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Über den Grat aufs Tomlishorn – und durchs Loch aufs Widderfeld
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Beim Gemsmätteli verlässt man den Wanderweg, der nordseitig und im November oft heikel auf den Widderfeld führt. Stattdessen steigt man hart der Ostwand des Widderfelds entlang zum Stollenloch. (Bild: Fabian Duss)

Über den Grat aufs Tomlishorn – und durchs Loch aufs Widderfeld

3 min Lesezeit 14.11.2014, 14:20 Uhr

Herbstwetter ist Wanderwetter. Das Dilemma jedoch: Hoch hinaus und doch soviel Sonne und Wärme tanken, wie es nur geht. Sonnenhänge am Pilatus eignen sich dafür besonders gut. Eine Wanderung mit Aussicht auf Schweiss, Steinböcke und vor allem Sonnenstrahlen.

Es ist das typische November-Dilemma: Der Herbst zeigt sich nochmals von seiner besten Seite, man möchte in die Höhe, doch insbesondere in den Nordflanken hält sich der erste Schnee hartnäckig. Zur Lösung des Problems drängen sich konsequente Sonnenhang-Wanderungen auf, die überdies den Vorteil bieten, dass man dort auch im November noch T-Shirt-Temperaturen geniessen kann. Fündig wird man auf der Suche nach einer geeigneten Tour deshalb oft auf der Südseite der Pilatuskette, in unserem Fall am Tomlishorn und dem Widderfeld.

Start der Tour ist ein kleiner Parkplatz beim Blätz, etwas hinter der Lütoldsmatt. Wer mit dem öffentlichen Verkehr anreist, ist derweil bereits seit Alpnach auf den Füssen. Via Alp Schy geht es durch stellenweise etwas feuchten Wald zum Birchboden hoch, wo man auch im Abstieg nochmals vorbeikommt. Hier sieht man nun das Tomlishorn und die beiden Aufstiegsvarianten ab der Alp Tumli, die in Kürze erreicht wird. Wer mit Klettern und Kraxeln gar nichts am Hut hat, wählt nun den Wanderweg, der zwischen den Alphütten in die Höhe führt. Wer etwas Handwerk und den einen oder anderen Tiefblick nicht scheut, steuert nun direkt zum Einstieg auf den Südwest-Grat zu.

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Auch mit Bergschuhen machbar

Auf dem Grat folgt man am besten den Bohrhaken. Wer will, kann hier also durchaus sichern. Die Kletterstellen bewegen sich jedoch meist im 2. und allenfalls im unteren 3. Grad – sind also mit Bergschuhen für Geübte keine grosse Herausforderung. Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist die Kletterei – leider! – bereits zu Ende. Über den grösstenteils grasigen Bergrücken erreicht man bald den Wanderweg und folgt diesem die letzten paar Meter zum Gipfel des Tomlishorns, das man rund zwei bis drei Stunden nach Abmarsch in der Lütoldsmatt erreicht.

Wer bereits genug erlebt hat, kann nun auf dem Wanderweg zurück zur Alp Tumli absteigen. Wer hingegen noch frische Beine hat, folgt dem Wanderweg zum Gemsmätteli und hängt noch den Widderfeld dran. Da die nordseitige Umgehung des Widderfelds auf dem markierten Wanderweg zu dieser Jahreszeit bereits etwas heikel sein kann, bietet sich mit der Variante entlang der eindrücklichen Ostwand eine hervorragende, jedoch etwas anspruchsvollere Alternative. Man folgt dem Wandfuss auf einem schmalen Pfad, der sich bald noch mehr verengt, etwas exponiert und aufgrund der sandigen Unterlage auch etwas rutschig wird. Trittsicherheit ist hier zwingend, denn festhalten kann man sich nirgends sinnvoll. Ziel des Unterfangens ist die steile Südflanke des Widderfelds. Man erreicht sie schliesslich durch ein Stollenloch. Von hier ist es nun nicht mehr weit zum Gipfel. Ein Pfad führt steil in die Höhe. Kurz vor dem Ausstieg hilft ein Fixseil über eine Felsstufe hinweg.

Gute Tagestour für Ausdauernde

Ist die Gipfelrast und das Panorama zur Genüge genossen, steigt man wieder zum Stollenloch ab. Von dort schlängelt sich ein steiler, bei Nässe etwas heikler Weg zwischen den Felsen in die Tiefe. Wie am Tomlishorn, trifft man auch hier nicht selten auf Steinwild, das sich, wie oft am Pilatus, nur wenig scheu zeigt. Zuletzt traversiert man ein grosses Geröllfeld und landet wieder bei der Alp Birchboden, die man früher am Tag bereits passiert hat. Der Abstieg zum Parkplatz hinter der Lütoldsmatt ist nun – mit vollem Sonnentank – nur noch eine Formsache.

Für die beschriebene Tour benötigt man neben gutem Schuhwerk, Trittsicherheit, Proviant und Sonnencreme etwa 6 bis 7 Stunden Zeit. Die Schwierigkeiten bewegen sich am Tomlishorn und am Widderfeld im T5-Bereich. Wer von der Lütoldsmatt auf dem Wanderweg zum Tomlishorn auf- und absteigt, bewegt sich irgendwo im Bereich zwischen T3 und T4.

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