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Dammastock: Top of Zentralschweiz mit den Ski
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Zurückblicken lohnt sich – insbesondere, wenn die Sonne an den Walliser 4000ern aufgeht. (Bild: Fabian Duss)

Ein seltener Genuss Dammastock: Top of Zentralschweiz mit den Ski

3 min Lesezeit 01.07.2016, 09:30 Uhr
  • 1450 m
  • 1450 m
  • 11km
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Irgendwann ist jeder Winter vorbei. Pulverschneeträume, eiskalte Finger, wunderbare Gipfel: Es empfiehlt sich, all dies zum Abschluss der Skitourensaison nochmals Revue passieren zu lassen. Am besten aus der Perspektive von ganz oben – vom Dammastock.

Wieso laufen, wenn man auch fahren kann? Eine berechtigte Frage, wenn man sich die imposante Länge des Rhonegletschers vergegenwärtigt und bedenkt, dass dieser während eines halben Jahres perfekt eingeschneit ist.

Rund zehn Kilometer läuft, wer vom Belvédère unterhalb des Furkapasses den 3630 Meter hohen Dammastock besteigen will.

Der höchste Zentralschweizer Gipfel ist zwar auf der Normalroute nicht sonderlich anspruchsvoll, aber in die Länge zieht sich das Unterfangen dennoch. Der Aufstieg dauert vier bis fünf Stunden. Da lohnt es sich, den Rückweg nicht nur zu verkürzen, sondern überdies zu einem Genuss zu machen.

Gross ist das Fenster für eine Skibesteigung nicht. Wenn Anfang Juni der Furkapass geöffnet wird, bleibt rund ein Monat Zeit, um das Unterfangen umzusetzen. Für Langschläfer ist die Tour gänzlich ungeeignet, denn angesichts langer, warmer Tage ist Frühaufstehen Pflicht. Es ist ratsam, zwischen 4.00 und 5.00 Uhr im Belvédère loszulaufen.

Die Weite des ewigen Eises

A propos loslaufen: Der technisch schwierigste Teil der Tour kommt gleich zu Beginn: Seit Jahren versperrt der Touristenshop den Zugang zum Rhonegletscher. Im Schein der Stirnlampe gilt es deshalb, einen Weg um das Gebäude zu befinden. Die linke Variante führt über einen Zaun und eine Leiter, die rechte über einen steilen Hang und ein Mäuerchen. Danach erreicht man den Spazierweg, auf dem man zum Gletscher absteigt. Der Abstieg wird – Klimawandel sei Dank – jährlich länger, der See vor dem Rhonegletscher immer grösser.

Bei der Eisgrotte heisst es Ski anschnallen und – je nach Zustand des Gletschers – anseilen. Je härter der Schnee, desto besser. Steil oder gar schwierig wird es lange Zeit nicht. In einem Bogen geht es auf der rechten Gletscherseite um das Grosse Furkahorn herum zu einem kleinen Gletschersee, wo die Route zum Galenstock abzweigt. Die imposante Spaltenzone wird rechts umgangen.

Während das Ziel näher rückt, weitet sich im Westen das Panorama. (Bild: Fabian Duss)
Während das Ziel näher rückt, weitet sich im Westen das Panorama. (Bild: Fabian Duss)

Gähnende Mäuler des Gletschers

Auf dem Grossfirn flacht das Gelände vollends ab. Erst auf dem Eggfirn gewinnt man wieder richtig Höhe. Das weitläufige Gelände erlaubt verschiedene Aufstiege. Je nach Gusto, so lange man sich nicht von einem der gähnenden Mäuler des Gletschers verschlucken lässt.

Liegt genug Schnee, lassen sich auch die letzten zwanzig Höhenmeter zum Gipfel mit Ski zurücklegen. Wenn nicht, steht ein kurzer, einfacher Fussaufstieg an. Ein Pickel ist hier hilfreich, allenfalls auch Steigeisen. Nun ist es geschafft: Die Zentralschweiz liegt einem zu Füssen. 1800 Meter tiefer glitzert der Göscheneralpsee in der Morgensonne. Im Westen haben sich die Walliser und Berner Viertausender aufgereiht, im Osten reicht der Blick bis ins Engadin.

Vom Winter in den Sommer

Die Länge des Gipfelaufenthalts bestimmt der Zustand des Schnees. Es gilt, den richtigen Moment zu erwischen. Zu dieser Jahreszeit ist Sulzschnee angesagt. Wer nicht auf hartem Schnee in die Westflanke stechen will, wartet, bis ihn die Sonne al dente gebrutzelt hat. Ist man zu früh dran, lohnt sich ein Abstecher zum benachbarten Rhone- oder Schneestock.

Die Abfahrt zum Belvédère dauert rund eine Stunde – ähnlich lange wie die Rückreise zum Vierwaldstättersee. Und dort wartet bereits das nächste Highlight, das zu jeder Frühsommer-Skitour gehört: Der Sprung ins kühle Nass.

Auch für Schneeschuhläufer

Die beschriebene Tour eignet sich natürlich auch für Schneeschuhläufer. Sie erreicht auf der Skitouren-Schwierigkeitsskala des SAC den Grad WS-. Die gesamte Tour verläuft auf dem Gletscher. Entsprechende Ausrüstung, Erfahrung und Kenntnisse sind deshalb zwingend.

Im Sommer und Herbst wird der Dammastock ebenfalls häufig bestiegen. Allerdings sind dann Steigeisen anstelle von Ski gefragt und für Auf- und Abstieg zwischen acht und zehn Stunden einzurechnen.

Kartenmaterial: Skitourenkarte 255S Sustenpass, Landeskarte 1231 Urseren

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