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Schimbrig: Steil hoch, gemütlich runter
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Die Schlüsselstelle im Rückblick: Der Abstieg über die Felspassage ist einfach, jedoch ziemlich ausgesetzt. (Bild: Fabian Duss )

Ein luftiges Intermezzo im Entlebuch Schimbrig: Steil hoch, gemütlich runter

3 Min 13.11.2018, 11:00 Uhr

Der Schimbrig ob Hasle bietet im Herbst nicht nur eine schöne Aussicht, sondern auch einen Auf- und Abstieg an der wärmenden Sonne. Wer es gerne luftig mag, findet zwischen den beiden Gipfeln sogar noch eine knackige Gratpassage.

Wenn in der Höhe der erste Schnee liegt und die Tage kürzer werden, sind im Entlebuch meist noch schöne Wanderungen möglich, oft sogar an Sonnenhängen. Für derlei Unternehmungen bieten sich zum Beispiel die Beichle bei Flühli, die Schratteflue bei Sörenberg oder eben der Schimbrig bei Hasle an. Diesmal, bei föhniger Witterung, ist letzterer an der Reihe.

Ausgangspunkt ist die Alpwirtschaft Gründli an der Glaubenberg-Passstrasse. Über eine Brücke erreicht man die Verzweigung des Wanderwegs im Gebiet Vordergrund. Es empfiehlt sich, hier rechts abzuzweigen, denn so wird zwar der Aufstieg steil, der Abstieg hingegen knieschonender.

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Steiler, aber einfacher Aufstieg

Zunächst quert der weiss-blau markierte Wanderweg lange Zeit unter den steilen Abhängen des Schafschimbrig, ohne jedoch gross anzusteigen. Nach der Traverse geht es aber zur Sache: Zwar einfach, doch ziemlich steil, schlängelt sich der Wanderweg in die Höhe, bis man eine Alphütte erreicht. Getan ist die Arbeit hier allerdings noch nicht. Über eine Alpweide zieht der Weg hoch an die östliche, wiederum bewaldete Ecke des Schimbrigs, wo man übrigens mit schönen Ausblicken zur Pilatus-Kette belohnt wird. Erneut in Weidegelände geht es weiter in die Höhe. Bald liegt einem das Entlebuch zu Füssen. Dorthin abzusteigen ist vorerst aber nicht möglich, denn nordseitig stürzt der Berg jäh ab. Schwierigkeiten bieten sich bislang keine, auch wenn die blau-weisse Markierung des Weges etwas anderes vermuten lässt.

Knackige, fakultative Gratpassage

Etwas Spannung kommt dennoch auf: Kurz vor dem Gipfel des Hängst, auf 1755 M.ü.M., zweigt der Weg südwestwärts in die Flanke ab. Dies ist die direkte Route zum Gipfelkreuz. Möglich ist es allerdings auch, den Schimbrig über den Verbindungsgrat vom Hängst aus zu erreichen. Auf Pfadspuren steigt man zunächst einfach dem Hängst aufs Haupt. Der Blick zum Schimbrig lässt zunächst nicht vermuten, dass nun noch eine ausgesetzte Scharte zu bewältigen ist.

Im Aufstieg lohnt sich ab und zu ein Seitenblick in Richtung Stäfeliflue, Mittaggüpfi und Pilatus.

Im Aufstieg lohnt sich ab und zu ein Seitenblick in Richtung Stäfeliflue, Mittaggüpfi und Pilatus.

(Bild: Fabian Duss)

Die Gemütlichkeit endet jedoch bald, denn nun folgt die Schlüsselstelle. Es gilt, über eine schmale Felspassage in einen Sattel hinunterzukraxeln, um über einen ebenso schmalen Übergang auf den breiten Bergrücken vor dem Gipfelkreuz zu gelangen. Schwierig ist die Stelle keineswegs, doch eben: sicher nichts für schwache Nerven.

Gemütlicher Abstieg via Loegg

Hat man die Passage geschafft, ist es nur noch ein gemütlicher Spaziergang zum Gipfel. Ebenso gemütlich geht es weiter. Der Abstieg erfolgt dem Bergkamm folgend in Richtung Südwesten. Bald trennen sich die Wege: nach Norden zur Bergbeiz Schimbrig Bad und nach Süden zur Loegg. Die Alpsaison ist längst zu Ende, weshalb nicht mehr viele Menschen im Gebiet anzutreffen sind. Nach Süden zweigt ab, wer zurück zum Ausgangspunkt will. Grösstenteils in offenem Weidegelände steigt man nach Chätterech ab, passiert die Chnubelalp und erreicht schliesslich wieder die Brücke im Vordergrund.

Über dem Gebiet Hintergrund zeigt sich das Tageswerk.

Über dem Gebiet Hintergrund zeigt sich das Tageswerk.

(Bild: Fabian Duss)

Infos

Für den Aufstieg zum Schimbrig sind – egal ob man gänzlich dem Wanderweg folgt oder den Abstecher auf den Hängst mit der anschliessenden Gratüberschreitung macht, ab Gründli knapp zwei Stunden zu veranschlagen. Für den Abstieg via Loegg zum Ausgangspunkt benötigt man maximal eineinhalb Stunden. Folgt man stets dem Weg, übersteigt die Wanderung den Schwierigkeitsgrad T3 auf der Skala des SAC kaum, trotz teilweise ziemlich steilen Passagen. Die Gratüberschreitung vom Hängst zum Schimbrig erfordert eine kurze Klettereinlage und bewegt sich im Bereich des Schwierigkeitsgrades T4+.

Kartenmaterial: Landeskarte 1169 Schüpfheim

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