet die Gegend um Sörenberg eine grosse Auswahl geeigneter Bergtouren, insbesondere an der Schrattenflue. Und die hält auch für Liebhaber etwas anspruchsvollerer Touren einiges bereit. So etwa den Strick und die Hächle.

Und los geht’s

Unsere Wanderung beginnt bei der Hirsegg (Bushaltestelle und Parkplatz) und führt zunächst auf dem Alpsträsschen zum Schlüechli hoch. Über eine Alpweide erreichen wir Unter Gummen. Nun wird das Gelände karstiger. Auf dem Wanderweg steigen wir zur Ober Gummenegg auf, zu unserer Rechten stets die lang gezogene Felswand der Tälle. Dem Kamm entlang geht es weiter bis unter den felsigen Gipfelaufbau des Stricks. Wer auf diesen verzichten, aber trotzdem zur Heftihütte will, kann nun westlich auf dem Wanderweg etwas absteigen und den Gipfel umgehen.

Wer kraxeln will, lässt sich den Strick aber besser nicht entgehen. Nun blau-weiss markiert, führt der Weg ostseitig der Felswand entlang bis zu einem Durchschlupf, wo erstmals ordentlich zugepackt wird. Danach flacht das Gelände wieder ab und nach ein paar etwas steileren Metern steht man bereits auf dem Strick.

Gras trifft Fels

Für uns ist hier nicht Schluss, denn wir wollen weiter zur Hächle. Der Blick nach Süden offenbart den Weg: Über den grasig-felsigen Grat zur Heftihütte. Zunächst etwas schmal, abschüssig und ausgesetzt, danach in gemütlicherem Gelände. Wir suchen den Abstieg auf den Grat, der sich exakt in der südwestlichsten Ecke des Stricks befindet. Ein schmaler Pfad zeigt uns, dass wir richtig liegen. Wir kraxeln kurz etwas ab und folgen fortan den Pfadspuren.

Das Gefühl der Ausgesetztheit steigt.

Von den Felswänden, die links und rechts von uns jäh abstürzen, kriegen wir wenig mit. Als sich kurz darauf der Grat etwas schmälert, steigt das Gefühl der Ausgesetztheit aber. An einer Stelle beruhigt eine lange, solide Kette die Nerven, ansonsten hilft etwas Konzentration, Trittsicherheit und Zupacken. Bald wird der Grat schmaler und die Heftibode-Hütte bei den Hächlezänd kommt zum Vorschein. Dort treffen wir wieder auf den markierten Wanderweg und folgen ihm kurzzeitig.

Rund 200 Meter hinter der Heftihütte, wo der Weg eine Biegung nach links macht und absteigt, zweigt nach rechts ein Pfad in die Höhe ab. Diesem folgen wir und erreichen bald einen kleinen Sattel. Über viel Karst steuern wir nun auf die Hächle zu. Bis kurz vor dem Gipfel ist das eine einfache Sache. Plötzlich aber offenbart sich eine mehrere Meter tiefe Scharte. Nach kurzem Suchen finden wir eine Abstiegsvariante. Es scheint mehrere zu geben.

Runter und wieder rauf

Das gilt auch für den Aufstieg zum Gipfel gleich gegenüber. Wir finden ihn auf der Sonnenseite und freuen uns über die einfache, doch schöne Kletterei im griffigen Fels. Leider dauert sie viel zu kurz und so stehen wir nach rund dreieinhalb Stunden (ab Hirsegg, inkl. Pause auf dem Strick) auf dem Gipfel der Hächle und geniessen das enorme Panorama.

Für den Abstieg zu unserem Ausgangspunkt folgen wir dem Grat in Richtung Hengst. Zwei, drei kurze Stellen sind nochmals etwas ausgesetzt und erfordern den Einsatz der Hände. Dann sind alle Schwierigkeiten gemeistert und ein Wanderweg führt uns zum Heideloch. Als sich kurz darauf die Wege verzweigen, wählen wir jenen zu den Bodenhütten und danach zur Hirsegg.

Hinweise

Für die beschriebene Bergtour sind fünf bis sieben Stunden zu veranschlagen. Insbesondere der Abstieg vom Strick zur Heftihütte ist nur bei trockenen Bedingungen zu empfehlen. Die Schwierigkeit bewegt sich grösstenteils im T3-Bereich, stellenweise jedoch im T5-Bereich der Schwierigkeitsskala des SAC. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Erfahrung in steilem, ausgesetztem und felsigem Gelände sowie gutes Schuhmaterial sind unerlässlich. Anscheinend sind zur Alpzeit im Gebiet des Stricks jeweils Herdenschutzhunde im Einsatz.

Kartenmaterial: Landeskarte 1189 Sörenberg

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