Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Steinbock-Safari über dem Nebelmeer
  • Blog
  • Wander-Blog
Am Widderfeld wimmelt es von Steinböcken. Von Wanderern lassen sie sich kaum aus der Ruhe bringen, sofern diese eine respektvolle Distanz einhalten. (Bild: Fabian Duss)

Alpinwanderung auf dem Widderfeld Steinbock-Safari über dem Nebelmeer

3 min Lesezeit 02.12.2016, 12:23 Uhr

Der Widderfeld bietet einige Leckerbissen für Alpinwanderer. Einer davon ist der Aufstieg vom Birchboden. Wer die Augen offen hält, trifft mit grosser Wahrscheinlichkeit auf gehörnte Einheimische.

Unten pfui, oben hui. So präsentiert sich derzeit das Wetter. Der erste Schnee hat sich bis weit hoch wieder aus den Südflanken verabschiedet, weshalb nochmals trockene Wanderungen bis auf gut 2000 Meter drinliegen. Der Widderfeld (2067 m ü. M.) in der Pilatuskette ist dafür geradezu prädestiniert: nicht zu hoch und konsequent südexponiert, sofern man von der Lütholdsmatt aufsteigt.

Ausgangspunkt der Tour ist der kleine Parkplatz vor dem Blätz. Wer mit ÖV anreist, startet in Alpnach, was das Unterfangen beträchtlich verlängert. Erstes Zwischenziel ist die Alp Schy, die man auf dem Wanderweg entlang des gleichnamigen Bachs ereicht. Durch den Schywald geht es einfach und gut markiert weiter zur Alp Birchboden. Man erreicht sie nach rund einer Stunde.

Unterstütze Zentralplus

Auf schroffem Gelände bergauf

Nun zeigt sich die steile, felsdurchsetzte Südflanke des Widderfeld in ihrer granzen Pracht. Etwas oberhalb der Alp oder fünfzig Meter westlich davon trifft man auf einen kaum erkennbaren, jedoch mit sporadischen roten Strichen markierten Pfad. Er führt zu den Kletterrouten hoch und traversiert schliesslich unterhalb der ersten Felswände nach Westen. Danach geht es in schrofigem Gelände in die Höhe – und zwar steil. Wer den teilweise etwas verblassten Markierungen folgt oder konsequent die offensichtlich einfachste Variante wählt, findet den Aufstieg problemlos. Die Hände werden eher für die Balance als zum Kraxeln benötigt.

Im oberen Teil trifft man auf blaue Markierungen, die aus östlicher Richtung vom Stollenloch herkommen (zentralplus berichtete). Ihnen folgt man durchs zwar steile, jedoch gut gestufte Steilgras. Zur Linken ein paar Steinböcke grüssend rückt der Ausstieg näher: Nach einer kurzen, mit einem Fixseil gesicherten Felspartie steht man auf dem gemütlichen, breiten Rücken des Widderfeld und erreicht nach wenigen Minuten einen der beiden Gipfel. Für den gesamten Aufstieg ab Blätz benötigt man rund zwei Stunden.

Es böckelt über dem Nebelmeer

Zu dieser Jahreszeit ist wenig los im Gebiet. Die Aussicht über das Nebelmeer ist eindrücklich, doch längst noch nicht alles, was der Widderfeld fürs visuelle Wohl bietet. Steinwild ist an der Pilatuskette ebenso wenig selten wie scheu. Während die Gemsen meist schreckhaft auf Wanderer reagieren, scheinen sich die Steinböcke kaum daran zu stören und vermitteln das Bild ziemlich gemütlicher Zeitgenossen.

Während die Gemsen meist schreckhaft auf Wanderer reagieren, scheinen sich die Steinböcke kaum daran zu stören und vermitteln das Bild gemütlicher Zeitgenossen.

Für den Rückweg nach Blätz wählen wir die kürzeste Variante: Auf dem Wanderweg steigt man zur Felli ab, dem tiefsten Punkt zwischen Widderfeld und Rottosse. Hier zweigt man zur Alp Feld ab, die man nach wenigen Minuten erreicht. Kurze Zeit später verzweigt sich der Weg erneut. Die direkteste Route führt nach Märenschlag, von wo man auf dem Fahrsträsschen zurück nach Blätz gelangt.

Die beschriebene Rundtour dauert zwischen dreieinhalb und fünf Stunden. Der Aufstieg vom Birchboden erreicht auf der Schwierigkeitsskala des SAC ein gutes T4 und bedingt trockene Verhältnisse. Der Abstieg via Felli ist rot-weiss markiert und bietet keine nennenswerten Schwierigkeiten.

Kartenmaterial: Landeskarten 1170 Alpnach

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare